Hyperverse: Kryptofirma gab Schauspieler als ihren CEO aus

Hyperverse wurde von Chuck Norris und Steve Wozniak beworben. Doch der angebliche CEO hat sich nach einem Milliardenbetrug als Fake entpuppt.

Artikel veröffentlicht am ,
Wer kennt diesen Mann?
Wer kennt diesen Mann? (Bild: @stevenr_lewis/Collage Golem.de)

Im Metaverse weiß niemand, dass du ein Hund bist – so oder so ähnlich lautet das Versprechen der virtuellen Welten. Der britische Guardian konnte bei einer Recherche allerdings auch in der echten Welt keine Spur vom angeblichen CEO der Kryptowährungsfirma Hyperverse ausfindig machen.

Steven Reece Lewis soll laut Hyperverse-Angaben Abschlüsse an den Universitäten Leeds und Cambridge gemacht, beim Investmentunternehmen Goldman Sachs gearbeitet und ein Start-up an Adobe verkauft haben, bevor er angeblicher CEO der angeblichen Metaverse-Firma Hyperverse wurde. Kurz nach der Reportage machte ein Youtuber den Schauspieler ausfindig, der als Firmenchef Seriosität ausstrahlen sollte.

Hinter der Fassade von Lewis steckte der in Thailand lebende britische Schauspieler Stephen Harrison. Dieser hat sich nun geäußert und bestätigte dem Guardian, dass er von Hyperverse engagiert wurde.

Die von Hyperverse betrogenen Menschen bat er um Entschuldigung. "Diese Leute tun mir wirklich sehr leid, wirklich. Es ist furchtbar für sie. Ich hoffe nur, dass es eine Lösung gibt", sagte Harrison. "Ich weiß, dass es schwer ist, das Geld von diesen Leuten zurückzubekommen oder was auch immer, aber ich hoffe einfach, dass man der Sache auf den Grund geht und der Gerechtigkeit Genüge tut."

In den USA wurde derweil ein Promoter von Hyperverse verhaftet. Bei Hyperverse handelte es sich offenbar um ein Pyramidensystem, wie ebenfalls der Guardian berichtete. Investoren sollen insgesamt geschätzte 1,3 Milliarden US-Dollar verloren haben.

Prominente Werbung ohne echtes Produkt

Auf dem Twitter-Account des ausgedachten Hyperverse-CEO herrscht seit Juni 2022 Funkstille. Damals benannte sich Hyperverse in Hypernation um, nachdem Nutzer Probleme hatten, ihre in Kryptowährungen hinterlegten Mittel von der Plattform zu transferieren.

Trotzdem fand Hyperverse früh prominente Fürsprecher in Chuck Norris und dem Apple-Mitgründer Steve Wozniak. Auf Anfragen des Guardian zu ihrer Beteiligung antworteten sie bislang nicht.

Analysten rechnen dem Metaverse immer wieder das Potenzial für einen großen Markt zu, an Kryptowährungen gekoppelte Onlinespiele wie The Sandbox oder Decentraland (g+) erreichten zeitweise Marktkapitalisierungen von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Der tatsächliche Wert und Nutzen von Metaverse-Anwendungen konnte sich bislang allerdings nicht bestätigen.

Nachtrag vom 12. Januar 2024, 13:21 Uhr

Wir haben die Meldung aktualisiert, nachdem der Schauspieler hinter dem vermeintlichen CEO Steven Reece Lewis ausfindig gemacht wurde und sich geäußert hat.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Open Source
Wer hat die Macht ohne Chefs und Verträge?

Wer hat das Sagen bei freien Projekten? Firefox und Signal, Bitcoin, Linux oder Tor haben eins gemeinsam: Sie basieren auf freien Communitys. Doch auch hier gibt es Machtstrukturen - und zwar sehr verschiedene.
Eine Analyse von Stefan Mey

Open Source: Wer hat die Macht ohne Chefs und Verträge?
Artikel
  1. Texte mit KI: ChatGPT hat den Verstand verloren
    Texte mit KI  
    "ChatGPT hat den Verstand verloren"

    Ein Bug in ChatGPT schien für besonders schlechte Ausgaben zu sorgen. Das Tool halluzinierte und gab nur noch Kauderwelsch aus.

  2. Atomenergie: Demonstrationstest zu Isolationssystem für Atomkraftwerke
    Atomenergie
    Demonstrationstest zu Isolationssystem für Atomkraftwerke

    Die japanische Atombehörde geht davon aus, dass viele Länder zur Dekarbonisierung auf Atomenergie setzen werden. Sie hat getestet, wie solche Reaktoren auch in Erdbebengebieten sicher betrieben werden können.

  3. Cool White: Weiß angestrichene Dächer kühlen Gebäude effektiv
    Cool White
    Weiß angestrichene Dächer kühlen Gebäude effektiv

    Ein deutsches Projekt in Ruanda zeigt, dass ein spezieller weißer Anstrich, die Temperaturen in Gebäuden drastisch reduzieren kann.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • MindStar: MSI RTX 4090 1.889€ • Roccat -58% • Neu: Sony Pulse Elite Headset 149,99€ • Hisense TV-Bestseller 259€ • Thrustmaster -36% • EA-Spiele -74% • PCGH Cyber Week 2024 • Logitech G502 Hero 49,99€ • Samsung Neo QLED TV 65" -50% • PS5 Slim 469€ • PS Portal 220€ [Werbung]
    •  /