Abo
  • Services:
Anzeige
X-51A vor dem Start
X-51A vor dem Start (Bild: U.S. Air Force/Chad Bellay)

Hyperschall: Hyperschallflugzeug X-51A stürzt bei Test ab

X-51A vor dem Start
X-51A vor dem Start (Bild: U.S. Air Force/Chad Bellay)

Der Test des Hyperschallflugzeugs X-51A ist gescheitert. Das Flugzeug stürzte ab, bevor sein Spezialtriebwerk gezündet werden konnte. Es war nicht der erste Fehlschlag mit dieser Technik.

Der Test des experimentellen Flugzeugs X-51A Waverider der US-Luftwaffe ist gescheitert: Wegen eines fehlerhaften Steuerruders geriet das unbemannte Flugzeug etwa eine halbe Minute nach dem Ausklinken von einem Trägerflugzeug außer Kontrolle und stürzte in den Pazifik.

Anzeige

Das vom US-Luftfahrtkonzern Boeing entwickelte Hyperschallflugzeug hatte ein Überschall-Verbrennungs-Staustrahltriebwerk (Supersonic Combustion Ramjet, Scramjet), das vom US-Raketentriebwerkhersteller Pratt & Whitney Rocketdyne gebaut wurde.

Kühlen mit Treibstoff

In einem Scramjet wird die Luft nicht durch Schaufelräder verdichtet, sondern durch die Geschwindigkeit, mit der sie in die Brennkammer gepresst wird, wobei sie erhitzt wird. Zur Kühlung wird Treibstoff eingeleitet, zum Einsatz kommt JP-7, der verhindern soll, dass das Triebwerk überhitzt. Durch die Temperatur verdampft das JP-7.

Die Kanäle, durch die der Treibstoff eingeleitet wird, sind mit einem Katalysator beschichtet, der dafür sorgt, dass der Treibstoff in leichtere Moleküle aufgespalten wird. Durch die hohe Temperatur in der Brennkammer verbrennen diese und es wird Schub erzeugt.

Schockwellenreiter

Vorteil des Scramjets ist, dass das Triebwerk ohne bewegliche Teile auskommt. Dadurch sind höhere Geschwindigkeiten möglich als mit einem herkömmlichen Strahltriebwerk: Der Waverider sollte sechsfache Schallgeschwindigkeit, etwa 5.800 Kilometer pro Stunde, erreichen. Bei dieser Geschwindigkeit reitet das Fluggerät auf der durch seine Geschwindigkeit erzeugten Schockwelle - daher kommt sein Spitzname.

  • X-51A vor dem Start unter der Tragfläche einer B-52 (Foto: Boeing)
  • Der Bomber bringt das Hyperschalflugzeug in dieLuft und klinkt es aus. Dan zündet zuerst die Booster-Rakete, dann das eigene Triebwerk (Foto: US Air Force/Chad Bellay)
X-51A vor dem Start unter der Tragfläche einer B-52 (Foto: Boeing)

Damit der Scramjet funktioniert, muss der Flugkörper auch schon eine hohe Geschwindigkeit haben. Der Waverider war deshalb mit einer Booster-Rakete ausgestattet, die ihn auf die nötige Geschwindigkeit beschleunigte. Gestartet wurde das Hyperschallflugzeug von einem B-52-Bomber.

Fehler an Steuerflügel

Die B-52 war Mittwochvormittag (Ortszeit) vom Luftwaffenstützpunkt Edwards im US-Bundesstaat Kalifornien aus gestartet. Gegen 11:36 Uhr (0:36 mitteleuropäischer Sommerzeit) klinkte die B-52 den Waverider über dem Point Mugu, einem Flughafen der US-Marine, aus. Die Booster-Rakete zündete plangemäß. Doch nach 16 Sekunden sei "ein Fehler an einem der Steuerflügel festgestellt" worden, berichtet die US-Luftwaffe. Am Heck hat X-51A vier solcher Flügel, die das Flugzeug stabilisieren sollen.

Weitere 15 Sekunden später wurde die Booster-Rakete abgeworfen. Dann geriet das Flugzeug außer Kontrolle und stürzte ab. Statt der geplanten 5 Minuten dauerte der Flug nur 31 Sekunden. "Bedauerlich" sei, dass der Waverider abgestürzt sei, bevor der Scramjet gestartet werden konnte, sagte Charlie Brink, der Verantwortliche für das X-51A-Programm bei der US-Luftwaffe. "Alle unsere Daten wiesen darauf bin, dass die Bedingungen für eine Triebwerkszündung gegeben waren, und wir hofften, unsere Testziele zu erreichen."

