Hunderte Frauen betroffen: Mann kapert Snapchat-Konten und klaut Nacktbilder
Ein 27-jähriger Mann aus dem US-Bundesstaat Illinois hat sich schuldig bekannt, zwischen Mai 2020 und Februar 2021 in die Snapchat-Konten von fast 600 jungen Frauen eingedrungen zu sein, um Nacktaufnahmen abzugreifen und diese über das Internet zu verkaufen. Laut Pressemitteilung der US-Staatsanwaltschaft(öffnet im neuen Fenster) war der Beschuldigte unter anderem von einem Leichtathletiktrainer von der Northeastern University beauftragt worden.
Der Mann nutzte den Angaben zufolge Social Engineering, um in die Snapchat-Konten einzudringen. Zunächst sammelte er Daten wie E-Mail-Adressen, Rufnummern und Snapchat-Nutzernamen seiner Opfer und versuchte, sich damit bei Snapchat anzumelden. Anschließend nahm er Kontakt auf und gab sich als Mitarbeiter des Snapchat-Betreibers Snap Inc. aus.
In Nachrichten an über 4.500 Zielpersonen forderte er die für die Anmeldung erforderlichen Zugangscodes an. 570 Frauen gaben die Codes tatsächlich heraus, so dass der Beschuldigte Zugriff auf deren Accounts erlangte. Bei mindestens 59 Konten fand er Bildmaterial vor, auf dem die Frauen ganz oder teilweise entblößt zu sehen waren, und lud dieses herunter.
Mehrjährige Haftstrafe erwartet
Laut Pressemitteilung warb der Beschuldigte auf Plattformen wie Reddit damit, für andere in die Snapchat-Konten junger Frauen eindringen zu können. Auf diesem Wege fand er mehrere Auftraggeber – darunter ein Leichtathletiktrainer von der Northeastern University. Dieser erhoffte sich, dadurch an Nacktbilder junger Frauen zu gelangen, die er trainierte.
Im März 2024(öffnet im neuen Fenster) wurde der Trainer jedoch unter anderem wegen Cyberstalking und Computerbetrug zu einer fünfjährigen Haftstrafe sowie drei Jahren auf Bewährung verurteilt. Die Strafe für den Mann aus Illinois dürfte kaum milder ausfallen. Ihm werden unter anderem Identitätsdiebstahl, Computerbetrug und Verschwörung zum Computerbetrug vorgeworfen.
Zudem soll er falsche Angaben im Zusammenhang mit Kinderpornografie gemacht haben. Gegenüber den Ermittlern gab er an, weder nach solchen Inhalten gesucht noch Interesse daran zu haben. Tatsächlich konnte ihm aber wohl das Gegenteil nachgewiesen werden. Für jeden der Anklagepunkte drohen dem Beschuldigten mehrjährige Haftstrafen sowie Geldstrafen in Höhe von jeweils 250.000 US-Dollar. Das Urteil soll am 18. Mai verkündet werden.
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