Abo
  • IT-Karriere:

Icann: Top-Level-Domains als Riesengeschäft

Hunderte neuer Internetendungen werden in diesem Jahr freigeschaltet. Das soll für mehr Vielfalt und Wettbewerb im Netz sorgen, in dem freie Domains mit den Jahren immer knapper wurden. Doch wie so vieles im Internet werden sie höchst ungleich verteilt sein.

Artikel veröffentlicht am , Stefan Mey
Umkämpft: die neuen Top-Level-Domains
Umkämpft: die neuen Top-Level-Domains (Bild: AFP/Getty Images)

Insgesamt etwa 1.930 Bewerbungen um neue Internetendungen sind im Jahr 2012 bei der globalen Internetbehörde Icann eingegangen; in diesem Jahr werden sie vergeben. In 675 Fällen geht es um Markenendungen wie .audi oder .lidl, auf die Markeninhaber exklusiv Zugriff haben. Es bleiben 1.255 Bewerbungen um öffentlich zugängliche Top-Level-Domains (TLDs). Mehr als die Hälfte stammen von sechs Massenbewerbern. Die klassischen im Netz dominanten Konzerne Google und Amazon zählen dazu, die neuen Internetendungen bringen aber auch neue Mächtige hervor. Ein Überblick.

Ein Massenbewerber par excellence: Donuts

Inhalt:
  1. Icann: Top-Level-Domains als Riesengeschäft
  2. Drei Investoren und Domainhändler im Süden

Das US-Startup Donuts hat 307 Bewerbungen um neue Endungen eingereicht, von denen allerdings 13 im Rahmen einer strategischen Partnerschaft an den kleineren Bewerber Rightside abgetreten wurden. Eine inhaltliche Systematik sucht man vergebens. Donuts beantragt Endungen in allen möglichen Branchen und allen möglichen Sprachen. Für jede Bewerbung wurde eine eigene Firma mit klingendem Namen wie Outer Moon, LLC oder New Cypress, LLC gegründet.

Die TLDs werden zentralisiert betrieben, für die einzelnen Endungen gibt es noch nicht einmal eigenständige Vermarktungswebseiten. Im deutschen Sprachraum wird Donuts die beiden deutschsprachigen Endungen .schule (startet am 20. August 2014) und .reisen (23. Juli 2014 ) betreiben. Um die Endung .gmbh streitet sich Donuts mit vier anderen Unternehmen, darunter zwei kleine deutsche Bewerber sowie Google.

Google will .app, .blog und .search nun doch öffnen

Google ist natürlich auch mit von der Partie. Über die Firmentochter Charleston Road Registry hat sich der Suchkonzern um 101 Endungen beworben. Auch 13 Markenendungen wie .youtube und .android sind dabei. Ursprünglich wollte Google einige Endungen wie .app, .blog und .search als sogenannte Closed Generics exklusiv vermarkten und für seine Nutzer reservieren. Im Rahmen einer öffentlichen Kommentierphase zum Thema Closed Generics kündigte Google aber an, alle TLDs mit allgemeinen Begriffen auch für Externe zu öffnen.

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Stuttgart
  2. SICK AG, Waldkirch bei Freiburg im Breisgau

Im deutschen Sprachraum interessiert sich Google nur für die Endung .gmbh. Zündstoff barg die Frage, ob Google die eigenen TLD-Angebote im Suchalgorithmus bevorzugt. In dem Fall würden die Google-Endungen für Nutzer attraktiver werden und die anderen TLDs wären strukturell benachteiligt. Die Diskussion über die Machtballung von Google im Internet würde dann neue Relevanz bekommen.

Amazon will besonders viele allgemeine Endungen als Closed Generics

Auch Amazon ist bei den neuen Endungen prominent dabei. Über die in Luxemburg angesiedelte Tochter Amazon EU S.à r.l. bewirbt sich der Konzern um 76 Endungen, darunter neun Marken-TLDs wie .kindle. Amazon will besonders viele allgemeine Endungen als Closed Generics betreiben und hat sich damit bei weiten Teilen der Domain-Community noch unbeliebter als Google gemacht. Unter anderem sollen .book, .read und .music als geschlossene Endungen betrieben werden.

Anders als Google will Amazon von dem Plan bisher nicht abrücken. Bei der Bewerbung um .amazon als Markenendung musste die Firma eine Niederlage einstecken. Südamerikanische Staaten hatten protestiert, da das Wort auch für den Fluss Amazonas steht, der den Kontinent durchquert. Im Mai 2014 entschied die Icann überraschend und ohne weitere Begründung, dass die Bewerbung um .amazon vorerst nicht weiterverfolgt wird.

Drei Investoren und Domainhändler im Süden 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 72,99€ (Release am 19. September)
  2. (u. a. Grafikkarten, Monitore, Mainboards)

IrgendeinNutzer 22. Jul 2014

Naja, ich persönlich finde Endungen wie .xxx schon sinnvoll. Da weiß man eindeutig was...

connylama 22. Jul 2014

Wieder einmal für die Großen. Amazon voran.

Moe479 22. Jul 2014

psssssst ... ja hier ... komm näher ... schon gewust? nein? ich verate es dir ... hör gut...

ppcbenni 21. Jul 2014

Erinnert mich irgendwie an ein schon etwas älteres Video :) http://www.youtube.com/watch...

ChMu 21. Jul 2014

Sauber recherchiert. Alles selber gemacht? Hut ab.


Folgen Sie uns
       


Android & Fido2: Der Traum vom passwortlosen Anmelden
Android & Fido2
Der Traum vom passwortlosen Anmelden

Windows Hello, Android und kleine bunte USB-Sticks sollen mit Webauthn das Passwort überflüssig machen. Wir haben die passwortlose Welt mit unserem Android Smartphone erkundet und festgestellt: Sie klingt zu schön, um wahr zu sein.
Von Moritz Tremmel

  1. Sicherheitslücken in Titan Google tauscht hauseigenen Fido-Stick aus
  2. Stiftung Warentest Zweiter Faktor bei immer mehr Internetdiensten verfügbar
  3. Zwei-Faktor-Authentifizierung Die Lücke im Twitter-Support

Bundestagsanhörung: Beim NetzDG drohen erste Bußgelder
Bundestagsanhörung
Beim NetzDG drohen erste Bußgelder

Aufgrund des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes laufen mittlerweile über 70 Verfahren gegen Betreiber sozialer Netzwerke. Das erklärte der zuständige Behördenchef bei einer Anhörung im Bundestag. Die Regeln gegen Hass und Hetze auf Facebook & Co. entzweien nach wie vor die Expertenwelt.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. NetzDG Grüne halten Löschberichte für "trügerisch unspektakulär"
  2. NetzDG Justizministerium sieht Gesetz gegen Hass im Netz als Erfolg
  3. Virtuelles Hausrecht Facebook muss beim Löschen Meinungsfreiheit beachten

LTE-V2X vs. WLAN 802.11p: Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?
LTE-V2X vs. WLAN 802.11p
Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?

Trotz langjähriger Verhandlungen haben die EU-Mitgliedstaaten die Pläne für ein vernetztes Fahren auf EU-Ebene vorläufig gestoppt. Golem.de hat nachgefragt, ob LTE-V2X bei direkter Kommunikation wirklich besser und billiger als WLAN sei.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Vernetztes Fahren Lobbyschlacht um WLAN und 5G in Europa
  2. Gefahrenwarnungen EU setzt bei vernetztem Fahren weiter auf WLAN

    •  /