Abo
  • Services:

IAA 2015: Roboterautos brauchen kein Gaspedal und kein Lenkrad

Nie wieder durch die Prüfung fallen: Chris Urmson, Leiter von Googles Autoprojekt, ist überzeugt, dass die autonom fahrenden Autos in wenigen Jahren serienreif sind. Aber sie sollen sich stark von heutigen Autos unterscheiden.

Artikel veröffentlicht am , dpa/Deutsche Presse-Agentur/
Googles autonomes Autos: keine Symbole des manuellen Fahrens mehr
Googles autonomes Autos: keine Symbole des manuellen Fahrens mehr (Bild: Google)

Weit über anderthalb Millionen Kilometer in sechs Jahren und kein selbstverschuldeter Unfall: Googles Bilanz beim autonomen Fahren könne sich sehen lassen. Die Serienreife sei nicht mehr weit weg, sagte Chris Urmson, der bei Google die Entwicklung autonomer Fahrzeuge leitet. Sein heute 12-jähriger Sohn solle keinen Führerschein mehr brauchen.

Stellenmarkt
  1. Sagemcom Fröschl GmbH, Walderbach (zwischen Cham und Regensburg)
  2. AKDB, Regensburg

Google will bei selbstfahrenden Autos auf Lenkrad und Pedale unbedingt verzichten. Die Insassen sollen nur Passagiere sein. "Es war eine schwierige Entscheidung. Aber wir haben bei Tests unserer selbstfahrenden Fahrzeuge auf Autobahnen festgestellt, wie schwer es den Insassen fiel, sich noch auf den Verkehr zu konzentrieren", sagte Urmson der Deutschen Presse-Agentur auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt. "Wenn Sie sich dann plötzlich ins Verkehrsgeschehen einschalten müssen, haben Sie nicht den Überblick über die Situation, wie Sie ihn üblicherweise hätten."

Google will die Symbole des manuellen Fahrens abschaffen

Ein anderes Konzept in der Autobranche ist derzeit, die Leute am Steuer selbstfahrender Fahrzeuge mit Kameras zu beobachten und ihre Aufmerksamkeit zum Beispiel mit vibrierenden Sitzen zu wecken. Ausschließlich vom Computer gesteuerte Autos könnten aber auch Blinden oder älteren Menschen zur Verfügung stehen, wendet Urmson ein. "Im Flugzeug haben wir an den Passagiersitzen ja auch keinen Steuerknüppel." Warum also im Auto? "Wenn es darum geht, jemanden von A nach B zu bringen, können wir die Symbole des manuellen Fahrens abschaffen."

Google wolle jedoch nicht selbst zum Autohersteller werden. Die etablierten Unternehmen bauten zum Teil seit 100 Jahren Autos und verstünden die Käufer. "Es wäre dumm von uns, wenn wir versuchen würden, sie zu kopieren." Google wolle aber mit der Branche zusammenarbeiten - "um festzulegen, wie die Autos sein sollten und die nächste Phase der Mobilität einzuläuten".

Google verhandelt mit Autoherstellern

Es sei unwahrscheinlich, dass sich die Industrie nicht für Googles Technik interessiere, und der Konzern deshalb seine Autos selbst bauen werde, sagte Urmson. "Wir sprechen intensiv mit Autoherstellern, und so viele von ihnen denken vorausschauend." Die Autobranche hatte die eigenen Anstrengungen zur Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge beschleunigt, nachdem Google vor fünf Jahren sein Projekt vorstellte.

Es sei wichtig, transparent zu erklären, wie ein Auto sich bei Unfällen verhalte, die nicht vermieden werden könnten, betonte Urmson. "In unserem Fall versucht das Auto zuallererst, Fußgängern und Radfahrern auszuweichen. Dann vermeidet es den Kontakt mit anderen fahrenden Fahrzeugen. Und erst an dritter Stelle kommen stillstehende Objekte wie Bäume." Menschen hingegen reagierten in Unfallsituationen instinktiv.

