Hyundais Elektrostrategie: Pure Hochspannung

Hyundais Elektrostrategie unterscheidet sich stark von der Konkurrenz. Vor allem setzt der Autokonzern auf 800-Volt-Technik.

Ein Bericht von Stefan Grundhoff veröffentlicht am
Der Ioniq 6 ist das neueste Elektroauto von Hyundai und wurde vor rund zwei Wochen vorgestellt.
Der Ioniq 6 ist das neueste Elektroauto von Hyundai und wurde vor rund zwei Wochen vorgestellt. (Bild: Hyundai)

Die internationale Konkurrenz schaut derzeit häufig nach Namyang. Im Entwicklungszentrum des Hyundai-Konzerns stehen die Zeichen längst auf Elektro. Doch im Unterschied zu manch anderer Volumenmarke setzt Hyundai auf 800-Volt-Technik - und dabei soll es nicht bleiben.

Inhalt:
  1. Hyundais Elektrostrategie: Pure Hochspannung
  2. Wechsel auf Feststoffakkus steht an

Gerade bei den Massenherstellern Volkswagen, Stellantis und Toyota blickt man mit Anerkennung nach Korea. Der Hyundai-Konzern mit seinen drei Automarken Hyundai, Kia und Genesis bereitet so manchem Konkurrenten viel Kopfzerbrechen.

Dabei geht es nicht allein um das vergleichsweise mutige Design der einzelnen Modelle. So ist der Hyundai Ioniq 5 im Stil der 1980er designt, der jüngst vorgestellte Ioniq 6 ist eine Symbiose aus Porsche 911 und VW Beetle. Der Kia EV6 kommt eher markig daher, der Premiumkonkurrent Genesis seriös. Neben dem Design ist es aber vor allem die Antriebstechnik, bei der Hyundai überrascht.

In Seoul hat man sich vom Wasserstoffantrieb noch nicht vollends verabschiedet, setzt jedoch, anders als die meisten Wettbewerber, auf die 800-Volt-Elektrotechnik. Denn gerade beim schnellen Laden schwächeln die so unterschiedlichen Modelle auf der modularen Elektroplattform des Volkswagen-Konzerns. Ähnlich geht es den Volumenmodellen von Mercedes und BMW oder auch Stellantis, die über die meisten Marken gerade nur einen Elektroantrieb mit 100 Kilowatt und einer 50-Kilowattstunden-Batterie anbieten.

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Das schnelle Laden ist das, was Neukunden neben Design und Preis jede Menge Lust auf Elektroautos machen soll. Hier patzte Volkswagen, denn ein optisch allzu polarisierender VW ID.3 lud zu Beginn gerade einmal mit 125 Kilowatt. Selbst mit den jüngsten Auffrischungen sind bei der MEB-Familie kaum mehr als 175 Kilowatt drin.

Deutlich schneller lädt man bei Hyundai und Kia. Denn Modelle wie die kantige Pony-Neuauflage Ioniq 5 verfügt ebenso über die schnelle 800-Volt-Ladetechnik wie der Kia EV6, von dem noch eine 430 Kilowatt starke GT-Sportversion auf den Markt kommt.

800 Volt - mit dem Ladeturbo sind sonst nur die beiden Luxusmodelle Audi E-Tron GT und Porsche Taycan unterwegs - die meisten anderen saugen mit maximal 400 Volt. Das kostet an der Schnellladesäule wertvolle Minuten und in der Kundengunst schmerzhafte Pluspunkte.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Bis zu 610 Kilometer Reichweite?

Bestes Beispiel ist der 4,85 Meter lange Hyundai Ioniq 6, der in zwei Varianten mit Akkugrößen von 53 und 77 Kilowattstunden angeboten wird. Der 239-Kilowatt-Allradler soll deutlich über 500 Kilometer weit kommen, der Elektrohecktriebler sogar 610 Kilometer weit. Dabei hat er nicht einmal - wie der der BMW iX oder der Mercedes EQE - einen 100-Kilowattstunden-Akku im Unterboden.

Stattdessen werden die Elektromotoren neuester Bauart von niedrigen Luftwiderstandswerten und Leichtlaufrädern unterstützt, was einen Normverbrauch von nur 14 Kilowattstunden pro 100 Kilometern bringen soll. Beim Nachladen erreicht der Ioniq 6 mit seiner E-GMP-Plattform dank 800-Volt-Technik Topwerte. An einer 350-Kilowatt-Schnellladesäule sind die Akkus nach 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent gefüllt.

  • Hyundai nutzt für seine neuen E-Autos die E-GMP-Plattform. (Bild: Hyundai)
  • Grafik zum Vehicle to Load bei Hyundai (Bild: Hyundai)
  • Die E-GMP-Plattform (Bild: Hyundai)
  • Der Ioniq 6 bei der Präsentation Mitte Juli (Bild: Hyundai)
  • Auch Hyundais RN22e soll die 800-Volt-Technik bekommen. (Bild: Wolfgang Gomoll)
  • Der RN22e und der N Vision 74 (Bild: Hyundai)
  • Hyundai-Chef Jae Hoon Chang (Bild: Hyundai)
  • Mercedes entwickelt Feststoff-Batteriezellen. (Bild: Mercedes)
Hyundai nutzt für seine neuen E-Autos die E-GMP-Plattform. (Bild: Hyundai)

Die 800-Volt-Technik soll auch das große SUV Ioniq 7 oder der sportliche Ioniq 6 N mit der internen Bezeichnung Hyundai RN22e bekommen, der in Namyang bereits seine Runden dreht. Da dieses rollende Labor sich mit dem Ioniq 5 die E-GMP-Plattform und den Antriebsstrang teilt, geben die technischen Daten einen Ausblick, mit wie viel Power die beiden als N-Versionen insbesondere gegen die europäischen Wettbewerber antreten: 430 Kilowatt, 740 Newtonmeter und mindestens 250 km/h Spitze.

"Ich verspreche, wir werden mit dem Ioniq 6 nicht aufhören", erklärte Hyundai-Chef Jae Hoon Chang bei einer Präsentation und bekräftigte das Vorhaben, elf vollelektrische Modelle bis 2030 auf den Markt zu bringen, dazu sechs der Premium-Marke Genesis.

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Wechsel auf Feststoffakkus steht an 
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neocron 07. Aug 2022 / Themenstart

Ehrlich, der TE spricht von Schnelladern, und du faselst etwas von "letzte Meile...

neocron 07. Aug 2022 / Themenstart

Nein hat er nicht. Er kauft Teile ein, ist also genau so Konsument, wie letztenendes du...

Arsenal 31. Jul 2022 / Themenstart

Kann mich über 1000 km/h laden jetzt nicht direkt beklagen und das für Zumindest im...

Celsi 31. Jul 2022 / Themenstart

Ja, welche Ironie. Der N74 sieht wirklich toll aus, würde ich auch so kaufen. Leider wird...

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