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Hurtigruten: Die MS Roald Amundsen ist das erste Hybrid-Kreuzfahrtschiff

Schiffe sind berüchtigt für ihre Schadstoffemissionen. Die norwegische Reederei Hurtigruten hat das erste Kreuzfahrtschiff mit Hybridantrieb in Betrieb genommen. Es kann eine Zeit lang elektrisch fahren.

Artikel veröffentlicht am ,
MS Roald Amundsen: Einige Fjorde dürfen ab 2026 nur noch von emissionsfreien Schiffen befahren werden.
MS Roald Amundsen: Einige Fjorde dürfen ab 2026 nur noch von emissionsfreien Schiffen befahren werden. (Bild: Hurtigruten)

Sauber zu den Polen: Die norwegische Reederei Hurtigruten hat das erste Kreuzfahrtschiff mit Hybridantrieb in Betrieb genommen. Die MS Roald Amundsen ist für den Einsatz im Polarmeer gedacht und soll deutlich weniger Schadstoffe ausstoßen als Schiffe mit vergleichbarer Größe.

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Die MS Roald Amundsen hat eine konventionelle Verbrennungsmaschine, die mit Dieselöl betrieben wird - bei der Verbrennung dieses Treibstoffs werden weniger Schadstoffe emittiert als bei dem sonst meist eingesetzten Schweröl. Hinzu kommt ein Elektroantrieb inklusive eines Akkupacks.

Die Akkus haben genug Speicherkapazität, damit das Schiff 45 bis 60 Minuten lang rein elektrisch fahren kann. Durch den Hybridantrieb soll die Roald Amundsen laut Reederei über 20 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als andere Schiffe gleicher Größe. Ein Schwesterschiff, die Fridtjof Nansen, soll 2020 fertig werden.

Die MS Roald Amundsen ist 140 m lang und 23,6 m breit. 530 Gäste können an Bord mitfahren. Das Schiff legt am heutigen Mittwoch zu seiner Jungfernfahrt vom norwegischen Hafen Tromsø aus ab. Die Fertigstellung des Schiffs hatte sich zuletzt verzögert. Geplant war, dass die Jungfernfahrt Ende Juni im Hamburg starten sollte.

"MS Roald Amundsen wurde bis ins kleinste Detail unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit konzipiert und gebaut", sagte Hurtigruten-Chef Daniel Skjeldam. "Neben der grünen Technologie an Bord ist es das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das frei von Einweg-Kunststoff ist. Nachhaltigkeit wird auch ein integraler Bestandteil des Reiseerlebnisses sein: Mit unseren Expeditionsteams und in unserem Science Center an Bord werden wir den Gästen ein tiefes Verständnis für die Regionen, die wir erkunden, vermitteln können."

Das Schiff ist nicht das erste mit einem Hybridantrieb: So sind auf der Vogelfluglinie zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rødby in Dänemark seit einigen Jahren Fähren mit Dieselhybrid-Antrieb unterwegs. Sie sind leiser als Fähren mit Dieselantrieb und die Luft an Deck ist besser.

In Norwegen bringt seit 2015 die elektrisch betriebene Fähre Ampere Autos über den Sognefjord. Sie ist ökologisch, da Strom in Norwegen fast ausschließlich mit Wasserkraft erzeugt wird und zudem im Betrieb sehr günstig ist. Die Reederei Fjord1 hat deshalb den Bau weiterer Elektrofähren in Auftrag gegeben.

Kreuzfahrtreedereien, die künftig die wichtigsten Natursehenswürdigkeiten in Norwegen ansteuern wollen, müssen ihre Schiffe ohnehin umrüsten: Das Parlament in Oslo hat im Juni vergangenen Jahres beschlossen, dass der Geirangerfjord und der Nærøyfjord, die beide zum Weltnaturerbe gehören, ab 2026 nur noch von emissionsfreien Schiffen befahren werden dürfen.

Die MS Roald Amundsen wird zunächst an der norwegischen Küste unterwegs sein. Weitere Ziele sind Hamburg, Spitzbergen und Grönland. Anschließend wird sie durch die Nordwestpassage, die Anfang des 20. Jahrhunderts als Erstes von Namensgeber Roald Amundsen durchquert wurde, zur amerikanischen Westküste fahren. Im kommenden Winter wird sie die Antarktis - wo dann Sommer ist - ansteuern.

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cuthbert34 03. Jul 2019

Wenn die Reedereien wenigstens schon mal normalen Diesel und Rußpartikelfilter einsetzen...

wp (Golem.de) 03. Jul 2019

Da ist etwas dran - und: Nein, ich wohne nicht in Hamburg, Norwegen. ;-) Danke für den...

wp (Golem.de) 03. Jul 2019

Danke für die Hinweise! Ist korrigiert. wp (Golem.de)


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