T-Shirts und Personalcomputer

Die 1980er begannen bei IBM mit weitreichenden Veränderungen. Der Dresscode wurde abgeschafft und erstmals visierten die Geschäftsprofis bei IBM den Endkunden an. Den Trend zum Personal- oder Mikrocomputer hatte man zunächst ignoriert, aber die sinkenden Marktanteile zwangen den riesigen Konzern zum Umsteuern. Das sollte sich als komplizierter erweisen als angenommen.

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Die üblichen Entwicklungsprozesse bei IBM waren viel zu träge, um innerhalb kurzer Zeit eine komplette Architektur zur Marktreife zu bringen. Ein ehemaliger IBM-Programmierer beschrieb es so: "Irgendwann schaute sich mal jemand den Prozess an - um mal zu gucken, wie es denn aussieht und wie der Mehraufwand wäre. Sie fanden dann heraus, dass es allein neun Monate dauern würde, um einen leeren Karton auszuliefern."

Um der Konzernbürokratie zu entrinnen, stellte ein Manager ein schlagkräftiges Team von 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen, das weit weg von der Zentrale in Florida in einer Art Startup-Inkubator arbeiten sollte. Der Plan ging auf. Bereits nach knapp einem Jahr gab es einen funktionierenden Prototyp.

Das 5150 genannte Modell kam im August 1981 auf den Markt. Weil die Entwickler keine Zeit hatten, eigene Komponenten zur Serienreife zu bringen, bestand der Computer hauptsächlich aus bereits frei verkäuflichen Komponenten. Dazu zählte die CPU, ein Intel 8088 Prozessor, der Speichercontroller und der RAM selbst.

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Diese erstmalige Hinwendung zu einer offenen Architektur erwies sich als zwiespältig. Sie ließ sich zwar nicht patentieren, aber sie ermöglichte es anderen Herstellern, den Standard zu adaptieren und zu erweitern. So überlebte der IBM-kompatible PC als einziger der damaligen Rechnertypen bis in die heutige Zeit. Commodore, Atari, Amstrad, Sinclair und unzählige andere Hersteller konnten wegen ihrer proprietären und wenig flexiblen Architekturen auf Dauer ihre Marktanteile nicht halten.

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In den 1980ern musste sich das Unternehmen aber auch erneut Vorwürfen stellen, Technologie zur Klassifizierung von Menschengruppen zu verkaufen - IBM belieferte das südafrikanische Apartheidsregime mit Computern. Eine Klage südafrikanischer Opferverbände gegen den Konzern wurde 2015 in den USA jedoch abgewiesen.

IBMs Abkehr von einer kompletten Integration der Herstellungsprozesse und die Öffnung für Dritthersteller wie Microsoft und Intel verhinderten einen Kartellprozess gegen den Konzern und ermöglichten Innovation - die sich später als gewinnbringend für IBM herausstellen sollte. Zunächst endete das Jahrzehnt aber in einer Abwärtsspirale für den Koloss. Trotz wichtiger Entwicklungen im Netzwerk- und Speicherbereich fand sich IBM am Ende der 1980er mit sinkendem Umsatz und Gewinn in einer ungewöhnlichen Situation wieder. Man hatte jeden Kampf gewonnen - und trotzdem den Krieg verloren.

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