Hybridgrafik: Gnome kann Apps automatisch auf diskreter GPU starten
Die Unterstützung von Hybridgrafiksystemen beziehungsweise sogenannten Dual-GPUs unter Linux reicht bereits über Jahre zurück . Dank aktueller Arbeiten der Gnome-Entwickler gibt es nun aber endlich eine Art automatisierte Lösung dafür, dass Anwendungen einfach auf jener der beiden verbauten GPUs starten, die die bessere Leistung bietet. Das berichtet der Entwickler Bastien Nocera in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) .
Dafür haben die beteiligten Entwickler die Spezifikation der Desktop Entry Keys(öffnet im neuen Fenster) erweitert. Die Desktopumgebungen unter Linux wie Gnome und KDE Plasma legen darüber in .desktop-Dateien anwendungsspezifisches Verhalten fest. Dazu gehören etwa die genutzten Icons, unterstützte Mime-Types, Pfade zu den ausführbaren Dateien der Anwendung oder Ähnliches. Neu hinzugekommen ist nun die Option PrefersNonDefaultGPU .
Damit können Entwickler von Anwendungen oder Paketbetreuer festlegen, dass die Software automatisch nicht auf der standardmäßig integrierten GPU ausgeführt wird, sondern eben auf der diskreten GPU mit mehr Leistung, sofern diese verfügbar ist. Zusätzlich zur Anpassung der Spezifikation hat das Entwicklerteam außerdem seine Implementierung in der Gnome-Shell darauf angepasst(öffnet im neuen Fenster) .
Künftig reicht für viele Nutzer also bestenfalls einfach ein Klick auf den Eintrag im Startmenü und Anwendungen mit großen Leistungsansprüchen an die Grafik starten automatisch auf der diskreten GPU. Bisher mussten Nutzer dies explizit auswählen, das geht auch erst seit wenigen Wochen mit Gnome 3.36 einfach per Mausklick. Das künftige Verhalten ist damit vergleichbar mit dem Verhalten unter Windows, in dem Anwendungen ebenfalls automatisch auf der diskreten GPU starten können.
Die Unterstützung zweier GPUs in einem Gerät war unter Linux anfangs so schlecht, dass sich der Linux-Gründer Linus Torvalds bei einer Rede an der Aalto-Universität in Finnland im Jahr 2012 zu den Worten "Fuck you, Nvidia!" hinreißen ließ. Immerhin werden in den Laptops meist Grafikkarten von Nvidia als dedizierte GPU genutzt, wofür Nvidia selbst zunächst aber keine Treiberunterstützung umgesetzt hatte.
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