IBM: Von der Lochkarte zum Quantencomputer

Weiße Hemden, aber nicht immer eine weiße Weste - wir blicken zurück auf 110 Jahre IBM-Firmengeschichte.

Artikel von Martin Wolf veröffentlicht am
Das Thinkpad hat den Firmenslogan im Namen.
Das Thinkpad hat den Firmenslogan im Namen. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

IBM hat wie kein anderer Konzern die Informationstechnologie der letzten 100 Jahre geprägt. Aus analogen Maschinen mit Lochkarten wurden Röhrenrechner, wurden Mainframes, wurden Personalcomputer, werden Quantencomputer. Nicht immer stand IBM dabei an der Spitze der Entwicklung, mehr als einmal war das Unternehmen von Zerschlagung, Übernahme oder gar Auflösung bedroht.

Seine schiere Größe, sein Fokus auf Geschäftskunden und seine Innovationsfähigkeit ließen Big Blue aber alle Krisen bestehen. So hält IBM mehr Patente als seine US-Konkurrenten und investiert hohe Summen in Grundlagenforschung und Entwicklung.

IBMs Wurzeln sind Waagen, Stechuhren und Lochkarten. Der Name des 1911 gegründeten Unternehmens war folgerichtig: Computing-Tabulating-Recording Company. Die Lochkarten hatten ihre Vorteile schon bei der Volkszählung in den USA 1890 unter Beweis gestellt. Stechuhren und Rechenwaagen wurden im Zuge der Industrialisierung unverzichtbar. Der Slogan der Firma: "Think".

Im Gegenzug zu nach und nach eingeführten sozialen Neuerungen wie der Anstellung von Frauen, Menschen mit Behinderung und der Aufgabe der Rassentrennung verlangte der Konzern vor allem eines von seinen Mitarbeitern: Loyalität. Ein Dresscode, striktes Alkoholverbot auch in der Freizeit und eine Firmenhymne samt eigenem Liederbuch sollten die Bindung an das Unternehmen stärken. Ebenfalls als hilfreich erwiesen sich Prämien für Verbesserungen und Erfindungen sowie Boni für erfolgreiche Verkäufer.

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1924 änderte das inzwischen weltweit operierende Unternehmen seinen sperrigen Namen in International Business Machines.

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Der Weltwirtschaftskrise begegnete IBM antizyklisch. Statt Arbeitsplätze abzubauen, stellte das Unternehmen mehr Ingenieure und Verkäufer ein und erweiterte die sozialen Leistungen um Kriegsversehrtenboni und bezahlten Urlaub. IBMs Wette auf die Zukunft ging auf. Als die US-Regierung 1935 eine Sozialversicherung einführte, war das Unternehmen als einziges in der Lage, Maschinen und Infrastruktur für die Datenhaltung von 26 Millionen Menschen zu bieten.

Diese Zuverlässigkeit zog weitere Aufträge aus der öffentlichen Hand nach sich. Nicht nur in den USA.

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Das dunkle Kapitel und die Nachkriegszeit 
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derdiedas 04. Mär 2021

Und jemand der an einem Mainframe arbeitet nennt man Hosti - heute auch ergrauter Hosti ;-)

schily 04. Mär 2021

Aha und was hat IBM 1911 hergestellt?

derdiedas 03. Mär 2021

Das verstehe ich, ich versuche meinen Kindern die Geschichte der IT zu vermitteln. Und...

mwo (Golem.de) 03. Mär 2021

Danke für das Kompliment!



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