HyperloopTT: Hamburg soll einen Hyperloop bekommen
Wie kommen Container schnell aus dem Hafen? Nicht über die Straße jedenfalls. Die Hamburger Hafen und Logistik AG(öffnet im neuen Fenster) (HHLA) erwägt einen Transport durch die Röhre: Per Hyperloop sollen die Container abtransportiert werden.
Die HHLA verhandele mit dem Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies(öffnet im neuen Fenster) (HyperloopTT), berichtet die Tageszeitung Hamburger Abendblatt(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Informanten im Umkreis der HHLA. Demnach haben HHLA und HyperloopTT eine Absichtserklärung für den Bau eines Hyperloops im Hafen geschlossen. Das Projekt soll noch in diesem Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt werden. In zwei bis drei Jahren soll mit dem Bau begonnen werden.
Startpunkt des Hamburger Hyperloops soll das Containerterminal Altenwerder (CTA) werden. Es ist eines der modernsten Containerterminals weltweit, wo seit einigen Jahren Container weitgehend automatisiert entladen und von automatisiert fahrenden Transportern vom Kran zum Lagerblock gebracht werden. Künftig sollen diese Automated Guided Vehicles (AGV) die Container auch zu der Hyperloop-Verladestellen fahren.

Wohin die Hyperloop-Röhren vom CTA aus hinführen sollen, ist noch nicht klar. Die Idee ist, die Container von den Terminals, wo sie von den Schiffen entladen werden, in kurzer Zeit in Lager im Umland zu bringen. Dann müssten Lkw nicht mehr in den Hafen fahren. Der Hyperloop soll bis zu 4.100 Container am Tag abtransportieren können.
Die HHLA bestätigte dem Abendblatt, dass das Unternehmen mit HyperloopTT verhandele. "Einen Abschluss gibt es aber noch nicht" , sagte ein Sprecher des Unternehmens. Der HHLA-Aufsichtsratsvorsitzende Rüdiger Grube hatte kürzlich auf einer Veranstaltung darauf hingewiesen, dass sich der Hyperloop auch als Transportvehikel von Waren eignet – und ist damit nicht der erste: In der Schweiz will das Unternehmen Cargo Sous Terrain den Güterverkehr zum Teil unter die Erde verlegen .

Hyperloop ist ein Hochgeschwindigkeits-Transportmittel, dessen Konzept SpaceX-Chef Elon Musk entworfen hat. Es bewegt sich in einer weitgehend luftleeren Röhre. Weil Luftwiderstand und Reibung stark reduziert sind, soll der Hyperloop eine Geschwindigkeit von 1.200 km/h erreichen.
HyperloopTT ist eines von mehreren Unternehmen, die sich mit der Umsetzung des Konzepts beschäftigen. Es hat kürzlich die erste Kapsel für das Transportsystem fertiggestellt und will sie in der Röhre am Forschungszentrum in Toulouse in Südfrankreich testen. HyperloopTT verhandelt auch mit Lufthansa. Die deutsche Fluggesellschaft interessiert sich für das Verkehrsmittel, weil es künftig innerdeutsche Flüge ersetzen könnte.
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