• IT-Karriere:
  • Services:

Der große Ausverkauf

Nach langem Schweigen über die Verkaufssumme für PIR hat vor wenigen Tagen Andrew Sullivan öffentlich angegeben, dass diese 1,135 Milliarden US-Dollar beträgt. Das für den Kauf notwendige Kapital stammt offenbar von US-Milliardären, die der Republikanischen Partei nahestehen. Das schreibt der Gründer der .eco-Domain Jacob Malthouse unter Berufung auf eine E-Mail von Sullivan.

Stellenmarkt
  1. WEINMANN Emergency Medical Technology GmbH & Co. KG, Hamburg
  2. Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz

Diese Summe mag auf den ersten Blick groß erscheinen, ist aber eigentlich lächerlich klein und sicherlich deutlich unter Wert. So gibt es derzeit mehr als 10 Millionen .org-Domains. Mit den nun möglichen Preissteigerungen und eventuell neuen Registrierungen könnte die .org-Registry wohl nach einigen Jahren 200 Millionen US-Dollar im Jahr einnehmen. Ebenso könnten die neuen Eigner die Registry einfach zu einem höheren Preis weiterverkaufen, etwa an Donuts. Und davon bekommt die ISOC nichts ab.

Wie Sullivan berichtet, sollen die Einnahmen aus dem Verkauf angelegt werden, um aus dem Gewinn die ISOC zu finanzieren. Allerdings erwartet Sullivan nicht, dass dabei mehr Geld an die ISOC fließt als bisher. Der Verkauf ist aus dieser Perspektive also eigentlich völlig überflüssig, da der Schritt offensichtlich keine direkten Vorteile bietet und möglicherweise sogar ein Verzicht auf Einnahmen bedeutet.

Viele Ungereimtheiten

Darüber hinaus beteuert die ISOC-Führung nach wie vor, von dem Übernahmeangebot durch Ethos Capital überrascht worden zu sein - und hat ihm dennoch nach nur etwas mehr als einem Monat zugestimmt. Angesichts der engen Verbindungen der Beteiligten und der schon länger zurückliegenden Gründung von Ethos ist das wenig glaubwürdig. Außerdem gibt es Anzeichen dafür, dass PIR für einen Verkauf vorbereitet worden ist, indem dessen verfügbares Vermögen an die ISOC übertragen und der größten Kostentreiber - der Vertrag mit dem Technikdienstleister Afilias - deutlich verringert wurde.

Die Umstände rund um die Verhandlungen sind zudem nach wie vor geheim. Selbst Mitarbeiter wurden wohl nicht darüber informiert. Sullivan behauptet, die Geheimhaltung sei nötig gewesen, um den Verkauf nicht zu gefährden. Nun besteht aber ganz klar ein großes öffentliches Interesse an der .org-Domain, was den Beteiligten spätestens seit den Diskussionen um den neuen Vertrag hätte klar sein müssen. Es drängt sich geradezu der Verdacht auf, dass hier etwas verschwiegen werden soll - aus Angst davor, dass zu großer öffentlicher Druck den Verkauf hätten verhindern können.

Sullivan ignoriert darüber hinaus die bisherige Kampagne zum Stopp des Verkaufs und die mehrheitlich negative Kritik daran. Bei mehr als 10 Millionen registrierten Domains hält der ISOC-Präsident die mehr als 15.000 Personen und Organisationen, die eine entsprechende Petition gegen den Verkauf unterschrieben haben, schlicht nicht für eine relevante Masse. Im Namen der ISOC begeht Sullivan damit den gleichen Fehler wie bereits zuvor schon die Icann und ignoriert wichtige Teile der Internet-Community.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Persönliche Verwicklungen
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Anzeige
Hardware-Angebote

WilliTheSmith 11. Dez 2019

Tolle Alternative. Eine TLD, die sich über den Großteil der Nameserver nicht auflösen...

masterx244 10. Dez 2019

DOmains sind noch hinterm Klammeraffen relevant. Wer seine Domain für Mailverkehr...

HeroFeat 10. Dez 2019

Die Kosten für das Gerichtsverfahren und die Gebühren für die Registrierung selbst...

AynRandHatteRecht 09. Dez 2019

Gut, ich kann da auch ein persönliches Beispiel bringen, was mir 100.000 US$ gebracht...

demon driver 09. Dez 2019

Aber es ist halt auch nur ein weiterer, kleiner Schritt in einem kontinuierlich...


Folgen Sie uns
       


Android Smartphone als Webcam nutzen - Tutorial

Wir erklären in einem kurzen Video, wie sich das Smartphone für Videokonferenzen unter Windows nutzen lässt.

Android Smartphone als Webcam nutzen - Tutorial Video aufrufen
SSD vs. HDD: Die Zeit der Festplatte im Netzwerkspeicher läuft ab
SSD vs. HDD
Die Zeit der Festplatte im Netzwerkspeicher läuft ab

SSDs in NAS-Systemen sind lautlos, energieeffizient und schneller: Golem.de untersucht, ob es eine neue Referenz für Netzwerkspeicher gibt.
Ein Praxistest von Oliver Nickel

  1. Firecuda 120 Seagate bringt 4-TByte-SSD für Spieler

Ausprobiert: Meine erste Strafgebühr bei Free Now
Ausprobiert
Meine erste Strafgebühr bei Free Now

Storniert habe ich bei Free Now noch nie. Doch diesmal wurde meine Geduld hart auf die Probe gestellt.
Ein Praxistest von Achim Sawall

  1. Gesetzentwurf Weitergabepflicht für Mobilitätsdaten geplant
  2. Personenbeförderung Taxibranche und Uber kritisieren Reformpläne

Pinephone im Test: Das etwas pineliche Linux-Phone für Bastler
Pinephone im Test
Das etwas pineliche Linux-Phone für Bastler

Mit dem Pinephone gibt es endlich wieder ein richtiges Linux-Telefon, samt freier Treiber und ohne Android. Das Projekt scheitert aber leider noch an der Realität.
Ein Test von Sebastian Grüner

  1. Linux Mehr Multi-Touch-Support in Elementary OS 6
  2. Kernel Die Neuerungen im kommenden Linux 5.9
  3. VA-API Firefox bringt Linux-Hardwarebeschleunigung auch für X11

    •  /