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id Software: John Carmack trauert um id Software

Der Mitgründer von id Software äußert sich zu den massiven Entlassungen bei dem Doom-Studio. Auf Schuldzuweisungen an Microsoft verzichtet er.
/ Peter Steinlechner
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Plakat für eine Doom-Veranstaltung (Bild: Jonathan Leibson/Getty Images for Bethesda Softworks)
Plakat für eine Doom-Veranstaltung Bild: Jonathan Leibson/Getty Images for Bethesda Softworks

Nach den massiven Entlassungen bei id Software hat sich Mitgründer John Carmack erstmals ausführlich auf X zu Wort gemeldet(öffnet im neuen Fenster). Statt scharfer Kritik an Microsoft zeigt der Programmierer Verständnis für die wirtschaftlichen Zwänge, auch wenn ihn die Entwicklung nach eigenen Worten traurig macht.

Bei der jüngsten Restrukturierung der Xbox-Sparte wurden nach inzwischen bestätigten Angaben insgesamt 136 Stellen bei id Software gestrichen.

Davon entfallen 96 Arbeitsplätze auf den Hauptsitz in Richardson (Texas), weitere 40 auf Remote-Mitarbeiter. Berichten zufolge hat das traditionsreiche Studio damit rund die Hälfte seiner Belegschaft verloren.

Carmack schreibt, seine frühere Einschätzung, Microsoft werde "wahrscheinlich ein guter Hüter der Marke sein", sei "nicht gut gealtert". Wütend sei er dennoch nicht.

Ohne Einblick in die Geschäftszahlen vermute er vielmehr, dass id Software aus Sicht Microsofts nur ein vergleichsweise kleines Geschäft gewesen sei. Berichte, wonach stattdessen die Einnahmen von Minecraft mehrere Studios mittragen, halte er für glaubwürdig.

Zugleich betont Carmack, dass Spiele langfristig nicht nur beliebt, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein müssten. Ob höhere Preise, zusätzliche Inhalte, besseres Marketing, ein breiteres Spieldesign oder geringere Entwicklungskosten den Erfolg von id Software deutlich hätten steigern können, könne er nicht beurteilen. "Das Spiel ist noch nicht vorbei – ich hoffe, das Studio fängt sich wieder", schreibt er.

Die aktuellen Steam-Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild. Das Mitte 2025 veröffentlichte Doom – The Dark Ages erreichte laut SteamDB(öffnet im neuen Fenster) zum Verkaufsstart knapp 31.500 gleichzeitig aktive Spieler auf Steam. Die täglichen Spitzenwerte liegen nur noch im niedrigen vierstelligen Bereich.

Das letzte Doom war wohl kein ganz großer Erfolg

Die Statistik erfasst zwar ausschließlich Steam, also weder Konsolenspieler noch Nutzer des Game Pass. Dennoch deuten die Zahlen an, dass The Dark Ages kein ganz großer Erfolg gewesen sein kann, auch angesichts der Bekanntheit der Marke. Gerade ist die Erweiterung Revelations erschienen.

id Software wurde 1991 von John Carmack, John Romero, Tom Hall und Adrian Carmack gegründet und prägte mit Wolfenstein 3D, Doom und Quake das Ego-Shooter-Genre entscheidend. 2009 wurde das Studio an Zenimax verkauft, und dann 2021 zusammen mit Bethesda an Microsoft.

Seit 2015 unterhält das Studio neben dem Hauptsitz in Texas auch einen Entwicklungsstandort in Frankfurt am Main. Dort wird nach Unternehmensangaben vor allem an der id-Tech-Engine gearbeitet, die auch anderen Zenimax-Studios als technische Grundlage dient.


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