Der ID.Polo ist endlich offiziell, und damit ein preiswertes, kleines Elektroauto von VW. Ohne ein "aber" kommt VW aber nicht aus: Zum Marktstart ist der ID.Polo ab 33.800 Euro erhältlich – das sind 8.800 Euro mehr, als sich viele Interessenten erhofft hatten.
Die Trend-Version für 25.000 Euro mit 85 kW Motorleistung und dem kleinen LFP-Akku mit 37 kWh soll VW zufolge "voraussichtlich ab Mitte Juli 2026 bestellbar" sein. Eine Auslieferung dürfte dann wohl frühestens Ende des Jahres erfolgen, vielleicht auch erst Anfang 2027. Aktuell sind nur die teureren Ausstattungen mit dem größeren Akku (52 kWh) bestellbar.
Der ID.Polo dürfte für VW eines der wichtigsten Fahrzeuge der kommenden Jahre sein. Der Konzern hat gerade erst einen Gewinneinbruch von 28 Prozent im ersten Quartal 2026 gemeldet(öffnet im neuen Fenster), in den USA und in China laufen die Geschäfte schlecht. Im Elektroautomarkt droht VW zudem von der Konkurrenz aus Asien abgehängt zu werden.
VW bringt endlich ein kleines (und theoretisch preiswertes) Elektroauto
Das liegt auch daran, dass VW jahrelang kein kompaktes, preiswertes Modell im Portfolio hatte. Das ändert sich mit dem ID.Polo – und die Marke VW hat in vielen Ländern der Welt noch genügend Strahlkraft, dass das Modell ein Erfolg werden kann. Allerdings hat der Konzern auch einen Hang dazu, Trends und richtige Zeitpunkte zu verpennen.
Bild 1/42: Mit dem ID.Polo bringt VW einen vollelektrischen Kleinwagen zum Einstiegspreis von 25.000 Euro auf den Markt. (Foto: VW)
Bild 2/42: Der ID.Polo kommt mit zwei Akkugrößen und drei Leistungsstufen auf den Markt. Eine GTI-Version soll noch folgen. (Foto: VW)
Bild 3/42: Je nach Ausstattung leuchtet das LED-Band zwischen den Scheinwerfern und das VW-Logo. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 4/42: Auch die Querspange im Heck ist je nach Ausstattung beleuchtet. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 5/42: Der ID.Polo ist 4.053 mm lang, 1.816 mm breit und 1.530 mm hoch. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 6/42: Zunächst trug der ID.Polo den Namen ID.24all, später kehrte VW zu den klassischen Modellnamen zurück. (Foto: VW)
Bild 7/42: Das Kofferraumvolumen beträgt 441 Liter, was viel für einen Kleinwagen ist. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 8/42: Unter der Kofferraumabdeckung befindet sich ein großer Stauraum, in dem je nach Ausstattung der Subwoover untergebracht ist. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 9/42: Von der Höhe her passen sogar Getränkekisten in dieses Fach. (Foto: VW)
Bild 10/42: Im oberen Teil ist Platz für mehrere Getränkekisten. (Foto: VW)
Bild 11/42: Der komplette Antrieb mit der Steuerungs- und Ladeelektronik ist in der Front untergebracht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 12/42: VW hat für seine Kleinwagen einen neuen Motor mit der Bezeichnung APP290 entwickelt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 13/42: Der Innenraum ist völlig neu gestaltet worden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 14/42: VW setzt künftig wieder verstärkt auf haptische Bedienelemente. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 15/42: Das Fahrerdisplay hat eine Diagonale von 10,25 Zoll (26 Zentimeter). (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 16/42: Der berührungsempfindliche Zentralbildschirm hat eine Diagonale von 12,9 Zoll (32,77 cm). (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 17/42: Auf Wunsch lässt sich ein Retrolook einstellen: der Mediaplayer als Kassettenrekorder. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 18/42: Der Akkustand wird wie eine analoge Tankanzeige dargestellt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 19/42: Die Navigationskarte erscheint wie in einem kleinen Röhrenfernseher. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 20/42: Auf Wunsch vieler Kunden: Jedes Fenster lässt sich einzeln über einen Schalter öffnen und schließen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 21/42: VW verzichtet künftig auf berührungsempfindliche Bedienflächen und setzt auf haptische Tasten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 22/42: Mit dem rechten Lenkradbedienfeld lassen sich das Fahrerdisplay und Medieninhalte steuern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 23/42: Die Textilien der Sitze und Türen bestehen aus recyceltem PET. (Foto: VW)
