Icann: Top-Level-Domains als Riesengeschäft
Hunderte neuer Internetendungen werden in diesem Jahr freigeschaltet. Das soll für mehr Vielfalt und Wettbewerb im Netz sorgen, in dem freie Domains mit den Jahren immer knapper wurden. Doch wie so vieles im Internet werden sie höchst ungleich verteilt sein.
Insgesamt etwa 1.930 Bewerbungen um neue Internetendungen sind im Jahr 2012 bei der globalen Internetbehörde Icann eingegangen; in diesem Jahr werden sie vergeben. In 675 Fällen geht es um Markenendungen wie .audi oder .lidl, auf die Markeninhaber exklusiv Zugriff haben. Es bleiben 1.255 Bewerbungen um öffentlich zugängliche Top-Level-Domains (TLDs). Mehr als die Hälfte stammen von sechs Massenbewerbern. Die klassischen im Netz dominanten Konzerne Google und Amazon zählen dazu, die neuen Internetendungen bringen aber auch neue Mächtige hervor. Ein Überblick.
Ein Massenbewerber par excellence: Donuts
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Das US-Startup Donuts hat 307 Bewerbungen um neue Endungen eingereicht, von denen allerdings 13 im Rahmen einer strategischen Partnerschaft an den kleineren Bewerber Rightside abgetreten wurden. Eine inhaltliche Systematik sucht man vergebens. Donuts beantragt Endungen in allen möglichen Branchen und allen möglichen Sprachen. Für jede Bewerbung wurde eine eigene Firma mit klingendem Namen wie Outer Moon, LLC oder New Cypress, LLC gegründet.
Die TLDs werden zentralisiert betrieben, für die einzelnen Endungen gibt es noch nicht einmal eigenständige Vermarktungswebseiten. Im deutschen Sprachraum wird Donuts die beiden deutschsprachigen Endungen .schule (startet am 20. August 2014) und .reisen (23. Juli 2014 ) betreiben. Um die Endung .gmbh streitet sich Donuts mit vier anderen Unternehmen, darunter zwei kleine deutsche Bewerber sowie Google.
Google will .app, .blog und .search nun doch öffnen
Google ist natürlich auch mit von der Partie. Über die Firmentochter Charleston Road Registry hat sich der Suchkonzern um 101 Endungen beworben. Auch 13 Markenendungen wie .youtube und .android sind dabei. Ursprünglich wollte Google einige Endungen wie .app, .blog und .search als sogenannte Closed Generics exklusiv vermarkten und für seine Nutzer reservieren. Im Rahmen einer öffentlichen Kommentierphase zum Thema Closed Generics kündigte Google aber an, alle TLDs mit allgemeinen Begriffen auch für Externe zu öffnen.
Im deutschen Sprachraum interessiert sich Google nur für die Endung .gmbh. Zündstoff barg die Frage, ob Google die eigenen TLD-Angebote im Suchalgorithmus bevorzugt. In dem Fall würden die Google-Endungen für Nutzer attraktiver werden und die anderen TLDs wären strukturell benachteiligt. Die Diskussion über die Machtballung von Google im Internet würde dann neue Relevanz bekommen.
Amazon will besonders viele allgemeine Endungen als Closed Generics
Auch Amazon ist bei den neuen Endungen prominent dabei. Über die in Luxemburg angesiedelte Tochter Amazon EU S.à r.l. bewirbt sich der Konzern um 76 Endungen, darunter neun Marken-TLDs wie .kindle. Amazon will besonders viele allgemeine Endungen als Closed Generics betreiben und hat sich damit bei weiten Teilen der Domain-Community noch unbeliebter als Google gemacht. Unter anderem sollen .book, .read und .music als geschlossene Endungen betrieben werden.
Anders als Google will Amazon von dem Plan bisher nicht abrücken. Bei der Bewerbung um .amazon als Markenendung musste die Firma eine Niederlage einstecken. Südamerikanische Staaten hatten protestiert, da das Wort auch für den Fluss Amazonas steht, der den Kontinent durchquert. Im Mai 2014 entschied die Icann überraschend und ohne weitere Begründung, dass die Bewerbung um .amazon vorerst nicht weiterverfolgt wird.
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Naja, ich persönlich finde Endungen wie .xxx schon sinnvoll. Da weiß man eindeutig was...
Wieder einmal für die Großen. Amazon voran.
psssssst ... ja hier ... komm näher ... schon gewust? nein? ich verate es dir ... hör gut...
Erinnert mich irgendwie an ein schon etwas älteres Video :) http://www.youtube.com/watch...