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Open Source als schwierige Aufgabe

Dass IBM und Red Hat eine völlig unterschiedliche Unternehmenskultur, Produktstrategie und Art des Wirtschaftens aufweisen, scheint allen Beteiligten der Übernahme klar zu sein. In einem Webcast mit Journalisten werden Arvind Krishna, Senior Vice President of Hybrid Cloud bei IBM, und Paul Cormier, Executive Vice President und Produkt- und Technologie-Chef bei Red Hat, nicht müde zu betonen, dass beide Unternehmen auch die richtigen Schlüsse daraus gezogen hätten.

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Das zeige sich etwa darin, dass Red Hat auch nach der Übernahme zwar in den Geschäftsbereich der Cloud-Sparte von IBM integriert werden solle, aber eben weiter als unabhängige Einheit bestehen bleibe, die getrennt vom Rest bei IBM agieren kann und soll. An den bisherigen Geschäftspraktiken von Red Hat soll sich explizit nichts ändern, auch nicht an den vielen verschiedenen Open-Source-Projekten, die maßgeblich von Red Hat abhängen.

Bisher herrscht bei vielen Beobachtern das Vorurteil zu IBM-Übernahmen vor, dass IBM diese deshalb nicht für einen langfristigen Erfolg nutzen kann, weil die gekauften Unternehmen und Produkte über einen teils langwierigen Prozess an die bei IBM intern genutzten Abläufen angepasst werden. Dieser als Blue-Washing bezeichnete Vorgang hat dabei aber lediglich den Vorteil einer am Ende einheitlichen Konzernstruktur, mit dem klaren Nachteil, dass etwa die Innovationskraft oder auch die für Kunden wichtigen speziellen Eigenheiten der gekauften Unternehmen verloren gehen und die Produkte so deutlich an Attraktivität verlieren.

Dass es nach der Übernahme genau dazu auch bei Red Hat kommen wird, befürchten unter anderem viele Kommentatoren in Foren wie Hackernews (Ycombinator) und Reddit sowie Konkurrenten aus der Open-Source-Welt wie Tyler Jewell. Dieser ist Geschäftsführer von WSO2 und war zuvor in dieser Position für Codenvy zuständig, das von Red Hat gekauft wurde. Jewell gibt sich etwa überzeugt davon, dass Red Hat nach der Übernahme von IBM durch das Blue-Washing untergehen wird.

Oracle als Negativbeispiel

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Ein Beispiel aus der nicht mehr ganz so jüngeren Geschichte zeigt, dass eine Übernahme von einer Vielzahl von Open-Source-Technik durch solch einen Prozess akut gefährdet werden kann und dies zu großen Umwälzungen in der Open-Source-Szene führen kann. Als Oracle vor mehr als neun Jahren Sun übernommen hat, kam damit auch sehr viel Open-Source-Software zu dem neuen Eigner. Davon ist bei Oracle selbst aber schon nach wenigen Jahren nur noch sehr wenig übrig geblieben.

Für Oracle dürfte sich der Kauf vor allem wegen der Einnahmen aus Java-Lizenzen und dem daran angeschlossenen Geschäft zwar wohl dennoch gelohnt haben, die ursprünglich sehr vielfältige Softwarelandschaft von Sun spielt bei Oracle aber kaum noch eine Rolle. Eine Vielzahl der Softwareprojekte machte sich selbstständig und organisierte sich unabhängig von Oracle seine Zukunft.

Das könnte letztlich auch bei IBM und Red Hat geschehen, falls IBM den Prozess nach dem Kauf nicht richtig umsetzt - und genau davor könnte und sollte IBM Angst haben.

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 IBM kauft Red Hat: Die riesige riskante Wette auf die CloudKulturwandel als Erfolgsbringer 
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itse 06. Nov 2018

grün werden, ist der kauf klar n flop. dann springen nämlich die redhat kollegen ab...

Silas89 31. Okt 2018

So rein subjektiv ist Oracle für mich ein riesiger geldgieriger Konzern, der SUN...

Neuro-Chef 30. Okt 2018

Man ist zunächst mal abhängig von der Preisgestaltung des Anbieters, weil man so schnell...

harryklein 30. Okt 2018

Was hat denn bitte Red Hat mit der Cloud am Hut, außer dass sie marketingmäßig seit ein...

LH 30. Okt 2018

Selbst wenn IBM die tun würde, so gibt es keinen Zweifel, dass jemand wie Lennart...


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