• IT-Karriere:
  • Services:

Iana-Transition: Das Internet hat eine neue Regierung

Die Aufsicht über das Internet hat sich geändert. Künftig beaufsichtigt ein Multistakeholdergremium die Arbeit von Icann. Eine Klage von vier US-Bundesstaaten blieb erfolglos.

Artikel veröffentlicht am ,
Visualisierung eines Teils des Internets
Visualisierung eines Teils des Internets (Bild: The Opte Project/CC-BY 2.5)

Der Wechsel ist vollzogen. Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) steht künftig unter Aufsicht eines Multistakeholdergremiums. Damit ist die Letztentscheidung des US-Handelsministeriums über die sogenannten Iana-Funktionen beendet.

Stellenmarkt
  1. Lidl Digital, Neckarsulm
  2. üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG, Hannover

Vier US-Bundesstaaten hatten noch versucht, die von der US-Regierung angestrebte Übertragung der Internetregulierung auf Icann zu stoppen, wie Techfreedom schreibt. Zuvor hatte der Tea-Party-Politiker Ted Cruz ebenfalls versucht, den seit mehreren Jahren laufenden Prozess zu stoppen.

Im Kern geht es um die Frage, wer über die Vergabe von Internetressourcen entscheiden darf, also etwa über die Regeln zur Vergabe von IP-Adressen, der Aufsicht über die Top-Level-Domains (TLD) und den Prozess generischer TLDs, wie zum Beispiel .berlin, .xxx oder .nrw.

Diese Funktionen werden bislang durch Icann und nachgeordnete Gremien ausgeführt, das US-Handelsministerium hat jedoch eine Aufsichtsfunktion und könnte Weisungen erteilen. Das hatte bei vielen Kritikern Bedenken ausgelöst, dass die USA ihre dominante Stellung im Internet ausnutzen könnten.

Wohl auch als Reaktion auf die von Snowden angestoßenen Enthüllungen über die Tätigkeit der US-Geheimdienste hatte Präsident Barack Obama daher 2014 angekündigt, Icann künftig unter eine multilaterale Aufsicht zu stellen. Im Frühling dieses Jahres wurde ein Kompromiss verkündet. Nach dem Scheitern der Klage konnte der Vertrag den Planungen entsprechend auslaufen.

Die vier Bundesstaaten Arizona, Oklahoma, Texas und Nevada hatten eine Klage auf einstweiligen Rechtsschutz eingereicht, die das verhindern sollte. Sie argumentierten, dass die Regierung mit der Abgabe der Überaufsicht illegalerweise Eigentumsrechte abgeben würde. Dies müsse aber zuvor durch das US-Parlament bestätigt werden.

Keine Garantien für die Meinungsfreiheit

Außerdem gebe es keine Garantie, dass Icann künftig die Meinungsfreiheit sicherstellen könne. Das Internet werde durch die Übertragung der Aufsicht zu einem privaten Netzwerk, dort wäre die Meinungsfreiheit nach dem ersten Verfassungszusatz nicht mehr anwendbar, heißt es in der Klage. Außerdem bezweifeln die Kläger, dass die dem Handelsministerium unterstelle NTIA (National Telecommunications and Information Administration) die notwendigen Rechte habe, um die Kontrolle über das Domain-Name-System abzugeben. Außer Acht lassen die Kläger, dass das Internet bereits heute in privater Hand ist und Plattformen wie Facebook nach eigenen Regeln entscheiden, welchen Content sie zulassen und welchen nicht.

Zuvor hatte der libertäre Senator Ted Cruz versucht, die sogenannte Iana-Transition mit einem Haushaltsbeschluss im US-Senat zu stoppen, war aber gescheitert.

Nachtrag vom 2. Oktober 2016, 13:24 Uhr

Die Klage der Bundesstaaten ist gescheitert, die Kontrolle wurde mittlerweile übertragen. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 24,49€
  2. 8,99€
  3. 22,99€
  4. 6,99€

chefin 04. Okt 2016

Wie willst du etwas, das weltweit universell funktionieren soll mit Regularien von...

chefin 04. Okt 2016

Check mal dein Radar, der ist kaputt.

Schnarchnase 03. Okt 2016

Die Kontrolle wurde an die ICANN übergeben.

DrWatson 03. Okt 2016

Dann sind die Vereinten Nationen auch ein Putsch gegen die Demokratie?

Lemo 02. Okt 2016

Der Fahrplan, den er gewählt hat, begrüße ich in der Sache sehr. Zudem bin ich mir...


Folgen Sie uns
       


E-Book-Reader Pocketbook Color im Test

Das Pocketbook Color ist der erste E-Book-Reader mit einem Farbbildschirm. Wir haben uns das Gerät angeschaut.

E-Book-Reader Pocketbook Color im Test Video aufrufen
Macbook Air mit Apple Silicon im Test: Das beste Macbook braucht kein Intel
Macbook Air mit Apple Silicon im Test
Das beste Macbook braucht kein Intel

Was passiert, wenn Apple ein altbewährtes Chassis mit einem extrem potenten ARM-Chip verbindet? Es entsteht eines der besten Notebooks.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Apple Macbook Air (2020) im Test Weg mit der defekten Tastatur!
  2. Retina-Display Fleckige Bildschirme auch bei einigen Macbook Air
  3. iFixit Teardown Neue Tastatur macht das Macbook Air dicker

No One Lives Forever: Ein Retrogamer stirbt nie
No One Lives Forever
Ein Retrogamer stirbt nie

Kompatibilitätsprobleme und schlimme Sprachausgabe - egal. Golem.de hat den 20 Jahre alten Shooter-Klassiker No One Lives Forever trotzdem neu gespielt.
Von Benedikt Plass-Fleßenkämper

  1. Heimcomputer Retro Games plant Amiga-500-Nachbau
  2. Klassische Spielkonzepte Retro, brandneu
  3. Gaming-Handheld Analogue Pocket erscheint erst 2021

RCEP: Warum China plötzlich auf Freihandel setzt
RCEP
Warum China plötzlich auf Freihandel setzt

China und andere wichtige asiatische Herstellerländer von Elektronikprodukten haben ein Freihandelsabkommen geschlossen. Dessen Bedeutung geht weit über rein wirtschaftliche Fragen hinaus.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Berufungsverfahren in weiter Ferne Tesla wirbt weiter mit Autopilot
  2. Warntag BBK prüft Einführung des Cell Broadcast neben Warn-Apps
  3. Bundesverkehrsministerium Keine Abstriche beim geplanten Universaldienst

    •  /