Zwei Abstürze

Bisher war das Hyperschallflugzeug X-51A keine Erfolgsgeschichte: Von drei Testflügen endeten zwei mit dem Verlust des Fluggerätes. Der Scramjet konnte nur beim ersten Testflug im Mai 2010 gezündet werden. Der Waverider erreichte daraufhin eine Geschwindigkeit von 4,88 Mach, mit der er über drei Minuten lang flog. Doch auch dieser Test musste vorzeitig abgebrochen werden.

Mit einem Hyperschallflugzeug oder -geschoss ließe sich jeder Punkt auf der Erde in kürzester Zeit erreichen. Die US-Luftwaffe betont aber, dass X-51A ein Demonstrator für den Hyperschallflug sei und kein Prototyp für ein zukünftiges Waffensystem. Einen von vier gebauten X-51A habe sie noch, erklärt die US-Luftwaffe. Es sei aber noch keine Entscheidung gefallen, ob dieser auch zum Einsatz komme.


eye home zur Startseite
Tantalus 16. Aug 2012

Um genau zu sein wurde während des Starts ein Tank durch ein auf der Rollbahn liegendes...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Mercedes-Benz Consulting GmbH, Leinfelden-Echterdingen
  2. Schlafhorst Zweigniederlassung der Saurer GmbH & Co. KG, Übach-Palenberg
  3. Medion AG, Essen
  4. Schwarz Business IT GmbH & Co. KG, Neckarsulm


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 57,99€/69,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. 25,99€
  3. 1,49€

Folgen Sie uns
       


  1. Amazon Channels

    Prime-Kunden erhalten Fußball-Bundesliga für 5 Euro im Monat

  2. Dex-Bytecode

    Google zeigt Vorschau auf neuen Android-Compiler

  3. Prozessor

    Intels Ice Lake wird in 10+ nm gefertigt

  4. Callya Flex

    Vodafone eifert dem Congstar-Prepaid-Tarif nach

  5. Datenbank

    MongoDB bereitet offenbar Börsengang vor

  6. Spielemesse

    Entwickler von Playerunknown's Battlegrounds hält Keynote

  7. Matias Ergo Pro Keyboard im Test

    Die Exzentrische unter den Tastaturen

  8. Deeplearn.js

    Google bringt Deep Learning in den Browser

  9. Satellitennavigation

    Sapcorda will auf Zentimeter genau orten

  10. Nach Beschwerden

    Google löscht Links zu Insolvenzdatenbanken



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Ryzen 3 1300X und 1200 im Test: Harte Gegner für Intels Core i3
Ryzen 3 1300X und 1200 im Test
Harte Gegner für Intels Core i3
  1. Ryzen AMD bestätigt Compiler-Fehler unter Linux
  2. CPU Achtkerniger Threadripper erscheint Ende August
  3. Fälschungen bei Amazon Billigen Celeron als Ryzen 7 verkauft

Anker Powercore+ 26800 PD im Test: Die Powerbank für (fast) alles
Anker Powercore+ 26800 PD im Test
Die Powerbank für (fast) alles
  1. Toshiba Teures Thunderbolt-3-Dock mit VGA-Anschluss
  2. Asus Das Zenbook Flip S ist 10,9 mm flach
  3. USB Typ C Alternate Mode Thunderbolt-3-Docks von Belkin und Elgato ab Juni

Computermuseum Stuttgart: Als Computer noch ganze Räume füllten
Computermuseum Stuttgart
Als Computer noch ganze Räume füllten
  1. Microsoft Neues Windows unterstützt vier CPUs und 6 TByte RAM
  2. 8x M.2 Seagates 64-Terabyte-SSD nutzt 16 PCIe-Gen3-Lanes
  3. Deep Learning IBM stellt Rekord für Bilderkennung auf

  1. Re: Geheimtipp für nicht-Prime-Kunden

    Otto d.O. | 15:20

  2. Re: Überschrift nicht ganz so klar

    Kalihovic | 15:18

  3. Titel Artikel

    Desertdelphin | 15:18

  4. Re: Welche Display Größe & Auflösung?

    Friko44 | 15:18

  5. Bundesliga möchte ich nicht mal geschenkt haben.

    Sinnfrei | 15:17


  1. 15:02

  2. 14:49

  3. 13:50

  4. 13:27

  5. 13:11

  6. 12:20

  7. 12:01

  8. 11:54


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel