Abo
  • Services:

Iana-Transition: Das Internet hat eine neue Regierung

Die Aufsicht über das Internet hat sich geändert. Künftig beaufsichtigt ein Multistakeholdergremium die Arbeit von Icann. Eine Klage von vier US-Bundesstaaten blieb erfolglos.

Artikel veröffentlicht am ,
Visualisierung eines Teils des Internets
Visualisierung eines Teils des Internets (Bild: The Opte Project/CC-BY 2.5)

Der Wechsel ist vollzogen. Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) steht künftig unter Aufsicht eines Multistakeholdergremiums. Damit ist die Letztentscheidung des US-Handelsministeriums über die sogenannten Iana-Funktionen beendet.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Stuttgart
  2. SICK AG, Waldkirch bei Freiburg im Breisgau

Vier US-Bundesstaaten hatten noch versucht, die von der US-Regierung angestrebte Übertragung der Internetregulierung auf Icann zu stoppen, wie Techfreedom schreibt. Zuvor hatte der Tea-Party-Politiker Ted Cruz ebenfalls versucht, den seit mehreren Jahren laufenden Prozess zu stoppen.

Im Kern geht es um die Frage, wer über die Vergabe von Internetressourcen entscheiden darf, also etwa über die Regeln zur Vergabe von IP-Adressen, der Aufsicht über die Top-Level-Domains (TLD) und den Prozess generischer TLDs, wie zum Beispiel .berlin, .xxx oder .nrw.

Diese Funktionen werden bislang durch Icann und nachgeordnete Gremien ausgeführt, das US-Handelsministerium hat jedoch eine Aufsichtsfunktion und könnte Weisungen erteilen. Das hatte bei vielen Kritikern Bedenken ausgelöst, dass die USA ihre dominante Stellung im Internet ausnutzen könnten.

Wohl auch als Reaktion auf die von Snowden angestoßenen Enthüllungen über die Tätigkeit der US-Geheimdienste hatte Präsident Barack Obama daher 2014 angekündigt, Icann künftig unter eine multilaterale Aufsicht zu stellen. Im Frühling dieses Jahres wurde ein Kompromiss verkündet. Nach dem Scheitern der Klage konnte der Vertrag den Planungen entsprechend auslaufen.

Die vier Bundesstaaten Arizona, Oklahoma, Texas und Nevada hatten eine Klage auf einstweiligen Rechtsschutz eingereicht, die das verhindern sollte. Sie argumentierten, dass die Regierung mit der Abgabe der Überaufsicht illegalerweise Eigentumsrechte abgeben würde. Dies müsse aber zuvor durch das US-Parlament bestätigt werden.

Keine Garantien für die Meinungsfreiheit

Außerdem gebe es keine Garantie, dass Icann künftig die Meinungsfreiheit sicherstellen könne. Das Internet werde durch die Übertragung der Aufsicht zu einem privaten Netzwerk, dort wäre die Meinungsfreiheit nach dem ersten Verfassungszusatz nicht mehr anwendbar, heißt es in der Klage. Außerdem bezweifeln die Kläger, dass die dem Handelsministerium unterstelle NTIA (National Telecommunications and Information Administration) die notwendigen Rechte habe, um die Kontrolle über das Domain-Name-System abzugeben. Außer Acht lassen die Kläger, dass das Internet bereits heute in privater Hand ist und Plattformen wie Facebook nach eigenen Regeln entscheiden, welchen Content sie zulassen und welchen nicht.

Zuvor hatte der libertäre Senator Ted Cruz versucht, die sogenannte Iana-Transition mit einem Haushaltsbeschluss im US-Senat zu stoppen, war aber gescheitert.

Nachtrag vom 2. Oktober 2016, 13:24 Uhr

Die Klage der Bundesstaaten ist gescheitert, die Kontrolle wurde mittlerweile übertragen. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Deadpool, Alien Covenant, Assassins Creed)
  2. (u. a. Der Marsianer, Spaceballs, Titanic, Batman v Superman)
  3. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)

chefin 04. Okt 2016

Wie willst du etwas, das weltweit universell funktionieren soll mit Regularien von...

chefin 04. Okt 2016

Check mal dein Radar, der ist kaputt.

Schnarchnase 03. Okt 2016

Die Kontrolle wurde an die ICANN übergeben.

DrWatson 03. Okt 2016

Dann sind die Vereinten Nationen auch ein Putsch gegen die Demokratie?

Lemo 02. Okt 2016

Der Fahrplan, den er gewählt hat, begrüße ich in der Sache sehr. Zudem bin ich mir...


Folgen Sie uns
       


Rimac Concept Two (C_Two) angesehen (Genf 2018)

Wir haben uns auf dem Genfer Autosalon 2018 den C_Two von Rimac angesehen.

Rimac Concept Two (C_Two) angesehen (Genf 2018) Video aufrufen
Klimaschutz: Unter der Erde ist das Kohlendioxid gut aufgehoben
Klimaschutz
Unter der Erde ist das Kohlendioxid gut aufgehoben

Die Kohlendioxid-Emissionen steigen und steigen. Die auf der UN-Klimakonferenz in Paris vereinbarten Ziele sind so kaum zu schaffen. Fachleute fordern daher den Einsatz von Techniken, die Kohlendioxid in Kraftwerken abscheiden oder sogar aus der Luft filtern.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Xiaoice und Zo Microsoft erforscht menschlicher wirkende Sprachchat-KIs
  2. Hyperschallgeschwindigkeit Projektil schießt sich durch den Boden
  3. Materialforschung Stanen - ein neues Wundermaterial?

Digitalfotografie: Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher
Digitalfotografie
Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher

War der Anhänger wirklich so groß wie der Ring? Versucht da gerade einer, die Versicherung zu betuppen? Wenn Omas Erbstück geklaut wurde, muss die Versicherung wohl dem Digitalfoto des Geschädigten glauben. Oder sie engagiert einen Bildforensiker, der das Foto darauf untersucht, ob es bearbeitet wurde.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. iOS und Android Google lanciert drei experimentelle Foto-Apps
  2. Aufstecksucher für TL2 Entwarnung bei Leica

Physik: Maserlicht aus Diamant
Physik
Maserlicht aus Diamant

Ein Stickstoff-Fehlstellen-basierter Maser liefert kontinuierliche und kohärente Mikrowellenstrahlung bei Raumtemperatur. Eine mögliche Anwendung ist die Kommunikation mit Satelliten.
Von Dirk Eidemüller

  1. Colorfab 3D-gedruckte Objekte erhalten neue Farbgestaltung
  2. Umwelt China baut 100-Meter-Turm für die Luftreinigung
  3. Crayfis Smartphones sollen kosmische Strahlung erfassen

    •  /