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Hybridgrafiktechnik: Nvidias proprietäre Linux-Treiber unterstützen Optimus

Der soeben als Betaversion erschienene proprietäre Linux-Treiber für Grafikchipsätze von Nvidia bringt die Unterstützung für Nvidias Optimus-Technik unter Linux.
/ Jörg Thoma
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Nvidia bietet jetzt unter Linux offizielle Unterstützung für seine Hybridgrafiktechnik Optimus. (Bild: Nvidia)
Nvidia bietet jetzt unter Linux offizielle Unterstützung für seine Hybridgrafiktechnik Optimus. Bild: Nvidia

Mit der Beta 319.12 seines Linux-Treibers hat Nvidia eine erste Unterstützung für seine Hybridgrafiktechnik Optimus umgesetzt. Damit kann die Arbeit zwischen zwei Grafikkernen aufgeteilt werden. Während der eine die Bilder rendert, werden sie auf dem zweiten ausgegeben, etwa über einen USB-to-VGA-Adapter oder einen integrierten Grafikchip.

Dabei nutzt Nvidias Treiber die seit Linux 3.4 im DRM-Treiber umgesetzten Funktionen des Kernels. Nvidias proprietärer Treiber setzt zudem X.org 1.13 voraus, der Anfang September 2012 veröffentlicht wurde. Für die Skalierung durch Clients nutzt Nvidias Treiber außerdem RandR 1.4. Die Ausgabe über eine zweite Grafikschnittstelle wird mit dessen Kommandozeilenwerkzeug xrandr realisiert.

Kernel-Funktionen benötigt

Damit der proprietäre Treiber ordentlich funktioniert, brauchte es laut Nvidia noch die entsprechenden Schnittstellen im Linux-Kernel, die zwar bereits seit Kernel 3.4 und 3.5 teilweise implementiert wurden, aber erst mit dem aktuellen Kernel 3.9 so umgesetzt wurden, dass sie auch mit nicht GPL-Code verwendet werden dürfen. Die Patches für den Linux-Kernel stammen von Aaron Plattner, einem Entwickler bei Nvidia.

Bislang konnten Anwender, die die Hybridlösung nutzen wollten, auf das Bumblebee-Projekt(öffnet im neuen Fenster) zugreifen, das mit den Nvidia-Treibern seit Version 260.19.12 funktioniert. Seit dieser Version unterstützt Nvidia Grafikkarten, die mit der Optimus-Technik ausgestattet sind, aber nicht die Technik selbst, die erst mit der aktuellen Beta funktioniert.

Schwierige Zusammenarbeit

Mit seinem Projekt "Reverse Optimus" will Entwickler David Arlie die Hybridtechnik auch für die Verwendung mit den freien Nouveau-Treibern umsetzen.

Die mangelnde Unterstützung für Optimus unter Linux bewog Linus Torvalds zu einem Wutausbruch bei einer Rede im Sommer 2012. Der Grafikkartenhersteller sei die schlimmste Firma überhaupt bei der Zusammenarbeit mit den Kernel-Entwicklern, sagte Torvalds damals .


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