IETF: 5G braucht das Internet - auch ohne Internet

Die 5G-Netze sind IP-basiert und nutzen viele Protokolle des Internets - auch wenn sie nicht mit dem klassischen Internet verbunden sind. Die Standardisierungsgremien 3GPP und IETF wollen deshalb stärker zusammenarbeiten, was auch Probleme abseits der Technik mit sich bringt.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Der drahtlose Mobilfunk braucht natürlich auch ein eigenes Netz.
Der drahtlose Mobilfunk braucht natürlich auch ein eigenes Netz. (Bild: Michael Coghlan, flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Anders als die Vorgängerstandards im Mobilfunk ist das Kernnetzwerk von LTE, das auch als 4G bezeichnet wird, IP-basiert. Mit dem kommenden 5G soll das weiter ausgebaut werden und die Dienste in dem Kernnetzwerk sollen weitgehend Internetstandards zur Kommunikation nutzen. Damit das möglichst reibungslos funktioniert, wollen die für Internetstandards zuständige IETF und das für 5G zuständige 3GPP-Konsortium stärker zusammenarbeiten, was die Beteiligten auf dem IETF Meeting 99 vorstellen, das derzeit in Prag stattfindet.

Inhalt:
  1. IETF: 5G braucht das Internet - auch ohne Internet
  2. Gleiche Probleme, unterschiedliche Lösungen

5G-Netze bestehen im Prinzip aus einem drahtlosen physischen Zugang, der schlicht als New Radio bezeichnet wird, einer internen Dienste-Architektur sowie dem Kernnetzwerk. Letzteres wird für die interne Kommunikation genutzt, für die Verbindung von User-Endpunkten wie Smartphones mit dem eigentlichen 5G-Netz sowie auch für die Zusammenarbeit mit externen Netzwerken.

Netzwerk neu gedacht

Auch wenn ein 5G-Netz nicht mit dem klassischen Internet mit seinen autonomen Systemen verbunden ist, verhält es sich zumindest in Teilen wie ein eigener in sich abgeschlossener Teil des Internets. Grundlage dafür bildet zwar die Verwendung des Internet Protocol, darüber hinaus wollen die Beteiligten des 3GPP aber explizit weitere Standards der IETF für ihre kommenden Mobilfunknetze verwenden.

Der Huawei-Angestellte Georg Mayer, der als Verbindungsmann des 3GPP zur IETF fungiert, begründet diese Vorgehen in seinem Vortrag damit, dass das 5G-Netzwerk vollständig neu gedacht werden soll. Dieses soll offen, flexibel und modular gestaltet sein, sodass die Verwendung von 5G neue Nutzungsszenarien erst ermöglichen kann.

Ein Protokoll-Zoo für 5G

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Dass Mobilfunknetze Protokolle nutzen, die im 3GPP entstehen und von der IETF übernommen werden oder auch andersherum, ist eigentlich nicht neu. Prominente Beispiele hierfür sind SIP, IMS oder Diameter. Genutzt werden können darüber hinaus Routing-Protokolle wie OSPF oder BGP, TCP als Transport und Anwendungen wie DNS oder ähnliches.

Die Anwendungsarchitektur, die das 5G-Kernnetz nutzt, soll zudem auf Diensten basieren, die über APIs miteinander kommunizieren. Wie die IETF-Vorsitzende Alissa Cooper bereits im Juni auf einer 3GPP-Konferenz beschrieben hat, kommen hierfür weitere IETF-Protokolle zum Einsatz wie etwa EAP oder künftig möglicherweise auch HTTP/2.

Mit diesen Kenntnissen als Voraussetzung ist es relativ leicht nachvollziehbar, warum sowohl Cooper als auch Mayer viele weitere Möglichkeiten und Einsatzgebiete von IETF-Protokollen in 5G-Netzen darlegen. Das betrifft etwa völlig neue Ideen wie Quic als Transport oder Spring für das Routing.

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Gleiche Probleme, unterschiedliche Lösungen 
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