ICE-Strecken und Autobahnen: Kein Mobilfunkbetreiber erfüllt die Auflagen

Wenn die Mobilfunkbetreiber nicht bis Jahresende ICE-Strecken und Autobahnen komplett mit LTE versorgen, drohen Strafen. Bayerns Wirtschaftsminister kuscht nicht wie andere vor den großen Konzernen.

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Telekom-Versorgung an der A8
Telekom-Versorgung an der A8 (Bild: Deutsche Telekom/ Screenshot: Golem.de)

Der bayerische Wirtschaftsstaatsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat die Mobilfunkbetreiber aufgefordert, bis Ende des Jahres die Lücken in der Versorgung an Autobahnen und ICE-Strecken "vollständig zu schließen". Die Netzbetreiber hatten sich mit dem Erwerb der Mobilfunkfrequenzen für LTE verpflichten müssen, dort bis Ende 2019 eine lückenlose Versorgung sicherzustellen, sonst drohen Sanktionen.

Die Telekom hatte zuletzt in einem Firmenvideo bei Youtube argumentiert, dass Mobilfunkstandorte entlang der Bahnstrecken häufig nicht genehmigt würden. Diese würden dann bei der Bundesnetzagentur" als nicht machbar" gemeldet. "Wir haben derzeit Probleme, die Standorte, die wir haben wollen, zu bekommen. Wir suchen auf der Strecke Hamburg - Berlin 34 Standorte", sagte Walter Goldenits, Technikchef der Telekom Deutschland.

Aiwanger stellte am Mittwoch die Messergebnisse an den bayerischen ICE-Strecken vor. "Kein Mobilfunkanbieter erfüllt bislang die Auflagen der Bundesnetzagentur vollständig", erklärte er. Die Messungen des vom bayerischen Wirtschaftsministerium beauftragten Unternehmens BBM ergaben, dass die Deutsche Telekom 90 Prozent der ICE-Strecken versorgt, Vodafone 84 Prozent und die Telefónica nur 74 Prozent.

Die LTE-Auflagen gelten in ganz Deutschland, doch nur in Bayern wurde genau nachgemessen. Aiwanger: "Unsere Messungen schaffen Klarheit und bestätigen die persönlichen Erfahrungen der Menschen. Die Versorgung entlang der ICE-Strecken ist ungenügend." Es bestehe auch erheblicher Verbesserungsbedarf beim Telefonempfang innerhalb der Züge.

Die Auflagen der Bundesnetzagentur beziehen sich auf den Empfang außerhalb des jeweiligen Fortbewegungsmittels. Aiwanger sagte: "Wir stellen gravierende Unterschiede zwischen den Innen- und Außenmesswerten fest. Die Mobilfunkversorgung kommt nur gedämpft bei den Handynutzern an. Wir haben durchgesetzt, dass in künftigen Ausschreibungen für Züge durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft Signal-Verstärker gefordert werden."

Die Deutsche Bahn solle die Netztechnik in den Zügen verbessern und ihre Infrastrukturen für eine bessere Leistung auch für Dritte nutzbar machen.

Auch bei den Autobahnmessungen wurde ein erheblicher Unterschied zwischen Outdoor- und Indoor-Empfang festgestellt. Hier wurden die Messergebnisse von 2G, 3G und 4G kumuliert, um das Nutzerempfinden im Fahrzeug zu ermitteln. Die Telekom erreichte zu 86 Prozent eine gute bis sehr gute Versorgung, die Telefónica 72 Prozent und Vodafone nur 68 Prozent. "Die Dämpfung durch die Karosserie ist offenbar erheblich. Hieran sollte seitens der Autoindustrie gemeinsam mit den Mobilfunkbetreibern gearbeitet werden", sagte der Minister.

Im September hatte Aiwanger Outdoor-LTE-Messungen des Beratungsunternehmens IK-T vorgelegt, die für die Telekom 98 Prozent, Vodafone 93 Prozent und Telefónica 71 Prozent ergaben. Aiwanger will der Bundesnetzagentur die Ergebnisse vorstellen und auch über Sanktionierungen sprechen.

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johnripper 17. Nov 2019

Sarkasmus versteht in öffentlichen Foren wirklich keiner mehr. Natürlich ist das mit dem...

senf.dazu 15. Nov 2019

Achne echt ? Der Punkt ist das Audi es anscheinend nicht weiß - und Kunden die nicht brav...

chefin 15. Nov 2019

jaja, alle drei Monopolisten bauen nicht. Sind alles Gauner und nur die Hobbygärtner...

Heldbock 14. Nov 2019

Respekt, dass es mal einen gibt, der nicht zurückschreckt vor den Konzernen. Dennoch...



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