Hyundai: Die Autos der Zukunft nutzen Nanotechnologie

Neben laufenden Autos forscht Hyundais Entwicklungsabteilung an neuen Materialien. Besondere Aufmerksamkeit bekommt die Nanotechnologie, Vizepräsident Hong Seung-Hyun hält sie laut Korea Times(öffnet im neuen Fenster) für einen "entscheidenden Schlüssel, um die Transformation der Automobilindustrie anzuführen" . Beim Nano Tech Day in Seoul stellte Lee Jong-Soo, Vizepräsident von Hyundais Institut für Technologieentwicklung, sechs Entwicklungen(öffnet im neuen Fenster) vor.
Am nächsten an der Markteinführung ist ein Polymer, das Öl einkapselt und bei zu großer Reibung freisetzt. Das soll effizienter funktionieren als mit anderen Lösungen und die Lebensdauer von Bauteilen verlängern. Noch in diesem Jahr sollen die Ölkapseln im Antriebsstrang von Hyundai und Kia eingesetzt werden. Entstanden ist die Technologie laut Hyundai als Nebenprodukt eines selbstheilenden Polymers.
Diese soll spätestens 2026 in Serienfahrzeugen in Form einer Beschichtung zum Einsatz kommen. Im Vergleich zu ähnlichen Beschichtungen soll Hyundais Polymer deutlich fortgeschrittener sein: Bei Raumtemperatur sollen Kratzer nach zwei Stunden ohne Einsatz von Reaktionsbeschleunigern verschwunden sein. Die Beschichtung soll zunächst bei Lidars und Linsen von Kameras zum Einsatz kommen. Beschädigungen sind dort besonders schwerwiegend, da sie die Objekterkennung von Assistenzsystemen beeinträchtigen können. Eine Schutzschicht für den Lack soll folgen.
Effizient und transparent dank Perowskit
Noch weiter in der Zukunft sieht Hyundai seine transparente Solarzelle(öffnet im neuen Fenster) . Diese soll eine Effizienz von 10 Prozent haben - das erreichen auch Dünnschichtzellen aus Silizium(öffnet im neuen Fenster) -, aber mehr Licht durchlassen. Durch die Verwendung von Perowskit soll die Solarzelle zudem mit geringerem Energieaufwand herzustellen sein.
Nutzen will Hyundai die Zelle auf zwei Arten: Ersetzt sie getönte Scheiben, können diese Strom für den Antrieb erzeugen. Als Tandemsolarzelle soll sie ausreichend effizient sein, um größere Bereiche der Karosserie zur Stromerzeugung zu nutzen. Zusammen mit Solarzellen aus Silizium soll eine Effizienz von 35 Prozent erreicht werden.
Hyundai will die Entwicklung 2025 abgeschlossen haben, ab 2030 sollen Fahrzeuge mit den Zellen ausstattet werden. Innerhalb eines Tages soll so ausreichend Strom für 20 gefahrene Kilometer erzeugt werden - die dafür erforderliche Fläche ist aber noch offen.
Zwei andere Entwicklungen sollen Autos effizienter machen: Eine Beschichtung für Scheiben soll die Innenraumtemperatur um fast 7 Grad Celsius senken können, was im Sommer die Klimaanlage entlastet. Im Winter soll ein Sensor aus Kohlenstoffnanoröhren helfen, die Sitzheizung zu steuern, um nur an der Kontaktfläche Wärme zu erzeugen. Die Fähigkeiten des Sensors klingen etwas fantastisch: Neben Druck soll er Atmung, Herzschlag und -rhythmus erfassen.
Transparente Solardächer schon einmal geplant
Bereits 2018 kündigte Hyundai an(öffnet im neuen Fenster) , Autos mit transparenten Solarzellen auszustatten - innerhalb nur eines Jahres. Der Ioniq 5 wurde zwar anfangs mit Solardach angeboten , mit der Transparenz hat es aber bislang nicht geklappt.



