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Hygon C86-7490: Chinesischer Epyc-Klon kommt mit 64 Kernen und DDR5

Ein chinesischer Prozessorhersteller kombiniert Zen+-Kerne mit DDR5-Speicher – und übertrifft dabei Lizenzgeber AMD.
/ Johannes Hiltscher
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Bislang setzte Hygon auf den Sockel SP3. (Bild: Hygon)
Bislang setzte Hygon auf den Sockel SP3. Bild: Hygon

Auf X(öffnet im neuen Fenster) sind Fotos eines bislang unbekannten Serverprozessors der Chengdu Haiguang IC Design Corporation, kurz Hygon, aufgetaucht (via Tom's Hardware(öffnet im neuen Fenster)). Es handelt sich um Bilder von einer chinesischen Handelsplattform, angeboten werden zwei "fast neue" Exemplare des C86-4G 7490 für 42.000 Yuan (rund 5.300 Euro). Interessant an dem Prozessor ist, dass er augenscheinlich den Sockel SP5 nutzt, den AMD für die Genoa-Generation (Zen 4) eingeführt hatte. In der Prozessorübersicht des Herstellers(öffnet im neuen Fenster) taucht das Modell nicht auf.

Laut dem X-Nutzer verfügt der Prozessor über 64 Kerne, was auch ein Eintrag in der Geekbench-Datenbank(öffnet im neuen Fenster) untermauert, wenn auch mit anderer Modellbezeichnung. Dabei arbeitet Hygon mit von AMD lizenzierten Zen+-Kernen, bringt allerdings doppelt so viele davon auf die neue CPU wie AMD bei der ersten Epyc-Generation Naples.

Auch in einem weiteren Punkt übertrifft der Prozessor Lizenzgeber AMD: Laut Homepage eines Server-Herstellers(öffnet im neuen Fenster) lassen sich bis zu vier Prozessoren auf einem Mainboard verbinden, AMD bietet seine Epycs nur für 2-Sockel-Systeme an.

Dank des modernen Sockels soll der Prozessor mit DDR5 den aktuellen Speicherstandard nutzen. Dabei scheint der Prozessor über zwölf Speicherkanäle zu verfügen, zu Anzahl und Standard der PCIe-Lanes finden sich keine Angaben. Der Sockel SP5 unterstützt bis zu 128 PCIe-5.0-Lanes, die allerdings teilweise zur Verbindung der Prozessorsockel mittels Infinity Fabric genutzt werden. AMD verwendet hierfür 48 oder 64 Lanes, bei Hygon dürften es, zumindest in der 4-Sockel-Variante, weniger sein.

Größere CCDs als AMD?

Unwahrscheinlich erscheinen hingegen die Behauptungen(öffnet im neuen Fenster) des X-Nutzers Olrak29: Ihm zufolge sind auf dem Hygon 7490 CCDs mit 16 Kernen sowie zwei I/O Dies (IODs) verbaut. AMD selbst steigt erst mit Zen 5 auf CCDs mit 16 Kernen um, zwei IODs ergeben nur bedingt Sinn. Zwar würde der einzelne Chip kleiner, allerdings würde sich so effektiv ein 8-Sockel-System ergeben. Schließlich müssen nicht nur die vier physischen Sockel, sondern auch noch die beiden IODs pro Sockel verbunden werden.

Wahrscheinlicher erscheint, dass Hygon ein eigenes IOD entwickelt hat und dieses mit acht der bereits bislang genutzten CCDs kombiniert. Die sind ähnlich mysteriös wie das IOD: Ursprünglich wurden sie von Globalfoundries gefertigt, allerdings steht Hygon seit 2019 auf der Entity List des US-Handelsministeriums. Damit sind Geschäftsbeziehungen mit dem Unternehmen für US-Firmen quasi unmöglich.


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