Die Roboterautos sollten in vier Jahren marktreif sein, sagte Urmson. Sein ältester Sohn sei gerade zwölf Jahre alt geworden und könne in den USA mit 16 einen Führerschein bekommen. "Das Ziel meines Teams ist, selbstfahrende Autos zu haben, bevor er einen Führerschein machen muss." Bis dahin müsse die Technologie zuverlässiger werden. "Das System funktioniert, wir fahren jede Woche 10.000 Meilen damit." In Städten mit relativ niedrigem Verkehrsaufkommen und moderner Infrastruktur dürften die Fahrzeuge keine Probleme haben. "Irgendwann werden wir auch in Rom fahren können - aber wir sind noch nicht soweit."



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Dwalinn 22. Sep 2015

Bei 50 km/h beträgt der Bremsweg gut 13m bei 130 km/h (schneller werden Autonomen Autos...

Tobias Claren 21. Sep 2015

Die "Menschliche" Entscheidung (die in der kurzen Zeit eh willkürlich bis präferierend...

Dino13 21. Sep 2015

Und welcher ist das jetzt genau? Ich weiß es nicht.

gadthrawn 21. Sep 2015

Oh, genau das ist heute schon ein Problem. Elektrik - simpelstes wäre...

BesorgterAutofa... 21. Sep 2015

Also sind dann die Städte voller selbstfahrender Autos die permanent laufen und damit die...


Folgen Sie uns
       


Microsoft Surface Go - Test

Das Surface Go mag zwar klein sein, darin steckt jedoch ein vollwertiger Windows-10-PC. Der kleinste Vertreter von Microsofts Produktreihe überzeigt als Tablet in Programmen und Spielen. Das Type Cover ist weniger gut.

Microsoft Surface Go - Test Video aufrufen
E-Mail-Verschlüsselung: 90 Prozent des Enigmail-Codes sind von mir
E-Mail-Verschlüsselung
"90 Prozent des Enigmail-Codes sind von mir"

Der Entwickler des beliebten OpenPGP-Addons für Thunderbird, Patrick Brunschwig, hätte nichts gegen Unterstützung durch bezahlte Vollzeitentwickler. So könnte Enigmail vielleicht endlich fester Bestandteil von Thunderbird werden.
Ein Interview von Jan Weisensee

  1. SigSpoof Signaturen fälschen mit GnuPG
  2. Librem 5 Purism-Smartphone bekommt Smartcard für Verschlüsselung

Aufbruch zum Mond: Die schönste Fake-Mondlandung aller Zeiten
Aufbruch zum Mond
Die schönste Fake-Mondlandung aller Zeiten

Hollywood-Romantiker Damien Chazelle (La La Land) möchte sich mit Aufbruch zum Mond der Person Neil Armstrong annähern, fördert dabei aber kaum Spannendes zutage. Atemberaubend sind wie im wahren Leben dagegen Armstrongs erste Schritte auf dem Mond, für die alleine sich ein Kinobesuch sehr lohnt - der Film startet am Donnerstag.
Eine Rezension von Daniel Pook

  1. Solo - A Star Wars Story Gar nicht so solo, dieser Han
  2. The Cleaners Wie soziale Netzwerke ihre Verantwortung outsourcen
  3. Filmkritik Ready Player One Der Videospielfilm mit Nostalgiemacke

NGT Cargo: Der Güterzug der Zukunft fährt 400 km/h
NGT Cargo
Der Güterzug der Zukunft fährt 400 km/h

Güterzüge sind lange, laute Gebilde, die langsam durch die Lande zuckeln. Das soll sich ändern: Das DLR hat ein Konzept für einen automatisiert fahrenden Hochgeschwindigkeitsgüterzug entwickelt, der schneller ist als der schnellste ICE.
Ein Bericht von Werner Pluta


      •  /