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IETF: Hat SPDY die Entwicklung von HTTP/2 blockiert?

Die zuständige Arbeitsgruppe für HTTP/2 habe SPDY zu unbedacht übernommen und wolle jetzt einen schlechten Platzhalter veröffentlichen, schreibt ein FreeBSD-Entwickler, der zum Neuanfang für die Protokollversion aufruft.
/ Sebastian Grüner
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Die Entwicklung von HTTP/2.0 schreitet voran. (Bild: IETF)
Die Entwicklung von HTTP/2.0 schreitet voran. Bild: IETF

"Wirf immer den Prototyp weg" , schreibt FreeBSD-Entwickler Poul-Henning Kamp(öffnet im neuen Fenster) an die Mailingliste der HTTP-Arbeitsgruppe und zitiert dabei aus The Mythical Man-Month(öffnet im neuen Fenster) . Weiter heißt es, die Arbeitsgruppe habe den SPDY-Prototyp von Google einfach übernommen, um "viel Zeit und Energie darauf zu verschwenden, zu versuchen, die Warzen und Fehler darin zu vergolden."

Statt HTTP/2 fast kostenlos zu bekommen, hätten die Beteiligten festgestellt, dass es zahlreiche Fehler gebe, die SPDY nicht mal ansatzweise lösen könne. Zudem müsse das HTTP-Konzept vereinfacht werden, falls diese Fehler jemals gelöst werden sollten.

HTTP/2 aktuell nicht mehr zu retten

Kamps erzürnte Mail bezieht sich auf einen Beitrag(öffnet im neuen Fenster) des aktuellen Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Mark Nottingham, der eigentlich nur auf den sehr straffen Zeitplan für HTTP/2 hinweisen wollte. Demnach könnte der derzeitige Entwurf mit einigen Verbesserungen schon Ende Juli der Internet Engineering Steering Group (IESG)(öffnet im neuen Fenster) zur Entscheidung vorgelegt werden.

Doch auch Nottingham selbst(öffnet im neuen Fenster) gibt zu bedenken, dass der Entwurf des Protokolls nicht dem Gewünschten entspricht, und erörtert die Möglichkeit, möglichst schnell nach der Veröffentlichung von HTTP/2 die neue Version HTTP/3 zu entwickeln. Doch wenn selbst der Vorstand der Gruppe anerkenne, dass der Prototyp nicht gut sei, sollte weiter an der neuen Version gearbeitet werden, fordert Kamp.

Neuanfang für HTTP/2

Statt einen Platzhalter für HTTP/2 zu veröffentlichen, "der die Zeit von allen verschwendet" , nutzloser Code sei und zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko führe, wäre es besser, das eigentliche Ziel weiter zu verfolgen, einen tatsächlichen Ersatz für HTTP/1.1 zu entwickeln, der überall Verbesserungen bringe.

"Gebt euch geschlagen und macht das Richtige," fordert Kamp. Die Beteiligten sollten den Prototyp-Charakter von SPDY anerkennen, da es immerhin gezeigt habe, dass sich HTTP/1.1 verbessern lasse. Darüber hinaus solle aber unverzüglich damit begonnen werden, einen echten Nachfolger für das alte HTTP/1.1 zu erstellen.


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