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ICEYE: Vier russische Sonden umkreisen westlichen Radarsatelliten

Russland positioniert militärische Satelliten in der Nähe zu einem kommerziellen Radarsatelliten, der unter anderem der Ukraine dient.
/ Andreas Donath
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Künstlerische Darstellung eines ICEYE-Satelliten (Bild: Defensie Nederland/Wikipedia)
Künstlerische Darstellung eines ICEYE-Satelliten Bild: Defensie Nederland/Wikipedia / CC-BY-SA 4.0

Vier russische Militaersatelliten der Bezeichnung Kosmos 2610 bis 2613 haben ihre Umlaufbahn so verändert, dass sie in unmittelbarer Nähe des Radarsatelliten ICEYE-X36 des finnisch-amerikanischen Unternehmens ICEYE fliegen, wie Ars Technica berichtet(öffnet im neuen Fenster). Das geht aus einer Analyse von Orbitaldaten hervor, die der ehemalige US-Luftwaffenoffizier Greg Gillinger veröffentlicht hat(öffnet im neuen Fenster). Die Abstände liegen derzeit zwischen rund 500 Metern und 22 Kilometern.

Teure Kurskorrektur in der Erdumlaufbahn

Die vier Satelliten starteten am 16. April vom russischen Kosmodrom Plessezk und veränderten anschließend ihre Orbitneigung um weniger als ein Grad. Klingt unspektakulär, ist es aber nicht: Ein solches Manöver kostet nach Angaben Gillingers so viel Treibstoff, wie nötig wäre, um einen Satelliten um mehr als 160 Kilometer anzuheben. Satelliten für normale Beobachtungs- oder Kommunikationsaufgaben werden typischerweise nicht mit so leistungsstarken Antrieben ausgerüstet.

Ein Radarsatellit im Dienst der Ukraine

ICEYE-X36 arbeitet in einem Polarbahn-Orbit auf etwa 550 Kilometern Höhe. Der Satellit ist Teil einer größeren Konstellation, die unter anderem der Ukraine, dem US-Militär und europäischen Regierungen Radarbilder liefert, bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit.

ICEYE-Mitgründer Rafal Modrzewski traf sich 2026 mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj, im Januar 2025 hatte das Unternehmen eine erweiterte Partnerschaft mit der ukrainischen Armee(öffnet im neuen Fenster) angekündigt.

Einschüchterung oder Angriffsvorbereitung

Gillinger schreibt, das Angleichen der Umlaufebene sei der erste und teuerste Schritt für sogenannte Rendezvous Proximity Operations – für gezielte Annäherungsmanöver. Russland hat solche Manöver bereits neben US-amerikanischen Keyhole-Spionagesatelliten gemacht.

Einen entscheidenden Nachteil hat Russlands Strategie: ICEYE betreibt Dutzende weiterer Satelliten. Der Ausfall eines einzigen hätte kaum Auswirkungen für den Betrieb.


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