Drei Investoren und Domainhändler im Süden

Etwa 68 komplett eigene Bewerbungen hat der Finanzinvestor Top Level Domain Holdings (TLDH), auch bekannt als Minds+Machines, eingereicht. Dazu kommen noch 24 Bewerbungen im Rahmen von Partnerschaften. Der offizielle Sitz der Firma sind die Britischen Jungferninseln. Das idyllische, britische Überseegebiet in der Karibik ist die Heimat vieler Briefkastenfirmen. Zu den komplett eigenen Bewerbungen zählen unter anderem .baby, .design und .video. Im deutschen Sprachraum ist die TLDH über eine Partnerschaft an den Bewerbungen um .bayern (startet am 30. September 2014) und .nrw (voraussichtlich November 2014) beteiligt.

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Die TLDH betreibt die beiden Endungen auf der Grundlage von Verträgen mit den jeweiligen Bundesländern. Hinter .bayern steht die Münchner Firma Bayern Connect GmbH, hinter .nrw die Minds+Machines GmbH, an beiden Firmen hält die TLDH jeweils 80 Prozent der Anteile. Die TLDH interessierte sich ursprünglich auch für die Hauptstadtendung .berlin. Ein deutscher Bewerber bekam aber stattdessen ein Unterstützerschreiben der Stadt Berlin, und die TLDH reichte die Bewerbung doch nicht ein.

Der Finanzfonds Domain Venture Partners wurde extra gegründet, um beim neuen TLD-Geschäft mitzumischen. Über die Tochterfirma Famous four Media bewirbt sich der Investor um 60 TLDs, unter anderem .love, .party und .sale. Um .wine tobt zurzeit ein Kulturkampf. Vor allem die französische Regierung will verhindern, dass die Endung an einen Massenbewerber geht, der keinerlei Zugangsbeschränkungen vorsieht. Sie befürchtet, dass Wein als wichtiges französisches Exportgut durch eine Verwässerung des Begriffs Schaden nehmen könnte. Die Firma sitzt in Gibraltar, einem winzigen britischen Überseegebiet im Süden von Spanien. Den Investoren verspricht Domain Venture Partners selbstbewusst eine kurze Zeitspanne zwischen Investment und Gewinnausschüttung.

Auch Uniregistry sitzt in einem Überseegebiet: der karibischen Inselgruppe Cayman Islands, die Kritiker als Steueroase bezeichnen. Frank Schilling, der Gründer von Uniregistry, stammt ursprünglich aus Deutschland, seine Familie zog aber nach Kanada, als er zwei Jahre alt war. Schilling hat sich vorher mit dem Handel mit Domains im großen Stil einen Namen gemacht. In die 54 Bewerbungen hat Schilling nach eigenen Angaben 60 Millionen US-Dollar investiert. Uniregistry interessiert sich unter anderem für die TLDs .art, .auto und .shopping, um die es sich noch mit Donuts streiten muss.

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Diese neuen und alten mächtigen Konzerne bestimmen die Regeln für die neuen Endungen. Sie bewerben sich vor allem um Branchenendungen, die kommerziell besonders interessant erscheinen. Oft gibt es bei diesen profitversprechenden TLDs mehrere Bewerber. In solchen Fällen wird die Endung versteigert. Dann entscheidet der Meistbietende. Bei Donuts, Google, Amazon, TLDH, Domain Venture Partners und Uniregistry ist eines klar: Am nötigen Kleingeld wird es ihnen nicht mangeln.

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 Icann: Top-Level-Domains als Riesengeschäft
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IrgendeinNutzer 22. Jul 2014

Naja, ich persönlich finde Endungen wie .xxx schon sinnvoll. Da weiß man eindeutig was...

connylama 22. Jul 2014

Wieder einmal für die Großen. Amazon voran.

Moe479 22. Jul 2014

psssssst ... ja hier ... komm näher ... schon gewust? nein? ich verate es dir ... hör gut...

ppcbenni 21. Jul 2014

Erinnert mich irgendwie an ein schon etwas älteres Video :) http://www.youtube.com/watch...



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