Humanitäre freie Software: Programmieren für einen guten Zweck

Kriege, Überschwemmungen oder Waldbrände: Wenn Menschen in Gefahr sind, laufen internationale Hilfsmaßnahmen an. Humanitäre freie und offene Software unterstützt die Katastrophenhelfer.

Artikel von Daniela Knoll veröffentlicht am
Openstreetmap ist die bekannteste humanitäre freie und offene Software.
Openstreetmap ist die bekannteste humanitäre freie und offene Software. (Bild: Pete Birkinshaw/Flickr/CC BY 2.0)

Humanitäre freie und offene Software steht für Anwendungen, die nur einen Zweck haben: Unterstützung in der humanitären Hilfe. Die Grundlagen solcher Softwareprojekte sind der freie und uneingeschränkte Zugang zu Datenressourcen, ein offener Quelltext, der von vielen Freiwilligen laufend verbessert wird, und der hohe soziale Nutzen der fertigen Tools.

Inhalt:
  1. Humanitäre freie Software: Programmieren für einen guten Zweck
  2. RapidFTR und GNU Health

Das bekannteste Beispiel humanitärer freier und offener Software ist Openstreetmap (OSM). Das ist eine Weltkarte, die von vielen Freiwilligen erstellt und ergänzt wird. Die Karten von Openstreetmap können Leben retten.

Als sich im November 2013 der Wirbelsturm Haiyan auf die Philippinen zubewegte, setzten sich mehr als tausend Menschen weltweit zu Hause an ihre Rechner und aktualisierten das Kartenmaterial der Küstenstadt Tacloban City, die sich im Osten der Philippinen befindet. Bereits wenige Tage nach dem verheerenden Wirbelsturm gab es die ersten Satellitenbilder von der Inselgruppe. Im Minutentakt wurden neue Bilder und aktuelle Geodaten in Openstreetmap hinzugefügt. Die hochauflösenden Straßenkarten von Tacloban City zeigten genau, welche Straßenzüge in der Großstadt besonders schwer von dem Orkan betroffen waren und wo internationale Hilfe am dringendsten notwendig war.

Hilfe bei Ebola

Humanitarian Openstreetmap (HOT) begann mit seiner Arbeit im Jahr 2010, als sich auf der Karibik-Insel Haiti ein verheerendes Erdbeben ereignete. Hunderttausende Menschen starben, mehr als eine Million Menschen wurden obdachlos. HOT vermittelte zwischen den Openstreetmap-Nutzern und den internationalen Hilfsorganisationen.

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Die Aktivitäten von HOT werden meist aus der Ferne ausgeführt. Das bedeutet, die Nutzer sitzen weltweit an ihren internetfähigen Geräten wie dem PC oder Smartphone und erweitern die Landkarten von OSM mit Straßen, Gebäuden oder Plätzen. Inzwischen ist die Anzahl registrierter OSM-Nutzer auf knapp zwei Millionen gestiegen. Ein Teil dieser Nutzer fokussiert sich dabei auf die humanitären OSM-Projekte (HOT).

Derzeit werden unter anderem die von der Ebola-Epidemie betroffenen Gebiete in Westafrika kartographiert.

"Bei diesem Ebola-Projekt war das Wichtigste, die Ortsnamen zu identifizieren und die unterschiedlichen Regionen so genau wie möglich zu kartographieren", sagte Pierre Béland zu Golem.de. Der pensionierte Wirtschaftswissenschaftler war eines der Vorstandsmitglieder von HOT und koordinierte bereits einige Hilfsprojekte. Béland ist fasziniert von der Abwechslung, die ihm ein Tool wie OSM bietet. Er schreibt zum Beispiel statistische Skripte, damit die OSM-Nutzer schnell über wesentliche Fortschritte informiert werden und er diskutiert mit den Nutzern über mögliche Programmverbesserungen.

Mehr als 2.000 Nutzer hat HOT seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie mobilisiert, die Karten auf den neuesten Stand zu bringen. "Mehr als 120.000 Straßenkilometer, 750.000 Gebäude und 33.000 Plätze haben sie in OSM eingetragen", sagte Béland. Die Nutzer orientieren sich an Luftbildern bei Bing Maps.

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RapidFTR und GNU Health 
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