Hyp3r: Werbepartner von Instagram sammelte massenhaft Standortdaten

Instagram hat einem seiner Marketing-Partner den Zugriff auf seine Programmierschnittstelle entzogen und ihm eine Unterlassungsaufforderung geschickt. Das Unternehmen Hyp3r aus San Francisco habe gegen die Regeln der Plattform verstoßen, indem es massenhaft automatisiert Daten von Nutzern speicherte und auswertete.
Laut einem Bericht von Business Insider(öffnet im neuen Fenster) waren darunter Profilinformationen inklusive der Anzahl an Followern sowie Standortdaten und Inhalte aus Instagram-Stories. Die Story-Funktion soll dafür sorgen, dass Inhalte sonst nach 24 Stunden nicht mehr sichtbar sind. Laut Business Insider hat Hyp3r die gespeicherten Bilder auch durch eine Bilderkennungssoftware analysiert.
"Wir haben Änderungen an unserem Produkt vorgenommen, die verhindern sollen, dass andere Unternehmen öffentliche Standorte in dieser Weise abgreifen können" , heißt es nun in einem Statement von Instagram, das zu Facebook gehört .
Eigentlich wollte Instagram solches Verhalten schon zuvor unterbinden. Im Nachgang des Cambridge-Analytica-Vorfalls schaltete die Plattform eine Funktion der Programmierschnittstelle ab, mit dem Entwickler nach öffentlichen Posts suchen konnten, die mit einem bestimmten Ort markiert waren. Hyp3r umging daraufhin diese Einschränkung mit seiner Datensammlung.
Hyp3r ist sich keiner Schuld bewusst
Laut Beschreibung auf der Website von Hyp3r(öffnet im neuen Fenster) sieht sich das Unternehmen als "Standort-basierte Marketing-Plattform, die Unternehmen hilft, geosoziale Daten zu erschließen, um hochwertige Kunden zu gewinnen" . Zu den Partnern von Hyp3r gehört Marriott International.
In einem Blogbeitrag von Hyp3r(öffnet im neuen Fenster) bedankt sich einer der Geschäftsführer des Hotelunternehmens dafür, dass Hyp3r Einblicke darin gebe, was Gäste denken und wofür sie sich interessieren. Dafür baute Hyp3r eine Datenbank auf, die Orte wie Hotels, Kasinos, Flughäfen, Fitnessstudios oder Einkaufsmöglichkeiten auf der ganzen Welt verzeichnet.
Hyp3r weist den Vorwurf sich falsch verhalten zu haben von sich. Laut Business Insider beruft es sich dabei vor allem darauf, dass alle gesammelten Daten öffentlich zugänglich gewesen seien. Instagram verbietet es jedoch, Inhalte länger zu speichern als notwendig und Reverse Engineering für Instagrams Programmierschnittstelle durchzuführen.