Hyperschall-Waffe: Ukraine stört Kinzhal-Raketen mit Musik

Ukrainische Einheiten für elektronische Kriegsführung setzen auf eine unkonventionelle Taktik im Kampf gegen Russlands Kinzhal-Hyperschallraketen: Sie stören deren Navigationssysteme mit Audio-Signalen, darunter durch Lieder. Die Technik soll die Raketen von ihren eigentlichen Zielen ablenken, wie das Blog Trench Art berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Das Kinzhal-Raketensystem stellt die ukrainische Luftverteidigung vor erhebliche Herausforderungen. Die Ch-47M2 erreicht vermutlich Mach 5,7 und Flughöhen bis zu 25 Kilometern bei einer Reichweite von bis zu 480 Kilometern und einem 450-Kilogramm-Sprengkopf. Die von modifizierten MiG-31-Abfangjägern gestarteten Raketen entgehen häufig selbst modernen Patriot-Abwehrsystemen(öffnet im neuen Fenster) , wohl auch, weil sie durch ein Upgrade seit 2025 eine Manövrierfähigkeit für die Endphase erhalten haben sollen.
Russlands Streitkräfte setzen Kinzhals typischerweise bei Bombardierungen ukrainischer Infrastruktur und Energieanlagen ein. Die Angriffe zielen darauf ab, Stromnetze vor den Wintermonaten zu beschädigen. Ukrainische Einheiten hatten aufgrund der Geschwindigkeit und Flughöhe der Waffen Schwierigkeiten, diese mit konventionellen kinetischen Methoden abzufangen.
Die Einheit Night Watch meldet nun Erfolge mit elektronischen Systemen gegen anfliegende Kinzhals. Nach Angaben der Bediener haben sie innerhalb von zwei Wochen etwa ein Dutzend Raketen gestört. Die Methode beruht darauf, Satellitennavigationssignale des GLONASS-Systems(öffnet im neuen Fenster) durch alternative Datenströme zu ersetzen.
Elektronische Kriegsführung gegen Hyperschall-Bedrohungen
Die Täuschungstechnik nutzt die Abhängigkeit der Raketen von Satellitennavigation aus. Die Verteidiger senden Signale, die den normalen Empfang des Leitsystems überschreiben oder stören. In manchen Fällen verwendete das Night-Watch-Personal das nationalistische ukrainische Lied " Unser Vater ist Bandera(öffnet im neuen Fenster) " als Störsignal.
Ein Night-Watch-Offizier erklärte Trench Art, jede nicht standardmäßige Information, die an satellitengesteuerte Waffen übertragen wird, könne Navigationsfehler verursachen. Der konkrete Audioinhalt sei weniger wichtig als die Störung selbst.
Durch die Störung weichen Kinzhal-Raketen von ihren programmierten Flugbahnen ab. Die Ablenkungen können zu Einschlägen führen, die Hunderte Meter von den beabsichtigten Zielen entfernt sind. Aktuelle Satellitenaufnahmen scheinen mindestens einen fehlgeleiteten Kinzhal-Einschlag nahe Starokostjantyniw(öffnet im neuen Fenster) in der Westukraine zu bestätigen.
Die ukrainischen Fähigkeiten in der elektronischen Kriegsführung haben sich im Verlauf des Krieges stark erweitert. Verschiedene Einheiten betreiben Systeme, die für unterschiedliche Bedrohungstypen konzipiert sind – von Marschflugkörpern bis hin zu Drohnen.



