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IBM/Open Power Foundation: Power-Prozessoren werden offener

IBM veröffentlicht entscheidende Teile der Prozessor -Architektur Power. Damit entfallen die bisher fälligen Lizenzgebühren. Die Open Power Foundation wird zudem der Linux Foundation beitreten.
/ Moritz Tremmel
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IBM: mehr Power für die Community (Bild: Carson Masterson/Unsplash)
IBM: mehr Power für die Community Bild: Carson Masterson/Unsplash

Von großen Neuigkeiten hatte Hugh Blemings, Chef der Open Power Foundation, bereits im Vorfeld des Open Power Summit North America gesprochen. Auf der Konferenz wurden nun einschneidende Änderungen für das Konsortium sowie die Power-Architektur angekündigt. Die Organisation soll demnach Teil der Linux Foundation werden und damit zugleich die IEEE Isto verlassen, welcher sie seit 2013 angehört.

IBM kündigte auf der Konferenz zudem an, den Befehlssatz (ISA – Instruction Set Architecture) der Power-Architektur zu veröffentlichen und der Community die Weiterentwicklung zu übergeben – inklusive der Patentrechte. Auf diese Weise könnten Entwickler etwa eigene Prozessordesigns entwerfen. Auch Lizenzgebühren sollen zukünftig entfallen.

Neben der ISA veröffentlicht IBM zudem Architektur-agnostische Referenzdesigns für Open Capi und das Open Memory Interface (OMI). Capi steht dabei für Coherent Accelerator Processor Interface, es handelt sich um eine Brücke, die Prozessoren mit Hardwarebeschleunigern verbindet.

Konkurrenz für Risc-V

Die Nachricht ist auch vor dem Hintergrund der Risc-V-Entwicklung interessant. Einige Beobachter vermuten, der Schritt sei eine Reaktion auf die wachsende Popularität von Risc-V, doch Blemings wiegelt gegenüber dem Onlinemagazin Techrepublic(öffnet im neuen Fenster) ab. Risc-V arbeite vielmehr komplementär zu Power. Andere sehen eher eine Konkurrenzsituation zu ARM entstehen, das seine IP-Cores bislang kostenpflichtig an Hersteller lizenziert.

Wie Risc-V und ARM setzt auch Power auf eine Risc-Architektur, bringt aber mehr Performance mit und läuft auf existierender und länger eingeführter Hardware. Allerdings gilt die Architektur als kompliziert zu implementieren. Den Vorwurf kennt auch die Open Power Foundation: Um ihn zu widerlegen, hat ein IBM-Ingenieur einen Softcore für die Power-ISA entwickelt, der auf einem Xilinx FPGA läuft, "in ein paar Monaten, in Teilzeit" .


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