Hyperschallflug: Flugkörper erreicht 15.000 km/h mit neuartigem Triebwerk
Laut Meldungen der Southern Chinese Morning Post(öffnet im neuen Fenster) und Sina(öffnet im neuen Fenster) hat ein Fluggerät der Polytechnischen Universität Nordwestchinas in Xi'an eine Geschwindigkeit von 15.000 Kilometern pro Stunde erreicht, was in etwa Mach 12 entspricht.
Das wäre gleichbedeutend mit einem Geschwindigkeitsrekord für einen Flugkörper innerhalb der Atmosphäre, wobei sich die Angaben kaum überprüfen lassen. Ähnliches gilt für diverse Raketen aus Zeiten des Kalten Krieges, die zumindest Mach 10 deutlich überschritten haben sollen.
Weniger Treibstoff nötig
Ermöglicht wurde der maßgebliche Rekord durch einen neuartigen Antrieb, der zwei unterschiedliche Methoden zur Schuberzeugung kombiniert. Weil das Triebwerk Sauerstoff sowohl aus einem mitgeführten Tank als auch aus der Umgebungsluft nutzen kann, sinkt die Gesamtmasse des Systems.
Der Raketengrundgleichung(öffnet im neuen Fenster) folgend ist das der entscheidende Wert, um die resultierende Geschwindigkeit zu erhöhen. Hinzu kommt, dass neben dem mitgeführten Treibstoff zugleich Sauerstoff aus der Umgebung genutzt werden kann. Er dient damit der Schuberzeugung, trägt aber nicht zur Gesamtmasse bei.
Der problematische Übergang
Das Mitführen von Treibstoff in Form von Hydrazin oder Ähnlichem und dem nötigen Sauerstoff als auch die Verwendung von umgebendem Sauerstoff sind jeweils weit verbreitete Prinzipien. Ein Staustrahltriebwerk für Überschallgeschwindigkeiten, welches Luft zur Verbrennung nutzt, wird auch Scramjet(öffnet im neuen Fenster) genannt.
Testflüge damit fanden bereits statt, aber wegen der hohen Belastungen dauerten sie stets nur wenige Sekunden. Es wird aber davon ausgegangen, dass Mach 15 auf diese Art erreichbar ist.
Dem Zeitungsbericht folgend war es der Übergang von der Verbrennung von zugeführtem Sauerstoff zu Sauerstoff aus der Luft, der bisher Schwierigkeiten bereitete. Der Wechsel darf zu keinerlei Verzögerungen führen, um die Beschleunigung nicht zu unterbrechen und im schlimmsten Fall den Flug zu destabilisieren.
Genau dies soll mit Feitian-2 (fliegender Himmel) nun gelungen sein, auch wenn derzeit nur ein paar wenige Bilder in schlechter Auflösung(öffnet im neuen Fenster) davon existieren.