Bild 24/42: Unterhalb des Zentralbildschirms befinden sich Taster für die Klimasteuerung. (Foto: VW)
Bild 25/42: In der Mittelkonsole gibt es ein kleines Ablagefach. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 26/42: Mit dem Drehregler lassen sich die Lautstärke einstellen oder Sender und Musiktitel wechseln. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 27/42: Die Smartphone-Ablage verfügt je nach Ausstattung über eine induktive Lademöglichkeit. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 28/42: Unter der Ablage befinden sich zwei USB-C-Buchsen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 29/42: Die Türgriffe befinden sich nicht mehr separat in der Tür, sondern am vorderen Ende der Bedien- und Griffleiste. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 30/42: Eingeprägte Fahrzeug-Silhouetten befinden sich an den beiden Außenseiten des Armaturenbretts. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 31/42: Der Radstand mit 2,6 m ermöglicht keinen üppigen Platz im Fond. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 32/42: An der Mittelkonsole befinden sich zwei USB-C-Buchsen und ein Smartphone-Halter. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 33/42: Die Beinfreiheit ist bei Kleinwagen nur eingeschränkt vorhanden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 34/42: Größere Passagiere stoßen mit ihren Knien an die Vordersitze an. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 35/42: Je nach Ausstattung verfügt der ID.Polo über IQ.LIGHT-LED-Matrix-Scheinwerfer. (Foto: VW)
Bild 36/42: Den Passagieren stehen bei der Elektroversion zusätzliche 19 mm im Innenraum zur Verfügung. (Grafik: VW)
Bild 37/42: Den neuen E-Motor APP290 gibt es in vier Leistungsstufen. (Grafik: VW)
Bild 38/42: Je nach Leistung verfügt der Rotor über eine stärkere Permanentmagnetisierung. (Grafik: VW)
Bild 39/42: Das Getriebe ist in die Antriebseinheit integriert. (Grafik: VW)
Bild 40/42: Das Fahrwerk wurde neu entwickelt. (Grafik: VW)
Bild 41/42: Der ID.Polo verfügt über einen Frontantrieb. (Grafik: VW)
Bild 42/42: Die Batteriezellen für den NMC-Akku stammen aus einer neuen Fabrik in Salzgitter. (Grafik: VW)
Das Gleiche passiert jetzt auch mit dem ID.Polo – zumindest ein wenig. Alle sprechen vom 25.000-Euro-VW und zum Marktstart ist die preiswerteste Version die Life-Variante mit 155 kW und 52-kWh-Akku für den Preis eines ID.3 Neo in der Grundkonfiguration. Das wichtigere Modell, auf das der Markt gewartet hat, dürfte aber der kleine ID.Polo sein.
Weitere Verzögerungen kann sich VW in diesem Marktsegment eigentlich nicht mehr leisten, da die Konkurrenz teilweise seit Jahren mit eigenen Modellen am Start ist. Und die Auswahl ist gut: Leapmotor, Citroen, Hyundai, BYD und seit Kurzem auch Kia haben gute und gleich teure, teilweise sogar preiswertere Fahrzeuge im Angebot. Der günstigste ID.Polo hat dafür nicht einmal einen Abstandsregeltempomaten, der etwa beim Leapmotor T03 Standard ist – und der kostet 6.000 Euro weniger.
Wer auf ein günstiges Stadtauto von VW gewartet hat, wird nicht zur Life-Version des ID.Polo für 34.000 Euro greifen. Für den reinen Stadt- und Umlandbetrieb, etwa zum Pendeln, reichen die 37 kWh der Einstiegsversion komplett aus – für die Langstrecke dürften alle Varianten des ID.Polo mühsam zu nutzen sein.
VW muss sich darauf verlassen, dass Interessenten bis Juli ausharren, ehe sie den günstigen ID.Polo bestellen können, – und dann noch weitere Monate, bis der Wagen geliefert wird. Bleibt für die Entscheider zu hoffen, dass sich mögliche Käufer bis dahin nicht umentschieden haben. In der Vollausstattung kostet der ID.Polo übrigens 42.000 Euro – ein angesichts der Konkurrenz etwas hoch erscheinender Preis.
IMHO ist der Kommentar von Golem [IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)]