Hybrider Krieg: BKA registriert rund 320 Sabotage-Verdachtsfälle
Die im Oktober 2025 eingerichtete Informationssammelstelle Zeitenwende des BKA hat laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) im vergangenen Jahr rund 320 Sabotagefälle registriert.
Die Vorfälle sind Teil eines hybriden Krieges gegen Deutschland. Betroffen sind Bahnanlagen, Bundeswehreinrichtungen, Energieversorgungsanlagen und Wasserwerke. Nordrhein-Westfalen führt mit 88 Fällen die Statistik an, gefolgt von Niedersachsen (51) sowie Bayern und Sachsen (jeweils 30).
Bereits Anfang Januar 2026 häuften sich verdächtige Vorfälle: So drangen Unbekannte in ein Umspannwerk in Wuppertal ein und hinterließen Werkzeug. Einen Tag später versuchten Täter, in eine Windenergieanlage einzubrechen. Mitte Januar entgleiste eine Güterzuglokomotive mit gefährlichen Chemikalien wegen Metallklammern auf den Gleisen. Auf der Strecke sollte US-Militärausrüstung transportiert werden.
Drohnenaktivität über sensiblen Objekten
Zusätzlich zu den Sabotageakten registrierte das BKA 2025 insgesamt 1.289 verdächtige Drohnenüberflüge mit etwa 2.310 Flugobjekten. Die Behörden gehen von systematischen Ausspähungsversuchen aus. In der Nacht zum 11. Januar beobachtete die Besatzung des Bundespolizeischiffs Bayreuth mehrere blinkende Objekte über Fehmarn kreisend – während sich ein aus Russland kommender Öltanker in der Nähe befand.
Russische Geheimdienste im Verdacht
Der Verfassungsschutz vermutet russische Geheimdienste hinter den meisten Angriffen. Diese setzen offenbar sogenannte Wegwerf-Agenten ein – über das Internet rekrutierte Personen, die für einzelne Aktionen bezahlt werden.
Die Ermittler verzeichneten bereits mehrere Erfolge: In Polen wurden Männer angeklagt, die Brandsätze in DHL-Frachtflugzeuge geschmuggelt haben sollen. In München verurteilte ein Gericht drei Personen wegen Ausspähung von Bahnstrecken für mögliche Anschläge auf Militärtransporte.
Sabotage bei Marineschiff – zwei Verdächtige verhaftet
Am Dienstag verhafteten Ermittler zwei Mitarbeiter der Hamburger Werft Blohm + Voss. Ein Grieche und ein Rumäne sollen Anfang 2025 Metallteile in den Motorstrang der Korvette Emden geschüttet haben. Zudem wird ihnen vorgeworfen, bei anderen Kriegsschiffen Deckel von Treibstofftanks entfernt und Frischwasserleitungen beschädigt zu haben. Alle Vorfälle wurden vor größeren Schäden entdeckt.
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