Strafzahlungen für CO2-Ausstoß

Man gewinnt in Frankfurt den Eindruck, kein Automanager interessiere sich für die verschärften CO2-Grenzwerte ab 2021. Laut EU darf ein Neuwagen maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von 3,6 Liter Diesel oder 4,1 Liter Benzin. Mit den gezeigten SUVs und Sportwagen ist das nicht zu schaffen. Überschreitet der Flottendurchschnitt die Vorgabe, kostet jedes Gramm CO2 darüber 95 Euro - multipliziert mit der verkauften Stückzahl.

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Um die CO2-Ziele in der Europäischen Union zu erreichen, müssten mehr als zwei Millionen E-Autos verkauft werden. 2018 waren es lediglich 200.000 Stück. Es drohen insgesamt Strafzahlungen von über 15 Milliarden Euro, schreiben die Berater von McKinsey & Company in ihrer Studie Mastering New Mobility. Die Unternehmensberatung PA Consulting hat bereits vor einiger Zeit ausgerechnet, dass auf Volkswagen 1,4 Milliarden Euro, auf BMW 200 Millionen und auf Daimler 190 Millionen Euro zukommen könnten. Innerhalb einer Gruppe dürfen die Emissionen verrechnet werden.

Mehr Anreize für Hersteller

Davon profitiert Jaguar-Land Rover. Laut PA drohen den Briten keine Strafzahlungen. Der elektrische Jaguar I-Pace macht es möglich. FiatChrylser, die nicht auf der IAA vertreten sind, nutzen die legale Pooling-Regel. Statt an die EU zahlt man an Tesla und beansprucht deren ungenutztes CO2-Kontingent.

Die CO2-Grenzwerte verringern sich bis 2025 nochmals um 15 Prozent und bis 2030 um 37,5 Prozent bezogen auf die 95-Gramm-Grenze. In den komplexen Regularien gibt es jedoch Ausnahmen, um bei den Herstellern Anreize für mehr Elektroautos zu schaffen. So werden die CO2-Grenzwerte abgeschwächt, wenn bis 2025 mehr als 15 Prozent aller verkauften Fahrzeuge einen emissionsfreien Antrieb haben. Bis 2030 liegt die Quote bei 37,5 Prozent aller verkauften Fahrzeuge.

Die Messe wird so nicht überleben

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Wie sehr das Thema inzwischen in der breiten Öffentlichkeit angekommen ist, zeigen die Proteste. Bereits im Vorfeld hatte sich der VDA mit Umweltschutzorganisationen und Bürgern an einen Tisch gesetzt. Unter dem Schlagwort "Aussteigen" beteiligten sich über 25.000 Menschen an einer Sternfahrt und Demonstration in der Frankfurter Innenstadt. Am zweiten Publikumstag blockierten Menschen unter dem Schlagwort #SandimGetriebe den Haupteingang sowie mehrere weitere Eingänge zum Messegelände.

"So, wie die Messe jetzt ist, hat sie keine Überlebenschance", sagt Kurt Sigl im Gespräch mit Golem.de. Er ist Präsident des Bundesverbands E-Mobilität (BEM). Der BEM vertritt die Interessen von rund 300 Firmenmitgliedern aus dem deutschsprachigen Raum sowie den Niederlanden.

Immer mehr Messen haben Auto-Themen

"Die Industrie hat aktuell viele Baustellen, die sie gleichzeitig bearbeiten muss. Sie muss als Reaktion auf die abkühlende Autokonjunktur die Kosten weiter senken und gleichzeitig massiv in E-Mobilität, Connectivity und autonomes Fahren investieren", sagt Andreas Tschiesner, Leiter der europäischen Automobilberatung von McKinsey. Immer mehr Messen buhlen um sinkende Marketingbudgets. Die Autohersteller haben nicht nur die etablierten Automessen zur Auswahl (Genf, Paris, Detroit, Tokio, Shanghai). Aufgrund der Konnektivität im Fahrzeug gehen immer mehr Hersteller auf Technikmessen wie die CES in Las Vegas. Die Ifa in Berlin veranstaltete in diesem Jahr mit Shift Automotive eine Konferenz zur Zukunft der Mobilität.

Alles Gründe, warum in diesem Jahr rund 20 bekannte Automarken von Aston Martin über Fiat bis zu Toyota in Frankfurt fehlen. Gerade die Marken, die die meisten Elektroautos verkaufen, sind nicht mit einem Stand vertreten (Tesla, Renault, Nissan). BMW und Opel haben ihre Standflächen spürbar verkleinert. Wie der Besucherandrang bei der zehntägigen Messe ausfällt, muss man abwarten. Der Rekord lag 1989 bei 1,2 Millionen. Bei der IAA 2017 kamen 810.000 Besucher. Ein Altersproblem hat die Messe nicht: Der Durchschnitt liegt bei 34 Jahren und erstaunlicherweise sind 23 Prozent weiblich.

Aber die IAA hat schon andere Probleme überstanden. In den 1970er Jahren gab es eine Ölkrise. Darum entfiel 1971 die IAA ersatzlos. Braucht man noch eine Premierenmesse, wenn Porsche seinen Taycan eine Woche vorher mit einem globalen Event vorstellt? Der VDA als Veranstalter muss zusammen mit den Herstellern das Konzept überarbeiten. Es gibt keinen Bestandsschutz für Messen, wie das Schicksal der Cebit eindrucksvoll belegt.

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 IAA 2019: PS-Wahn statt Visionen
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derdiedas 14. Okt 2019

Ja genau ein Volkswagen mit Normverbrauch ... ach komm vergiss es einfach.

OmranShilunte 24. Sep 2019

seltene erden werden vor allem in der halbleitertechnik verwendet und sind daher viel...

senf.dazu 20. Sep 2019

E-Auto nicht emisionsfrei (bezogen auf den Strommix): Ich frag mich immer ob das nicht...

nosretep 18. Sep 2019

wie Leute wieder ernstahft darüber diskutieren, was man nun dürfen sollte und was nicht...



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