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I am not a typo: Wenn die Autokorrektur den eigenen Namen wiederholt verhunzt

Von Fehlern bei der automatischen Korrektur von Wörtern betroffene Menschen fordern Verbesserungen von Firmen wie Microsoft und Facebook .
/ Andreas Fischer
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Im Westen eher unbekannte Namen wie hier Esmae werden automatisch korrigiert. (Bild: I am not a typo)
Im Westen eher unbekannte Namen wie hier Esmae werden automatisch korrigiert. Bild: I am not a typo

Jeder, der schon einmal am Handy einen Text eingetippt hat, ist bereits mit der automatischen Korrektur in Kontakt gekommen. Oft ist sie hilfreich, manchmal erzeugt sie aber ärgerliche Fehler. Das betrifft besonders häufig Menschen mit nicht-westlichen Namen, berichtet der Guardian(öffnet im neuen Fenster) .

So werde etwa der erste Vorname von Savan-Chandni Gandecha, einem britisch-indischen Content Creator, immer wieder automatisch in Satan korrigiert. "Ich habe es satt" , sagte Gandecha zum Guardian.

Er und andere Betroffene fordern nun unter dem Hashtag #iamnotatypo(öffnet im neuen Fenster) (I am not a typo, Ich bin kein Rechtschreibfehler) von Firmen wie Microsoft und Facebook Verbesserungen bei der Autokorrektur.

Hohe Fehlerquote

Etwa vier von zehn Namen von in England oder Wales geborenen Kindern würden nicht von den Algorithmen der großen Techkonzerne akzeptiert. Ebenfalls betroffen sind laut Guardian Menschen wie die Journalistin Dhruti Shah. Ihr Vorname werde immer wieder in Dirty (schmutzig) oder Dorito (eine amerikanische Tortilla-Chip-Marke) umgewandelt.

Ihr Vorname sei gar nicht so lang. "Aber wenn er als Fehler angezeigt oder wenn er verstümmelt und als unbekanntes Wesen betrachtet wird, ist es, als ob nicht nur der Name, sondern man selbst falsch ist."

Dabei geht es laut einem Kommentar bei Slashdot(öffnet im neuen Fenster) nicht darum, dass Menschen wie sie ihr Handy nicht bedienen und die Autokorrektur nicht anpassen könnten. Das Problem seien vielmehr die an sie gerichteten Nachrichten von zum Beispiel ihrem Chef, in denen sie immer wieder falsch bezeichnet werde.

Rashmi Dyal-Chand, eine Professorin an der amerikanischen Northeastern University, deren Vorname ebenfalls gelegentlich in Sashimi umgewandelt werde, sagte zum Guardian: "Für Menschen mit Namen wie dem meinen ist die Autokorrektur weder praktisch noch hilfreich. Sie ist schädlich."

Eine betroffene Mutter sieht ebenfalls eine "rote Linie" , die ihr Sorgen bereite. Sie habe keinen "falschen Namen" für ihr Kind gewählt. "Technologieunternehmen aktualisieren ständig Wörterbücher mit Slang-Begriffen, daher denke ich, dass [die Änderung] eine einfache Sache und auf jeden Fall eine Priorität sein sollte."


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