Icann: Namecheap startet Beschwerde wegen .org-Preisen

Der weltweit zweitgrößte Registrar, Namecheap, hat offiziell Beschwerde gegen den neuen .org-Vertrag der Icann eingelegt. Die Icann verhöhne ihren eigenen Kommentarprozess.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Icann verwaltet als Dachorganisation die Vergabe von Domainnamen weltweit.
Die Icann verwaltet als Dachorganisation die Vergabe von Domainnamen weltweit. (Bild: Pixabay)

Trotz massiver Proteste vieler Personen und Organisationen hat die für die Verwaltung von Domainnamen zuständige Organisation Icann die Preisschranken für die TLD .org in einem neuen Vertrag aufgehoben. Der nach der Anzahl verwalteter Domains weltweit zweitgrößte Registrar Namecheap hat dagegen eine offizielle Beschwerde eingelegt, wie das Unternehmen in seinem Blog mitteilt.

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Die Icann hatte turnusgemäß einen neuen Vertrag mit dem Betreiber der Top-Level-Domain .org verhandelt und letztlich auch die bisher gültigen Preisschranken für die .org-Domains aufgehoben. Die neuen Verträge der Icann müssen den eigenen Regeln der Organisation zufolge vor Abschluss öffentlich kommentiert werden können. Namecheap hatte bereits während dieses Kommentarprozesses dazu aufgerufen, sich gegen das geplante Ende der Preisschranken zu engagieren.

Namecheap befürchtet zu hohe Kosten

Die neuen Vertragsbedingungen sollen laut Icann eine Anpassung an andere Verträge bringen, die bereits für die sogenannten gTLDs gelten. Dort gibt es keinerlei Beschränkung für die Preise. Namecheap befürchtet durch die neuen Verträge "große und unvorhersehbare Preiserhöhungen, die den Internetnutzern schaden und Innovationen ersticken".

Wie aus der offiziellen Beschwerde (PDF) hervorgeht, sieht Namecheap durch die neuen Verträge auch sein Geschäftsmodell gefährdet. Immerhin könnten die erhöhten Preise dazu führen, dass Kunden ihre Domains nicht erneuern oder auch keine neuen Domains mehr registrieren, sondern stattdessen einfach auf andere Angebote ausweichen und etwa nur noch Social-Media-Angebote verwenden statt eigener Domains.

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Namecheap befürchtet außerdem, dass der neue .org-Vertrag eine Art Präzedenzfall für den Vertrag der .com-TLD mit Verisign werden könnte. Dieser wird 2024 neu verhandelt und sieht bisher ebenfalls Schranken für mögliche Preissteigerungen vor. Aufgrund der deutlich kommerzielleren Ausrichtung der .com-TLD sind laut Namecheap Preissteigerungen hier sehr wahrscheinlich.

Die formale Beschwerde von Namecheap richtet sich gegen die Icann selbst. Diese habe gegen die selbst auferlegten Regeln der Commitments and Core Values verstoßen. Die Icann habe außerdem die "überwiegende Mehrheit der öffentlichen Kommentare ignoriert, die sich für eine Beibehaltung der Preisschranken" ausgesprochen habe. Die Organisation "verhöhnt" nach Auffassung von Namecheap damit auch den Prozess der öffentlichen Kommentare. Die Icann hat 90 Tage Zeit, auf die Beschwerde zu reagieren.

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MrTridac 31. Jul 2019

Unsachliche Totschlag-Argumente kann auch jeder. On Topic: Man muss unterscheiden...

Lorphos 31. Jul 2019

Das zeigt auch die Vergabe der gTLDs. Allgemeine Begriffe gehören jetzt Firmen zur...



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