Das dunkle Kapitel und die Nachkriegszeit

So unterbrach der Konzern seine Kontakte zu Nazideutschland nicht. Im Gegenteil: nach Recherchen des Journalisten Edwin Black profitierte IBM kräftig von der Volkszählung in Deutschland und trug so zur Identifizierung unerwünschter Bevölkerungsgruppen bei. Den Vorwurf, dass der Holocaust in seinem Ausmaß nicht ohne die Technologie des global agierendem Konzerns möglich gewesen wäre, konnte IBM niemals entkräften.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der Konzern innerhalb von kurzer Zeit seinen ersten eigenen Computer am Markt etablieren. IBM war wegen seines Fokus auf mechanische Technik zunächst ins Hintertreffen geraten. Der berühmte Ausspruch des damaligen IBM-Chefs Thomas J. Watson, es gebe weltweit nur einen Markt für höchstens fünf Computer, ist übrigens nicht verbürgt. Watsons Sohn restrukturierte den Konzern, um ihn auf die kommende Ära der Halbleiterbauteile vorzubereiten. 1957 stellte IBM intern die Weiterentwicklung jeglicher Röhrentechnologie ein.

Mit der 700er und später der 7.000er Serie hatte der Konzern ab Ende der 1950er Jahre konkurrenzfähige Elektronenrechner im Angebot. Sie füllten zwar noch ganze Räume und kosteten in heutiger Währung gut 20.000 Euro Miete im Monat - aber sie galten als erste Vertreter der mittleren Datentechnik, die auch für privatwirtschaftliche Unternehmen finanzierbar waren. Sie verkauften sich zur Überraschung des Herstellers ziemlich gut. Ein weiteres Standbein waren elektrische Kugelkopf-Schreibmaschinen, die unter dem Namen Selectric vertrieben wurden. In dieser Zeit wurden die Unternehmensgrundsätze von IBM formuliert.

In den 1960er Jahren konsolidierte IBM das bislang auf inkompatiblen Systemen aufbauende Computergeschäft. Die Großrechnerarchitektur S/360 war mit immensem finanziellen und personellen Aufwand entwickelt worden und stellte sich nach anfänglichen Problemen als großer Wurf heraus. In den folgenden Jahren beherrschte der Konzern den Markt für Mainframes.

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Die offenen Spezifikationen ermöglichten es anderen Firmen, Peripherie zu entwickeln und eröffneten Anbietern preiswerterer kompatibler Systeme einen Markt. Ein unbeabsichtigter Nebeneffekt der weltweiten Dominanz von S/360 war, dass auch hinter dem Eisernen Vorgang Klone der IBM-Computer im Dienste des Sozialismus rechneten. Und noch eine Neuerung am Ende der 1960er Jahre sollte die Zukunft der IT prägen: IBM entkoppelte das Geschäft mit der Hardware von Software und Training. Damit war die Grundlage für zwei neue Industriezweige gelegt.

Der Fluch des Erfolges

In den 1970 Jahren hatten die Ingenieure mit der Produktion und Verbesserung der Großrechner zu tun - und die Außendienstler kamen kaum mit den Bestellungen nach. Aber es gab auch Misserfolge. Ein erster, zaghafter Versuch, einen tragbaren Personalcomputer auf den Markt zu bringen, scheiterte kläglich. Außerhalb der klimatisierten Büros des Großkonzerns begann währenddessen in schlecht gelüfteten Garagen und Hobbykellern die Heimcomputerrevolution.

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Bei IBM fokussierte man sich weiterhin auf Geschäftskunden und Großrechner und begann im Geheimen, an einem Nachfolger von S/360 zu arbeiten. Dieses Projekt wurde Future Systems genannt und hätte alle existierenden Rechner durch Inkompatibilität obsolet gemacht - auch die eigenen. Dafür sollte es die Softwareentwicklung stark vereinfachen und durch einen verringerten Befehlssatz die Geschwindigkeit steigern.

Auch wenn das Projekt Future System eingestellt wurde, hatte es weitreichende Folgen: Als Nebenprodukt erschuf ein Entwickler bei IBM den Vorläufer der RISC-Architektur, die heute in jedem Smartphone-Prozessor steckt. Andere wichtige Innovationen aus den IBM-Labors waren die Floppy Disk, die relationale Datenbank und eine erste Spracherkennungssoftware.

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 IBM: Von der Lochkarte zum QuantencomputerT-Shirts und Personalcomputer 
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