IETF 101: TLS 1.3 ist jetzt wirklich fertig

Auf der IETF-Tagung in London ist TLS 1.3 beschlossen worden. In wenigen Wochen dürfte der Standard für Verschlüsselung im Web dann auch als RFC erscheinen.

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TLS 1.3 ist fertig
TLS 1.3 ist fertig (Bild: Dan York)

Die Internet Engineering Steering Group (IESG) hat auf dem IETF Meeting 101, das zurzeit in London stattfindet, den neuen Standard für Internetverschlüsselung TLS 1.3 beschlossen. In den kommenden Wochen dürfte das Dokument dann offiziell als Request for Comment (RfC) veröffentlicht werden.

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Damit gehen zahlreiche Auseinandersetzungen um die Zukunft der Netzverschlüsselung zu Ende. Bis zuletzt wollten Banken und andere Hersteller bewirken, dass Server den verschlüsselten Traffic unter bestimmten Umständen mitlesen können.

Die IESG hat den letzten Entwurf der Mitglieder der TLS-Arbeitsgruppe beschlossen, die entsprechende E-Mail ist bereits über den Verteiler der IETF versendet worden. Es handelt sich dabei um den Standard nach dem Draft-Dokument mit der Versionsnummer 28.

Der Text enthält eine Anpassung von Cloudflare, die eine schnellere Wiederaufnahme von Verbindungen ermöglichen soll. Mit 0-RTT (Zero-Round-Trip-Time-Resumption) soll Nutzern, die eine Webseite vor kurzem besucht haben, ein schnellerer Verbindungsaufbau beim reconnect ermöglicht werden. In der Arbeitsgruppe gab es offenbar Befürchtungen, dass dieses Feature von Angreifern missbraucht werden könnte. Es wurden aber zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen beschlossen.

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Abgelehnt wurde der von Cloudflare eingebrachte 0-RTT-Modus im Diffie-Hellman-Modus (Semi-Static-Diffie-Hellman). Für 0-RTT wird daher ein Public-Key-Handshake genutzt (PSK-Mode). Cloudflare will Diffie-Hellman als TLS-Extension ermöglichen.

Banken wollten Entschlüsselung im Datencenter

Abgelehnt wurde ein von verschiedenen Banken eingebrachter Vorschlag, der ein Opt-In zur Entschlüsselung der Daten auf dem Server vorsah. Die Banken und Vertreter von Geheimdiensten hatten argumentiert, dass die kurzzeitige Entschlüsselung per Ephemeral-Key zur Fehlerbehebung notwendig sei.

In den kommenden Wochen dürften die gängigen Browser die Unterstützung für TLS 1.3 aktivieren. Chrome und Firefox lassen in den aktuellen Versionen bereits eine optionale Aktivierung zu.

In den vergangenen Monaten hatte einige Anbieter TLS 1.3 schon genutzt, bekamen aber für den Produktivbetrieb immer wieder unzulässig hohe Fehlerraten. Dies lag vor allem an Man-In-The-Middle-Boxen verschiedener Hersteller. Als Reaktion darauf soll TLS 1.3 sich als TLS 1.2 maskieren.

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