IBM D AIWS: Schließung von IBM-Standort erneut verhindert

IBM wollte den Standort in Flensburg ein zweites Mal schließen. Doch die Beschäftigten haben sich gewehrt.

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Proteste gegen Stellenabbau bei IBM im Jahr 2016
Proteste gegen Stellenabbau bei IBM im Jahr 2016 (Bild: ODD ANDERSEN/AFP via Getty Images)

Nach langen Auseinandersetzungen hat IBM bekannt gegeben, dass der Standort der IBM D AIWS in Flensburg nicht geschlossen wird. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 15. September 2020 bekannt. Die Schließung und betriebsbedingte Kündigungen wurden im Juni 2020 angekündigt.

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"Auch der auf die IBM ausgeübte Druck hat nun offensichtlich zu einem Erfolg geführt. IBM hat sich nach eigenen Angaben mit der Lufthansa auf einen Fortbestand des Standortes geeinigt", erklärte Jörg E. Heinzig, der für AIWS in die Verdi-Tarifkommission gewählt wurde.

IBM AIWS (Aviation Industry Workplace Services) ist ein Helpdesk für die Lufthansa und ihre Töchter Swiss, Brussels oder Austrian, der rund um die Uhr besetzt ist. Im Jahr 2015 kaufte IBM Deutschland den Bereich von der Lufthansa. IBM Deutschland Aviation Industry Services in Kelsterbach im hessischen Kreis Groß-Gerau übernimmt Entwicklung, Unterstützung und Betrieb der Infrastruktur, Netze und Anwendungen für die Luftfahrtindustrie. Schon im Jahr 2018 wurde die Schließung des Flensburger Standorts abgewendet.

"Letztendlich haben die Kolleginnen und Kollegen bei der IBM in Flensburg viel erreicht", betonte Verdi-IBM-Konzernbetreuer Bert Stach in Hinblick auf die vergangenen Jahre: "Am Standort galten keine Tarifverträge und das Gehaltsniveau war im Keller. Beides wurde mit viel Engagement vor Ort geändert."

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Der US-Konzern hat in der Zeit von 2007 bis 2017 nach Informationen der Wirtschaftswoche rund 7.100 Stellen in Deutschland abgebaut. Das entspricht 34 Prozent, also mehr als einem Drittel der Belegschaft. Im Jahr 2007 hatte IBM in Deutschland noch 20.600 Beschäftigte.

IBM diskriminierte ältere Beschäftigte zwischen 2013 und 2018 bei Tausenden von Entlassungen, wie aus einem Schreiben der US Equal Employment Opportunity Commission an IBM hervorgeht. "Die Analyse zeigt, dass es sich hauptsächlich um ältere Arbeitnehmer (85,85 Prozent) im gesamten potenziellen Pool derjenigen handelt, die für eine Entlassung in Betracht gezogen werden", schrieb die EEOC. Ältere würden entlassen, weil ihre Fähigkeiten angeblich veraltet seien, nur um sie als Zeitarbeiter zu einem niedrigeren Lohn mit weniger Leistungen zurückzubringen.

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