Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Hyperschallflug: Britischer Triebwerkshersteller Reaction Engines ist pleite

Die Insolvenz hat Auswirkungen auf die Entwicklung einer britischen Rakete und die Formel 1 .
/ Werner Pluta
3 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Das Sabre-Triebwerk von Reactin Engines sollte den Raumtransporter Skylon antreiben. (Bild: Reaction Engines)
Das Sabre-Triebwerk von Reactin Engines sollte den Raumtransporter Skylon antreiben. Bild: Reaction Engines

Rückschlag für die Entwicklung von Hyperschallflugzeugen: Der britische Triebwerkshersteller Reaction Engines ist insolvent. Von der Pleite könnten auch irdische Kunden betroffen sein.

Reaction Engines geriet in diesem Jahr in finanzielle Schwierigkeiten. Das Unternehmen wuchs zu langsam, zudem gelang es ihm nicht, weitere Finanzmittel in Höhe von 150 Millionen britischer Pfund, umgerechnet 179 Millionen Euro, zu beschaffen.

Zuletzt scheiterten Verhandlungen mit einem Entwicklungsfonds aus den Vereinigten Arabischen Emiraten über rund 20 Millionen britische Pfund (knapp 24 Millionen Euro), wie der britische Nachrichtensender Sky News berichtete(öffnet im neuen Fenster) . Die beiden Großinvestoren BAE Systems und Rolls-Royce waren nicht bereit, das nötige Kapital zur Rettung des Unternehmens bereitzustellen.

PwC ist Insolvenzverwalter

Daraufhin musste Reaction Engines Konkurs anmelden. Die Insolvenzverwaltung übernahm das Beratungsunternehmen PwC (Pricewaterhouse Coopers) (öffnet im neuen Fenster) . Laut Sky News wurden 173 der 208 Mitarbeiter des Unternehmens entlassen.

Reaction Engines wurde 1989 gegründet und entwickelte unter anderem Triebwerke. Dazu gehörte auch die Synergetic Air-Breathing Rocket Engine(öffnet im neuen Fenster) , kurz Sabre (Säbel), ein mit Wasserstoff betriebener Hybrid aus einem herkömmlichen Strahltriebwerk und einem Staustrahltriebwerk oder Ramjet(öffnet im neuen Fenster) . Sabre sollte den unbemannten Raumtransporter Skylon antreiben, der Nutzlasten bis zu 15 Tonnen in eine niedrige Umlaufbahn (Low Earth Orbit, Leo) transportieren sollte.

Reaction Engines war ein wichtiger Akteur im Hypersonic Technologies & Capability Development Framework (HTCDF) des britischen Verteidigungsministeriums. Im Rahmen des HTCDF soll eine Hyperschallrakete entwickelt werden. Dafür stellt das Ministerium nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) eine Milliarde britische Pfund, umgerechnet knapp 1,9 Milliarden Euro, bereit.

Die Insolvenz könnte auch den Motorsport betreffen: Reaction Engines liefert Kühlsysteme für die Formel-1-Motoren von Mercedes-Benz.


Relevante Themen