Hunters Gathering: Sony streicht Live-Service aus Horizon-Spiel
Sony zieht bei seinem nächsten großen Live-Service-Spiel offenbar die Reißleine. Horizon Hunters Gathering soll nach negativen Rückmeldungen von Testspielern grundlegend umgebaut werden. Die ursprünglich vorgesehenen Live-Service-Elemente werden gestrichen, gleichzeitig wird der Umfang des Projekts reduziert.
Das berichtet Bloomberg-Journalist Jason Schreier unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen (via Gamesindustry(öffnet im neuen Fenster)). Demnach hatte Guerrilla Games das Spiel bereits mehrfach intern und mit ausgewählten Spielern testen lassen.
Insbesondere nach einer zweiten Testrunde im Mai 2026 sollen die Reaktionen schlecht ausgefallen sein. Seit Juni werde an einer umgebauten Version gearbeitet. Aus dem ursprünglich langfristig angelegten Live-Service-Titel soll ein Koop-Spiel mit Storymodus werden.
Ganz sicher ist allerdings noch nicht, ob Horizon Hunters Gathering überhaupt erscheint: Guerrilla Games soll bis Dezember Zeit bekommen haben, Sony mit einem wichtigen Entwicklungsstand zu überzeugen. Ein Teil des Teams werde bereits anderen Projekten zugeteilt.
Das ist bemerkenswert, weil Hunters Gathering bislang als eines der größeren Projekte in Sonys jahrelanger Live-Service-Offensive galt. Drei Spieler sollen gemeinsam Maschinen jagen, Beute sammeln und ihre Charaktere weiterentwickeln. Das Spiel war erst im Februar 2026 offiziell für Playstation 5 und PC angekündigt worden.
So richtig rund läuft nur ein Sony-Onlinespiel
Für Sony ist die Kurskorrektur der nächste Rückschlag bei dem Versuch, neben klassischen Einzelspielertiteln dauerhaft erfolgreiche Onlinespiele aufzubauen. Concord wurde 2024 nach einem katastrophalen Start eingestellt.
Weitere geplante Live-Service-Projekte rund um The Last of Us, God of War und Spider-Man wurden ebenfalls aufgegeben. Nur Helldivers 2 ist ein richtig großer Erfolg.
Auch Bungies Marathon hat sich bislang nicht zum erhofften Dauerbrenner entwickelt. Nach einem Steam-Höchststand von knapp 88.000 gleichzeitig aktiven Spielern liegen die Werte inzwischen meist nur noch bei wenigen Tausend.
Etwas besser sieht es bei Marvel Tōkon – Fighting Souls aus. Das Kampfspiel erhält überwiegend gute Kritiken für sein Kampfsystem, kämpft auf dem PC allerdings mit technischen Problemen und gemischten Steam-Wertungen.
Ein Analyst schätzt die Verkäufe in der ersten Woche auf rund 485.000 Exemplare für PC und Playstation 5. Damit ist Tōkon kein Flop, bislang aber auch kein Blockbuster.
Bei Guerrilla hat die Live-Service-Strategie möglicherweise noch eine weitere Folge: Am nächsten klassischen Horizon-Einzelspieler soll derzeit nur ein vergleichsweise kleines Team arbeiten. Der Nachfolger von Horizon Forbidden West sei deshalb noch mehrere Jahre entfernt.
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