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Daten sollen Open Source werden

Da ist zunächst die Miniaturisierung, die es erst möglich gemacht hat, komplexe Technik in einem kleinen Kästchen unterzubringen. Und es soll noch weiter gehen: "Es gibt den dringenden Wunsch aus der Wissenschaft der weiteren Reduzierung der Masse", sagt Naumann. Ein Gramm sollen die Sender in Zukunft nur noch wiegen, damit auch sehr kleine Vögel wie Schwalben oder sogar größere Insekten besendert werden können. "Die können wir mir heutigen Technologien eigentlich noch nicht realisieren. Da muss einfach noch ein bisschen Technologie Entwicklung passieren."

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Bisher war die Beobachtung auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt. Da die Datenempfangsantenne in rund 400 Kilometern Höhe rund um die Erde kreist, ermöglicht Icarus erstmals die globale Beobachtung von Tiere. Da viele Tiere besendert werden sollen und der Abtastbereich der Antenne relativ klein ist, muss das System in der Lage sein - und das ist die dritte Neuerung, viele Tiersender gleichzeitig zu erfassen.

Der Empfänger könne viele Datenpakete gleichzeitig empfangen, sagt Naumann. "Das heißt, zwei gleichzeitig gesendete Signale löschen sich nicht aus oder stören sich nicht. Wir können aufgrund der Rechenleistung, die wir auf der Raumstation haben, knapp 100 Signale gleichzeitig detektieren." Sendeten mehrere Tiersender gleichzeitig, dann erfasse das System die 100 stärksten Signale. "Es ist nicht so, dass sich das dann irgendwann komplett stört. Wir können immer die 100 stärksten empfangen."

  • Übersicht über das Projekt Icarus (Bild: Max-Planck-Institut für Ornithologie)
  • Mit solchen Sendern... (Bild: Max-Planck-Institut für Ornithologie/MaxCine)
  • ...werden kleinere Vögel ausgestattet. (Bild: Bourry/DLR)
  • Ein Storch bekommt einen größeren Sender. (Bild: Max-Planck-Institut für Ornithologie/MaxCine)
  • Die Icarus-Antenne, die an der ISS angebracht ist (Bild: Max-Planck-Institut für Ornithologie/MaxCine)
  • Die Kosmonauten Sergei Prokopjew (im Bild) und Oleg Artemjew haben sie im August 2018 an der ISS angebracht. (Bild: Nasa/Johnson)
Die Icarus-Antenne, die an der ISS angebracht ist (Bild: Max-Planck-Institut für Ornithologie/MaxCine)

Die Daten werden auf der Erde in einer zentralen Datenbank, der Movebank, gespeichert. "Alle wissenschaftlichen Institutionen, die sich Icarus anschließen und mit Icarus arbeiten, sind angehalten, ihre Daten in unserem Datenarchiv Movebank zu archivieren", erzählt Projektkoordinatorin Müller. Drei Jahre lang seien sie gesperrt, damit die Forscher Zeit hätten, sie auszuwerten und ihre Ergebnisse publizieren zu können. Danach werden Daten frei verfügbar, allerdings mit Ausnahmen: "Wir werden keine GPS-Daten veröffentlichen, wo sich gefährdete Tierarten befinden." Ein Komitee werde jeweils entscheiden, welche Daten offen sein können und welche nicht.

Die Idee zu Icarus hatte Anfang des Jahrtausends Martin Wikelski. Der heutige Direktor des MPI in Radolfzell lehrte damals in den USA und suchte nach Möglichkeiten, kleine Tiere durchgehend zu beobachten. In Gesprächen mit Forschern anderer Disziplinen entstand das Konzept mit der Antenne im All und den kleinen Sendern.

Wikelski stellte es der US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa), die es aber ablehnte. Anders dagegen das Pendant diesseits des Atlantiks: Die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) war begeistert und half Wikelski bei der Umsetzung. 2012 wurde Icarus mit großer Unterstützung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Roskosmos, dem russischen Zentrum für Raumfahrt, als deutsch-russisches Gemeinschaftsprojekt gegründet.

Zwei Kosmonauten installierten die Antenne

Inzwischen sind alle Vorbereitungen getroffen: Der Onboard-Computer ist seit Oktober vergangenen Jahres auf der ISS, die Antenne flog im Februar mit einem russischen Progress-­Frachter auf die Station. Am 15. August installierten die Kosmonauten Sergei Prokopjew und Oleg Artemjew die Icarus-Antenne in einem sechsstündigen Außenbordeinsatz am russischen Swesda-Modul. Unterstützt wurden sie dabei von Alexander Gerst.

Doch noch verzögert sich der Start des Testprogramms, in dem überprüft wird, ob alles planmäßig funktioniert. Das soll in den kommenden drei bis vier Monaten absolviert werden. Im Frühjahr 2019 soll Icarus einsatzbereit sein. "Dann", sagt Naumann, "kann die Wissenschaft richtig loslegen."

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 Tiere weisen auf Katastrophen hin
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LinuxMcBook 18. Nov 2018

Solange der Pilot solche Systeme jedoch manuell ausschalten kann, kann es trotzdem noch...

der-don 16. Nov 2018

Ein sehr spannendes Projekt auf allen Ebenen finde ich, sowohl technisch (kleine Sender...

ZuWortMelder 16. Nov 2018

Zwei Gedanken, die mir sofort durch den Kopf peitschen. "Die Position gefährdeter...

ElMario 16. Nov 2018

denn erst wenn wir alles wissen, wird alles gut ! Freie Sender für alle Tiere !!!11


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