Hybrid-Modell Ioniq: Hyundai fährt elektrisch

Kaum ein Produktstart dürfte so gut vorbereitet worden sein wie der des Hyundai Ioniq. Seit Monaten steckt der Konzern den Medien regelmäßig neue Details. Denn es soll den Beginn des Wandels von Hyundais(öffnet im neuen Fenster) Modellstrategie symbolisieren.
Am Donnerstag gab es den nächsten Einblick, eine Vorpräsentation des Modells vor der eigentlichen Vorstellung in Südkorea. Und die macht wieder einmal Hyundais Botschaft klar: Die Zukunft wird elektrisch.
Hyundais erstes Auto nur für elektrifizierten Antrieb
Der Ioniq ist Hyundais erstes Auto, das allein für elektrifizierte Antriebe entwickelt wurde. Diesen Monat soll in Korea ein Hybridmodell auf die Straße kommen, im Juli ein Plug-in-Hybrid zum Aufladen an der Steckdose und Ende des Jahres ein reiner Stromer. Benziner wird es für dieses Modell nicht geben.
Hyundai folgt mit der Idee eines designierten Modells den Hybrid- und Elektroautopionieren aus Japan, allerdings mit einem eigenen Dreh. Das Unternehmen bietet Hybridantrieb bisher nur als eine Antriebsvariante bestehender Modelle an. Toyota und Honda machten allerdings mit dem Prius beziehungsweise dem Insight vor, dass rein als Hybride entwickelte Modelle sehr erfolgreich für die Kasse und den Ruf sein können.
Als die beiden Konzerne die Hybridtechnik in den Markt einführten, wollten sie Neuerungen deutlich von traditionellen Modellen mit Verbrennungsmotoren absetzen. Und sie taten dies mit Erfolg: Sie verhalfen der Kombination von Benzin- und Elektromotor zum Durchbruch. Der Prius ist sogar zum Kassenschlager avanciert.
Nissan übertrug diese Strategie nonchalant mit dem Leaf auf Elektroautos. Andere Hersteller wie BMW folgten. Aber Hyundai nimmt für sich in Anspruch, der erste Hersteller zu sein, der ein Modell für drei teil- und vollelektrifizierte Antriebe anbietet. Dieses Novum verkaufen die Koreaner auf dem Preisniveau des Sonata, wenigstens in Korea. Die Versionen sollen dort umgerechnet zwischen 17.000 und 22.000 Euro kosten.
Gläserne Heckklappe mit Knick
Als Maßstab für ihren Hybrid haben die Koreaner sich Toyotas Prius ausgewählt. Sie versprechen, dass der Benzinmotor des Hybridmodells mit einem Wirkungsgrad von 40 Prozent so effizient wie Toyotas Vorzeigemodell sein soll – und kombiniert mit dem Elektroantrieb sogar noch sparsamer.
Wir dürfen auf die ersten Vergleiche im realen Straßenverkehr gespannt sein. Die Verantwortung für den Vortrieb teilen sich ein Benziner mit 1,6 Litern Hubraum und 105 PS sowie ein Elektroantrieb mit 43,5 PS.
Doch eines zeichnet den Hyundai besonders aus: 53 Prozent seiner Karosserie wurden aus hochfesten Stählen hergestellt. Ob dies leichteres Gewicht, ein steiferes Chassis oder beides liefert, werden die Tester herausfinden müssen. Ob das Design im Ausland ankommt, werden demnächst die Besucher der Automessen in Genf und New York beurteilen können.
Ionic soll sehr windschnittig sein
Der Ioniq soll besonders windschnittig sein, auf der Rückbank Raum für den Kopf und hinten Platz für Gepäck bieten. Die Designer übernahmen dafür ein Element, das schon den Toyota Prius, den Honda Insight und den Audi A2 ausgezeichnet hat: eine gläserne Heckklappe, die im Knick mit einem Spoiler zweigeteilt wird.
Die Kombination aus Windkanal und Pflichtenheft sorgt halt manchmal dafür, dass Designer zu den gleichen Lösungen greifen – auch bei ihren Vorzeigemodellen.



