Icann: Amazon darf .amazon-Domain nutzen
Wem gehört .amazon? Nachdem zahlreiche Amazonas-Staaten und der gleichnamige Onlinehändler jahrelang über die Nutzungsrechte der Top-Level-Domain gestritten haben, gibt es jetzt eine Entscheidung - gefallen dürfte sie den südamerikanischen Staaten nicht.
Nach einem jahrelangen und ergebnislosen Streit zwischen dem Onlinehändler Amazon und mehreren Amazons-Anrainerstaaten bezüglich der Top-Level-Domain (TLD) .amazon hat die Vergabeorganisation Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) nun entschieden: Künftig hat Amazon das Recht, die Domain für eigene Zwecke zu verwenden.
Wie Futurezone.at schreibt, hat die Icann ihre Entscheidung auch vor dem Hintergrund getroffen, dass sich die beteiligten Parteien seit knapp sieben Jahren nicht einigen können. Dem Recht Amazons, die Domain .amazon zu verwenden, liegt unter anderem die Zusage des Onlinehändlers zugrunde, die Adresse nicht zu verwenden, wenn es einen klaren Zusammenhang zum geografischen und kulturellen Gebiet gibt.
Zudem sollen die in dem Streit unterlegenen acht Staaten, darunter Brasilien und Peru, mehrere vom Wort Amazon abgeleitete Begriffe zu nicht kommerziellen Zwecken als TLDs verwenden dürfen. Bereits früher hatte Amazon angeboten, Bewerbungen für die TLDs .amazonas, .amazonia und .amazonica zu unterstützen.
Amazonas-Anrainer mit Entscheidung nicht glücklich
Den Amazonas-Anrainerstaaten genügt dies offenbar nicht. "Wegen seiner untrennbaren semantischen Beziehung zum Amazonas-Regenwald sollte diese Domain in keinster Weise das Monopol eines Unternehmens sein", teilte das brasilianische Außenministerium mit. Die Icann habe das öffentliche Interesse nicht berücksichtigt und die Notwendigkeit ignoriert, das kulturelle Erbe der Amazonasregion zu schützen.
Bereits Ende Oktober 2017 sagte die peruanische Vertreterin bei Icann, Maria Milagros Castanon Seonane, bezüglich Amazons Bestrebungen: "Unternehmen wie Ihres machen, was sie wollen. Unternehmen wie Ihres wollen Regierungen und die Bevölkerung, die sie vertreten, einfach nicht respektieren". Am 21. Mai 2019 hat eine 90-tägige Frist begonnen, in der Kommentare zur Icann-Entscheidung mitgeteilt werden können.
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