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Die Kamera in der Kamera

I'm Back besteht aus zwei Komponenten: einer Halterung, die an die Kamera gebaut wird, und dem Modul mit der Technik darin. Bis auf wenige Ausnahmen lässt sich jede analoge Spiegelreflexkamera zur Digitalkamera umfunktionieren. Ausgenommen sind lediglich Kameras, bei denen die Filmpatronen von unten eingelegt wurden, wie das etwa bei einigen Leicas der Fall war.

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Denn für die Verwandlung braucht die Kamera eine rückwärtige Klappe, die abgenommen wird. Die Halterung wird an das Stativgewinde geschraubt. Medeiros hat spezielle Halterungen für knapp 30 Kameras gebaut, darunter diverse Modelle von Canon, Leica, Minolta oder Nikon. Hinzu kommt eine weitere, die an beliebige Kameragehäuse angepasst werden kann.

Das eigentliche Rückteil wird mit einem Verschlusssystem an der Halterung befestigt. Dort, wo sich früher das zu belichtende Bild befand, sitzt in dem Rückteil eine Mattscheibe von der Größe eines Kleinbilds (24 x 36 mm), auf die das Licht durch das Objektiv fällt. Es wird durch einen Schacht mit zwei Spiegeln in den unteren Teil des I'm-Back-Gehäuses geleitet.

  • I'm Back besteht aus zwei Modulen: der Halterung und dem Gehäuse mit der Kamera. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Kamera mit montierter Halterung. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Kameramodul mit der Mattscheibe, die die Digitalkamera abfotografiert. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • So sieht die digitale Analogkamera aus. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • I'm Back gibt es angepasst für knapp 30 Kameras. Für andere bietet das Unternehmen eine Universalhalterung (im Vordergrund) an. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Bilder sollen laut Entwickler Ähnlichkeiten mit analog fotografierten haben. (Bild: Samuel Mello Medeiros/I'm Back)
  • Die Qualität überzeugt nicht immer. (Bild: Samuel Mello Medeiros/I'm Back)
  • Manche Bilder rauschen, die Farben wirken zuweilen verwaschen.  (Bild: Samuel Mello Medeiros/I'm Back)
Das Kameramodul mit der Mattscheibe, die die Digitalkamera abfotografiert. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Dort befindet sich eine kleine Digitalkamera mit einer Linse und einem Sensor, die praktisch das Bild von der Mattscheibe abfotografiert. Vorteil sei, dass es keinen Crop gebe, sagt Medeiros. Das von der Digitalkamera aufgenommene Bild habe das Kleinbildformat. Allerdings entspricht das Aufnahmesystem nicht dem einer digitalen Vollformatkamera: Ein solches Kameramodul steckt auch in einer Actioncam oder einem Smartphone.

Linse und Sensor stammen von Panasonic. Die Linse hat eine Brennweite von drei Millimetern und eine Blende von 2,5. Der Sensor stammt ebenfalls von Panasonic und hat eine Auflösung von 16 Megapixeln. Die Bilder können bis auf 24 Megapixel hochgerechnet werden. Die Verarbeitung übernimmt ein Novatek-96660-Prozessor, die Bilder werden auf einer Micro-SD-Karte gespeichert, als JPG oder RAW. Anfangs hatte Medeiros dafür noch einen Raspberry Pi verwendet.

Bei der Analogkamera wird auf Langzeitbelichtung eingestellt

Um ein Bild aufzunehmen, fokussiert der Fotograf zunächst manuell auf das Motiv - viele der alten Kameras haben dafür einen Schnittbildmesser - und löst aus. Über das Blitzsynchronisationskabel wird der Impuls an die Digitalkamera übertragen. Die Belichtung ist nicht so elegant: Die misst das digitale Kameramodul. An der analogen Kamera wird dafür der Modus für die Langzeitbelichtung, auch Bulb genannt, eingestellt. Der Auslöser muss je nach Lichtverhältnissen zwei bis vier Sekunden lang gedrückt werden, damit die Digitalkamera die Möglichkeit hat, die Belichtungszeit zu berechnen. Auf einem zwei Zoll großen Bildschirm wird das Foto angezeigt.

Wie eine herkömmliche Digitalkamera bietet auch I'm Back verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, etwa die Lichtempfindlichkeit (ISO 100 bis 1.600) oder den Weißabgleich. I'm Back hat WLAN, so dass Bilder auf dem Smartphone betrachtet oder die Kamera über eine App ferngesteuert werden kann.

Der Fotoapparat wird zur Filmkamera

Schließlich bietet I'm Back eine Funktion, die analoge Kameras früher nie hatten: das Aufzeichnen von Videos. Diese haben eine maximale Auflösung von 2.880 x 2.160 Pixeln mit 24 Bildern pro Sekunde (fps). Bei einer 1.080p schafft die Kamera 60 fps, bei 720p 120 fps. Ton wird über ein externes Mikrofon aufgezeichnet.

Finanziert wurde das Projekt über Crowdfunding-Kampagnen - allerdings zunächst nicht erfolgreich: Die erste Kampagne auf der Plattform Kickstarter erreichte ihr Zahlungsziel nicht. Das gelang erst im zweiten Anlauf bei Kickstarter sowie in der Kampagne bei Indiegogo.

Schon vor dem Projekt von Medeiros gab es interessante Konzepte, um eine Analogkamera durch ein Zusatzmodul in eine digitale zu verwandeln.

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 I'm Back: Die analoge Spiegelreflexkamera zur digitalen machenNeues Leben für alte Kameras 
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DaTim 10. Dez 2018

Da bin ich bei Dir. Wenn ich persönlich eine alte Kamera wiederbeleben will, dann ohne...

wupme 26. Nov 2018

Die Möglichkeit mit Digitalem "Rückenteil" die Analog zur Digitalknipse zu machen. Warum...

Gelegenheitssurfer 25. Nov 2018

Nein, sowas kannst du nicht sagen, damit unterdrückst du die Individualität und haste...

derJimmy 25. Nov 2018

Was Bleibt eigentlich, wenn man ein digitales Backend and eine analoge Kamera anschließt...

ManMashine 25. Nov 2018

Wenn ich die Beispielfotos so anschaue sieht das ganz und gar nicht nach Film aus. Eher...


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