IBM: Ohne Software-Entwickler geht nichts mehr

Software-Entwicklung ist laut IBM das wichtigste Instrument, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Darum hat das IT-Unternehmen eine Reihe von Tools für die Cloud-basierte Software-Entwicklung vorgestellt. Außerdem gewährte deren Software-Chef Einblicke, wie er seine 42.000 Entwickler managt.

Artikel veröffentlicht am , Harald Weiss
IBM-Softwarechef Steve Mills auf der Innovate-Konferenz
IBM-Softwarechef Steve Mills auf der Innovate-Konferenz (Bild: Harald Weiss)

"Software-Entwickler sind die modernen Königsmacher", sagte IBMs Vice President Steve Robinson auf der Innovate-Veranstaltung in Orlando, zu der 4.000 Entwickler und Manager aus der ganzen Welt angereist waren.

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Robinson meint, dass Software-Entwicklung das wichtigste Instrument zur Differenzierung gegenüber der Konkurrenz geworden ist. "Wer mit neuen Lösungen schneller auf den Markt kommt, hat ganz entscheidende Wettbewerbsvorteile." Selbst Branchen, in denen über Jahrzehnte hinweg andere Bereiche wie Design oder die Wirtschaftlichkeit des Endproduktes im Vordergrund standen, würden immer abhängiger von der Software werden.

Als Beispiel nennt er auf die Automobil-Industrie, wo die Software inzwischen 100 Millionen Programmzeilen pro Fahrzeug erreicht hat. "Beim Auto ist immer häufiger das Entertainment-System oder die elektronische Fahrerunterstützung der entscheidende Faktor für die Kaufentscheidung", bestätigt Nico Maldener von der Bosch-Gruppe.

BlueMix und DevOps verkürzen die Entwicklungszeit

Steve Robinson ist bei IBM verantwortlich für den Bereich Cloud Platform Services. Damit fällt auch IBMs neues PaaS-Angebot BlueMix in seine Zuständigkeit. BlueMix befindet sich noch im Beta-Stadium und soll Ende Juni freigegeben werden.

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Mit dieser Plattform positioniert sich IBM in direkter Konkurrenz zu Salesforce1, Heroku auf Amazon AWS (ebenfalls Salesforce) und vor allem Microsofts Azure-Plattform. "Als wir vor anderthalb Jahren mit den Arbeiten an BlueMix begannen, hatte ich das Microsoft-Angebot als Vorlage im Visier", sagt IBMs Software-Chef Steve Mills über die Anfangsphase von BlueMix. Herausgekommen ist eine Plattform, die vor allem viele IBM-spezifische Elemente erhält, beispielsweise die Unterstützung von Mainframe-Lösungen als Teil von neuen Cloud-Services. Als Beispiel verweist IBM auf den Beta-Anwender Bart in Kalifornien.

Bart ist der Nahverkehrsbetrieb im Großraum San Francisco. Dort wurde eine neue mobile Anwendung für das Wartungspersonal entwickelt, die einerseits die Daten von modernen Sensoren an den Wagen und am Schienennetz berücksichtigt, andererseits aber auch die stationären Daten aus einer Mainframe-Datenbank heranzieht. Das Besondere an diesem Projekt war aber nicht diese Verknüpfung, sondern dass die Entwicklungszeit mithilfe von BlueMix und IBMs DevOps von vorher sechs Monate auf 15 Tage verkürzt werden konnte.

Schnellere Entwicklungszyklen sind laut IBM das herausragende Merkmal von BlueMix und den zugehörigen Entwicklungstools. Das liegt daran, dass BlueMix über einen Satz Applikations-Templates verfügt, sogenannten "Boilerplates". Zur Auswahl stehen zum Beispiel die gewünschte Runtime-Umgebung, ob es sich um eine Mobile-Anwendung handelt oder ob es sich um Daten-Management, inklusive Big Data, handelt.

IBM entwickelt auf BlueMix neue Anwendungen, vor allem im Bereich Mobile. "Es ist unglaublich, mit welcher Geschwindigkeit sich hier völlig neue Lösungen erstellen lassen", sagt IBM-Fellow Jerry Cuomo über die neuen Möglichkeiten. Auch er meint, dass die Entwickler derzeit in einer besonders günstigen Position sind, da immer mehr Fachbereiche nach neuen Programmen rufen. Doch er sieht auch die anhaltenden Spannungen zwischen den Fachbereichsmanagern und den Software-Entwicklern, die dazu führen, dass immer mehr Fachabteilungen auf die Cloud ausweichen. "Software-Entwickler müssen schneller mit den Endusern in Interaktion treten, damit die Programme auch das leisten, wozu sie gedacht waren", sagt er über den Entwicklungsprozess.

Wiederverwendbarkeit als oberstes Ziel

Das sieht auch Steve Mills so. "Jede neue Software muss vom ersten Tag an kontinuierlich mit allen Beteiligten abgestimmt werden - ein wichtiges Ziel ist die Risiko-Minimierung", sagt er über die hausinternen Vorgaben an seine 42.000 Entwickler. Obwohl diese alle als Software-Entwickler bezeichnet werden, sind sie eher Software-Verknüpfer. "Oberstes Gebot ist bei uns die Wiederverwendbarkeit - ich glaube, IBM ist der größte Software-Wiederverwender der Welt", sagt Mills über die Nutzung von bestehenden Software-Bausteinen. "Ich weiß, dass das vielen Entwicklern nicht passt, da sie viel lieber kreativ sein möchten, aber dann müssen sie zu einer Universität oder einem Institut gehen. Wir sind ein kommerzielles Unternehmen und da sind rationelle Entwicklungsmethoden ein absolutes Muss."

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FreiGeistler 05. Jun 2014

Nene, Denial of Service (DoS) klappt auch bei guter Software; das ist blosse Bandbreiten...

matok 05. Jun 2014

Ein Visionär hat den Management-Speak vor Jahren bereits auf den Punkt gebracht...

bofhl 05. Jun 2014

Für diese riesige Anzahl an Entwicklern ist die eigentliche Ausbeute ziemlich Sch... Und...



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