IBM-Abspaltung: Kyndryl hat in Deutschland rund 1.000 Beschäftigte

Kyndryl ist aus IBM ausgegründet und sieht neue Geschäftsfelder. Beschäftigte nennen es den größten Stellenabbau bei IBM in Deutschland.

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Kyndryl beim Börsendebüt in New York
Kyndryl beim Börsendebüt in New York (Bild: Kyndryl)

IBM hat die Abspaltung der IT-Dienstleistungssparte Kyndryl abgeschlossen: Seit dem 4. November wird das Unternehmen an der New Yorker Börse gelistet.

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In Deutschland habe der IT-Dienstleister rund 1.000 Beschäftigte, sagte Markus Koerner, Präsident von Kyndryl Deutschland, dem Handelsblatt. Zudem könne die Landesgesellschaft auf 3.500 Mitarbeiter in den Dienstleistungszentren zugreifen. Weltweit beschäftigt der Konzern 90.000 Menschen.

IBM wird sich auf den Ausbau des Cloud-Geschäfts, künstliche Intelligenz sowie Red Hat konzentrieren. Die Aufgabe des Unternehmens wird es weiterhin sein, Infrastruktur und Hardware von Kunden zu warten, auszubauen und einzurichten. Dies fiel zuvor IBMs Infrastructure Services Business zu.

IBM konzentriert sich auf Cloud-Dienste

Bei IBM stehen nun Cloud-Dienste und im Mittelpunkt, Kyndryl übernimmt das Geschäft mit Managed Services, betreibt also die IT-Infrastruktur von Kunden. "Ich verspreche mir von der Unabhängigkeit einen deutlichen Schwung", sagte Koerner. Bei IBM als integriertem Technologiekonzern habe es eine "Vielzahl an Zielkonflikten" gegeben, ob bei Investitionen oder der Zusammenarbeit mit anderen Technologieanbietern - das sei nun vorbei.

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So könne Kyndryl ohne IBM ein "viel größeres Ökosystem" nutzen. Das Unternehmen arbeite beispielsweise mit Softwareherstellern wie VMWare und Netapp sowie den Cloud-Dienstleistern Amazon Web Services (AWS) und Microsoft zusammen, die mit IBM konkurrieren. "Das sind Lösungen und Vertriebskanäle, die uns vorher nicht zur Verfügung standen - wir haben bestimmte Teile des Marktes weggelassen."

Abspaltung mit Massenentlassungen und Unsicherheit

Kyndryl ist abgespalten und der einstige letzte integrierte globale IT-Konzern hat Tausende Beschäftigte weniger, erklärte die Dienstleitungsgewerkschaft Verdi. Es handelt sich den Angaben zufolge um das größte Stellenabbauprogramm der IBM in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten.

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Verdi-Konzernbetreuer Bert Stach sagte: "Die von der IBM ausgesprochenen Kündigungen können kaum als rechtmäßig bezeichnet werden. Alle mir bekannten Urteile der Landesarbeitsgerichte haben die Kündigungen für unwirksam erklärt und die IBM nach meiner Einschätzung mitunter regelrecht abgewatscht." Dennoch gebe es noch immer laufende Kündigungsschutzverfahren. Das sei "verantwortungslos und beschämend".

Auch in Zukunft sei mit einem andauernden Personalumbau zu rechnen. Felix Koop, der auch neuer KBR-Vorsitzender im Kyndryl-Konzern ist, betonte: "Kündigungen sind bei IBM zu einem Standardinstrument des Personalabbaus geworden." Dazu komme die Aufspaltung des Konzerns und damit eine ständige Unsicherheit bei vielen Kollegen.

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