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Hyperschallflug: 3D-gedruckte Rakete überschreitet Mach 5 beim Erstflug

Mit der neuen Methode sollen mehr Tests unter Realbedingungen stattfinden. Geplant ist zudem, deutlich mehr als Mach 5 zu erreichen.
/ Mario Petzold
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Die Trägerrakete Haste von Rocket Lab hat den Hyperschallflugkörper in die Luft befördert. (Bild: Hypersonix)
Die Trägerrakete Haste von Rocket Lab hat den Hyperschallflugkörper in die Luft befördert. Bild: Hypersonix

Das australische Luft- und Raumfahrtunternehmen Hypersonix Launch Systems(öffnet im neuen Fenster) hat im Auftrag der Forschungsabteilung des US-Verteidigungsministeriums den Erstflug der autonomen Hyperschallrakete Dart AE durchgeführt. Der Start fand am 27. Februar auf Wallops Island, Virgina, USA statt, einer Startrampe der Nasa.

Ein Trägersystem brachte die Hypersonix Dart AE(öffnet im neuen Fenster) in die obere Atmosphäre. Eine genaue Höhe wird nicht genannt, aber es dürfte der Bereich zwischen 50 und 100 km über dem Erdboden gemeint sein.

Von dort startete das 3,5 m lang Flugobjekt, um anschließend Mach 5 zu überschreiten, was in etwa 6.000 km/h entspricht. Ausgelegt sein soll die aktuelle Version für Mach 7, also für mehr als 8.000 km/h.

Reale Daten sind unbezahlbar

Die Hyperschalldrohne war ausgestattet mit einer Vielzahl an Sensoren und Messtechnik, um reale Flugdaten zu sammeln. Laut Michael Smart, Mitbegründer von Hypersonix und ehemaliger Nasa-Mitarbeiter, lassen sich die Bedingungen bei solchen Geschwindigkeiten nicht mehr verlässlich simulieren. Das Messen beim Flug ist somit durch nichts zu ersetzen.

Durch die additive Fertigung, die unter Realbedingungen ihre Funktionsfähigkeit beweisen konnte, sollen bald wesentlich mehr Testflüge zu deutlich verringerten Kosten möglich sein. Auch das Antriebssystem, ein mit Wasserstoff befeuertes Staustrahltriebwerk(öffnet im neuen Fenster) , kommt aus dem 3D-Drucker.

Nachhaltig und noch schneller

Das australische Unternehmen, das derzeit 50 Angestellte hat und an dem auch europäische Unternehmen wie Saab beteiligt sind, hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige und kostengünstige Methoden zum Erreichen von Hyperschall zu entwickeln. So stößt Antrieb im Flug beispielsweise kein CO 2 aus. Und laut eigener Aussage handelt es sich bei Dart um das erste hyperschallfähige Fluggerät, dessen kompletter Rahmen durch 3D-Druck entstanden ist.

Zukünftig geplant ist, mit einem weiteren, aber noch in der Entwicklung befindlichen System Mach 12 zu erreichen. Das wäre dann bereits die Hälfte der Geschwindigkeit, die für das Erreichen des und Verweilen im Orbit benötigt wird.


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