IBM UK Gender Gap: Weibliche IBM-UK-Angestellte verdienen 14,6 Prozent weniger

Der im Vereinigten Königreich operierende Teil von IBM hat den aktuellen Bericht seiner Gender-Pay-Gap-Studie(öffnet im neuen Fenster) (PDF) herausgegeben. Demnach werden dort angestellte Frauen zu durchschnittlich 14,6 Prozent schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Der industrieübergreifende Durchschnitt im Land liegt bei 18,4 Prozent. Der Bericht ist für in Großbritannien ansässige Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern Pflicht.
Nach eigenen Angaben bemühe sich IBM, eine möglichst gleiche Bezahlung geschlechterübergreifend zu erreichen. Das Unternehmen führt daher initiativ jährliche Untersuchungen durch. Zwischen beruflich gleichgestellten Frauen und Männern betrage der Unterschied etwa einen Prozent. Das eigens genutzte Motto "Gleiches Geld für gleiche Arbeit" lebt das Unternehmen wohl schon seit 1935 vor.
Die trotzdem sehr hohe Differenz bei der Bezahlung erklärt IBM mit der ungleichmäßigen Rollenverteilung im Unternehmen. Dabei sind Senior-Stellen, also Mitarbeiter mit mehr Erfahrung in einer an sich gleichen Jobposition, wesentlich häufiger von Männern besetzt. Das gelte auch für Führungspositionen vom Team- bis zum Abteilungsleiter. Bonuszahlungen werden laut IBM gleichermaßen auf die Geschlechter verteilt: Knapp 87 Prozent der Männer und 85 Prozent der Frauen erhielten im untersuchten Jahr 2017 einen Bonus. Laut der Regierungsseite zum Gender Pay(öffnet im neuen Fenster) ist dieser bei Frauen allerdings 35 Prozent niedriger ausgefallen als bei Männern.
IBM will dem Ungleichgewicht mit individuellen Fortbildungen und Inklusion entgegenwirken. Das Unternehmen hat in Großbritannien fünf Arbeitsgruppen, bei denen weibliche Mitarbeiter mitwirken können. Darüber werden Networking-Möglichkeiten und Workshops zur Weiterbildung und Etablierung angeboten. Momentan beträgt der Frauenanteil im UK-Teil des Unternehmens etwa 26 Prozent – es muss also noch viel für eine Gleichbeteiligung getan werden.