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ID.Every1: Elektromotor für günstigsten VW kommt aus China

VW will das 20.000-Euro-Elektroauto ID.Every1 mit einem Motor bestücken, der in einem seiner Werke in China gebaut wird.
/ Michael Linden
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Volkswagen baut wichtige E-Auto-Teile in China. (Bild: Golem)
Volkswagen baut wichtige E-Auto-Teile in China. Bild: Golem

Für den ID.Every1, das geplante 20.000-Euro-Elektroauto von Volkswagen, soll der Elektromotor aus China kommen. Das sagte China-Vorstand Ralf Brandstätter dem Handelsblatt am Rande der Pekinger Automesse(öffnet im neuen Fenster). Konkret kommen dafür Werke in Tianjin oder Dalian infrage – beides Standorte, die vollständig zu Volkswagen gehören. Der ID.Every1 gilt als Einstiegsmodell in das günstige Elektrosegment und soll 2027 auf den europäischen Markt kommen.

Der Schritt folgt einer kühlen Logik. Fertigungskosten liegen in China nach Angaben des Konzerns bei 500 bis 1.000 Euro je Fahrzeug, in Europa bei bis zu 4.000 Euro. Ingenieure kosten in China 50 bis 60 Euro pro Stunde, in Deutschland das Zwei- bis Dreifache.

Warum jetzt? – Margen unter Druck, Kosten im Fokus

Volkswagen verdiente in China zuletzt deutlich weniger. Die Margen sind auf unter eine Milliarde Euro gesunken – ein Viertel dessen, was früher üblich war. Für die Zukunft rechnet der Konzern nur noch mit vier bis sechs Prozent Rendite in China, früher waren Werte oberhalb von zehn Prozent normal.

Um überhaupt noch profitabel zu bleiben, drückt Volkswagen die Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die neue lokal entwickelte Elektroplattform soll bei den Materialkosten rund 40 Prozent günstiger sein als der bisherige Elektrobaukasten. Bis Ende des Jahres sollen weitere zehn Prozent eingespart werden.

Brandstätter formulierte es knapp: "Entscheidend ist der komparative Kostenvorteil. Wenn ein Standort etwas effizienter kann, nutzen wir das."

China als Lieferant für Europa

Der ID.Every1 ist kein Einzelfall. Volkswagen entwickelt China zunehmend zu einem Technologie- und Exportstandort für andere Weltregionen. 2030 sollen rund 250.000 Fahrzeuge jährlich aus China in andere Märkte geliefert werden – heute sind es noch etwa 70.000.

Den Vorwurf, damit Technologie ins Ausland abzugeben, weist Brandstätter zurück. Die Werke gehörten zu 100 Prozent zum Konzern, die globale Lieferkette sei kein Novum. Komponenten aus China würden schon seit Jahren in anderen Regionen verbaut, etwa Getriebe.

Für die europäischen Komponentenfertigung stellt sich die Frage trotzdem: Wenn zentrale Bauteile künftig aus Fernost kommen, schrumpft die Fertigungstiefe im Inland. Antworten dazu bleibt Volkswagen bislang schuldig.


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