Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

ID.Polo: VW kann nicht ohne Aber

Der Markt wartet auf einen Elektro-VW für 25.000 Euro wie den ID.Polo. Zum Start gibt es die Einsteigerversion aber nicht.
/ Tobias Költzsch
96 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Der ID.Polo von VW (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Der ID.Polo von VW Bild: Friedhelm Greis/Golem

Der ID.Polo ist endlich offiziell, und damit ein preiswertes, kleines Elektroauto von VW. Ohne ein "aber" kommt VW aber nicht aus: Zum Marktstart ist der ID.Polo ab 33.800 Euro erhältlich – das sind 8.800 Euro mehr, als sich viele Interessenten erhofft hatten.

Die Trend-Version für 25.000 Euro mit 85 kW Motorleistung und dem kleinen LFP-Akku mit 37 kWh soll VW zufolge "voraussichtlich ab Mitte Juli 2026 bestellbar" sein. Eine Auslieferung dürfte dann wohl frühestens Ende des Jahres erfolgen, vielleicht auch erst Anfang 2027. Aktuell sind nur die teureren Ausstattungen mit dem größeren Akku (52 kWh) bestellbar.

Der ID.Polo dürfte für VW eines der wichtigsten Fahrzeuge der kommenden Jahre sein. Der Konzern hat gerade erst einen Gewinneinbruch von 28 Prozent im ersten Quartal 2026 gemeldet(öffnet im neuen Fenster), in den USA und in China laufen die Geschäfte schlecht. Im Elektroautomarkt droht VW zudem von der Konkurrenz aus Asien abgehängt zu werden.

VW bringt endlich ein kleines (und theoretisch preiswertes) Elektroauto

Das liegt auch daran, dass VW jahrelang kein kompaktes, preiswertes Modell im Portfolio hatte. Das ändert sich mit dem ID.Polo – und die Marke VW hat in vielen Ländern der Welt noch genügend Strahlkraft, dass das Modell ein Erfolg werden kann. Allerdings hat der Konzern auch einen Hang dazu, Trends und richtige Zeitpunkte zu verpennen.

Das Gleiche passiert jetzt auch mit dem ID.Polo – zumindest ein wenig. Alle sprechen vom 25.000-Euro-VW und zum Marktstart ist die preiswerteste Version die Life-Variante mit 155 kW und 52-kWh-Akku für den Preis eines ID.3 Neo in der Grundkonfiguration. Das wichtigere Modell, auf das der Markt gewartet hat, dürfte aber der kleine ID.Polo sein.

VW ID.Polo angesehen
VW ID.Polo angesehen (01:59)

Weitere Verzögerungen kann sich VW in diesem Marktsegment eigentlich nicht mehr leisten, da die Konkurrenz teilweise seit Jahren mit eigenen Modellen am Start ist. Und die Auswahl ist gut: Leapmotor, Citroen, Hyundai, BYD und seit Kurzem auch Kia haben gute und gleich teure, teilweise sogar preiswertere Fahrzeuge im Angebot. Der günstigste ID.Polo hat dafür nicht einmal einen Abstandsregeltempomaten, der etwa beim Leapmotor T03 Standard ist – und der kostet 6.000 Euro weniger.

Wer auf ein günstiges Stadtauto von VW gewartet hat, wird nicht zur Life-Version des ID.Polo für 34.000 Euro greifen. Für den reinen Stadt- und Umlandbetrieb, etwa zum Pendeln, reichen die 37 kWh der Einstiegsversion komplett aus – für die Langstrecke dürften alle Varianten des ID.Polo mühsam zu nutzen sein.

VW muss sich darauf verlassen, dass Interessenten bis Juli ausharren, ehe sie den günstigen ID.Polo bestellen können, – und dann noch weitere Monate, bis der Wagen geliefert wird. Bleibt für die Entscheider zu hoffen, dass sich mögliche Käufer bis dahin nicht umentschieden haben. In der Vollausstattung kostet der ID.Polo übrigens 42.000 Euro – ein angesichts der Konkurrenz etwas hoch erscheinender Preis.

IMHO ist der Kommentar von Golem [IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)]


Relevante Themen