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Hyper-V: Microsoft-Entwickler lernen von Linux

Der Start war zwar holperig, in den nächsten Linux-Kernel 3.4 ist aber der letzte Treiber für Microsofts Hyper-V aus dem Staging-Bereich aufgenommen worden. Microsofts Entwickler loben dafür die Community – und sich selbst.
/ Jörg Thoma
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Microsoft lernt von Linux. (Bild: Microsoft, Larry Ewing, Simon Budig, Anja Gerwinski/Montage: Golem.de)
Microsoft lernt von Linux. Bild: Microsoft, Larry Ewing, Simon Budig, Anja Gerwinski/Montage: Golem.de

Am 12. Februar 2012 verließ der letzte der fünf Treiber für Microsofts Hyper-V den sogenannten Staging-Bereich des Codes des Linux-Kernels und wird nun offiziell in Linux 3.4 aufgenommen. Die Microsoft-Entwickler Tom Hanrahan und Ky Srinivasan berichten über ihre Arbeit, die Hilfe aus der Community und was sie daraus gelernt haben.

Auf dem Linux Foundation Collaboration Summit 2012(öffnet im neuen Fenster) am kommenden Dienstag, dem 3. April 2012 in San Francisco werden Hanrahan und Srinivasan von Microsoft einen Rückblick auf die Entwicklung der Hyper-V-Treiber für Linux wagen. Vorab haben sie die Präsentation(öffnet im neuen Fenster) ins Internet gestellt. Daraus geht hervor, dass die Treiber ohne Hilfe des Kernel-Entwicklers Greg Kroah-Hartman und weitere Entwickler aus der Community niemals fertig geworden wären.

Lernprozess

Unter der Rubrik "Lessons learned" (Seite 11 der Präsentation(öffnet im neuen Fenster)) resümieren die Entwickler, dass sie beträchtlich auf die Entwickler-Community eingehen mussten. Der Staging-Bereich des Linux-Kernels, in dem Treiber ihren letzten Schliff vor der Aufnahme in den Linux-Code erhalten, sei auch kein Ort für massive Umstrukturierungen. Vor allem interessierten sich Kernel-Entwickler überhaupt nicht für Fristen einzelner Firmen.

Microsoft hatte den Code für die Hyper-V-Treiber, die für Linux-basierte Gastsysteme in Microsofts virtueller Umgebung gedacht sind, bereits 2009 eingereicht, zunächst unter der Apache-Lizenz. Erst nach Hinweisen durch Kernel-Entwickler Kroah-Hartman, dass der Code damit gegen die Lizenz des Linux-Kernels verstößt, stellte Microsoft ihn unter die GPL.

Microsoft bandelt mit Open Source an

Microsoft versäumte es allerdings, die eingereichten 20.000 Zeilen Code zu pflegen. So drohten die Treiber schon nach kurzer Zeit denn aus dem Staging-Bereich zu fliegen.

Erst im Juli 2011 begannen die Microsoft-Entwickler wieder, an den Hyper-V-Treibern zu arbeiten. Wie auch aus der Präsentation hervorgeht, hatten sich zuvor zunächst Kroah-Hartman (Seite 5 der Präsentation(öffnet im neuen Fenster)) und weitere externe Entwickler um den Code gekümmert. Erst mit über 200 Patches sei es gelungen, den Code an den Kernel anzupassen, sagte Kroah-Hartman damals. Inzwischen bandelte Microsoft intensiv mit der Open-Source-Gemeinde an, die Webseite Codeplex wurde ausgebaut und Microsoft veröffentlichte ein Video zum 20. Geburtstag von Linux.

Microsoft sagt Happy Birthday Linux
Microsoft sagt Happy Birthday Linux (01:00)

Schneller, schlanker, stabiler dank der Community

In der zweiten Jahreshälfte 2011 arbeiteten dann Microsofts Entwickler wieder intensiv an den Treibern, was ihnen damals Platz 7 der Liste der beitragenden Firmen und Platz 1 der in der Liste der beitragenden Einzelentwickler für Linux 3.0 bescherte (Seite 7 der Präsentation(öffnet im neuen Fenster)).

Die Treiber folgen nach der Zusammenarbeit mit den Linux-Entwicklern nicht nur strikt den Vorgaben für Linux-Treiber, sondern sind auch sauberer und schlanker, loben die Microsoft-Entwickler (Seite 10 der Präsentation(öffnet im neuen Fenster)). Die Anzahl der Codezeilen sei um fast 60 Prozent geschrumpft. In allen Treibern seien die Leistungsfähigkeit und die Stabilität deutlich erhöht worden. Sie bilden nun eine solide Basis für Microsofts weitere Unterstützung von Linux auf seiner Plattform.


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