Kulturwandel als Erfolgsbringer

Immerhin bezieht sich der Kauf genau genommen nur auf die Expertise der unzähligen Angestellten und nicht auf die eigentliche Software selbst. Da die Software von Red Hat fast ausschließlich Open Source ist, könnten Angestellte, denen IBM nicht zusagt, analog zu Sun ihr Wissen und ihre über Jahre aufgebaute Community in neue Projekte übertragen, auf die IBM dann keinen direkten Einfluss mehr ausüben kann. Damit verlöre IBM aber den eigentlich wichtigsten Wert der Übernahme.

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Vermutlich fürchten sich die Verantwortlichen bei IBM vor genau solch einem Szenario, denn die Sanierung und der Konzernumbau sind unter derartigen Voraussetzungen wohl nur sehr schwer erfolgreich umsetzbar. Dass Red Hat größtmögliche Eigenständigkeit behalten darf, hat dann aber nicht nur die Konsequenz, dass eventuell viele oder gar alle der übernommenen Angestellten tatsächlich zunächst weiter an ihren erfolgreichen Produkten arbeiten, sondern bietet IBM auch eine weitere Möglichkeit, seinen Umsatz zu steigern.

Denn durch die Unabhängigkeit von Red Hat kann es seine Dienste und Produkte auch weiter mehr oder weniger problemlos auf Konkurrenzplattformen wie jenen von Amazon, Google und Microsoft anbieten sowie darüber hinaus mit der größeren IT-Industrie für deren Private-Cloud-Instanzen auf eine Art und Weise kooperieren, die mit einer direkt in IBM integrierten Abteilung so wohl nur schwer möglich wäre. IBM erhofft sich darüber hinaus, durch seine Größe und weltweite Marktdurchdringung die Angebote von Red Hat in noch viele weitere Bereiche bringen zu können, wofür Red Hat bisher noch keine Möglichkeiten hatte.

Red Hat als Kulturbringer

Dass IBM durchaus vorhat, mit dem Kauf von Red Hat vieles richtig zu machen, zeigt sich auch daran, dass der IBM-Manager Krishna in dem erwähnten Webcast recht offen zugibt, wie viel IBM noch von Red Hat lernen kann. Zwar trägt auch IBM seit Jahrzehnten zu vielen verschiedenen Open-Source-Projekten bei und sollte also entsprechend viel Erfahrung haben, erscheint aber oft dennoch nicht als bemerkenswertes Open-Source-Unternehmen - im Gegensatz zu Red Hat.

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Dieser Lernprozess, was richtiges oder gutes Open-Source-Engagement bedeutet, zeigte sich in den vergangenen Jahren bei Microsoft, dessen Haupteinnahmequelle sehr lang aus dem Verkauf proprietärer Software bestand. Microsoft macht zurzeit einen kulturellen Wandel in Richtung Open Source durch, der erst vergangene Woche durch einen hochrangigen Angestellten beschrieben worden ist. Die damit verbundenen Veränderungen sind demnach nicht nur eine kurzzeitige strategische Entscheidung, die etwa auf allein Umsatzsteigerungen aus ist, sondern eben gelebte Kultur.

Es bleibt für Red Hat und IBM nur zu hoffen, dass diese aktiv gelebte Open-Source-Kultur dank der Übernahme der Enthusiasten bei Red Hat künftig auch bei IBM unternehmensweit Einzug hält. Anders kann die Übernahme und das Wachstum in der Cloud wohl kein Erfolg werden.

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 Open Source als schwierige Aufgabe
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itse 06. Nov 2018

grün werden, ist der kauf klar n flop. dann springen nämlich die redhat kollegen ab...

Silas89 31. Okt 2018

So rein subjektiv ist Oracle für mich ein riesiger geldgieriger Konzern, der SUN...

Neuro-Chef 30. Okt 2018

Man ist zunächst mal abhängig von der Preisgestaltung des Anbieters, weil man so schnell...

harryklein 30. Okt 2018

Was hat denn bitte Red Hat mit der Cloud am Hut, außer dass sie marketingmäßig seit ein...

LH 30. Okt 2018

Selbst wenn IBM die tun würde, so gibt es keinen Zweifel, dass jemand wie Lennart...



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