Human-augmentation platform: Eine Technologie, die Schmerzen an andere Menschen überträgt

Mit einer neuen Technologie können Gehirnaktivitäten in Reaktion auf Schmerzreize digital gemessen, visualisiert und interpretiert werden. Dadurch könne das subjektive Empfinden simuliert an den Empfänger übertragen werden. Es soll das erste Gerät seiner Art sein, das Schmerzempfinden individuell kalibriert darstellen(öffnet im neuen Fenster) kann.
Hinter der sogenannten Human-Augmentation Platform stehen das japanische Telekommunikationsunternehmen NTT Docomo und das Start-up Pain Measurement Laboratory (Pamela)(öffnet im neuen Fenster) . Die beiden Firmen stellten ihr Projekt im Oktober 2025 auf der japanischen Technologiemesse Ceatec 2025(öffnet im neuen Fenster) in Chiba vor.
Wie ist das System aufgebaut?
Damit das System funktioniert, werden drei Komponenten benötigt. Zunächst erfasst ein noninvasives EEG-Sensorgerät die Hirnströme und leitet diese an ein Cloudsystem weiter. Dort werden die erfassten Daten analysiert und umgerechnet. Das alles geschieht auf der Grundlage individueller Schmerzschwellen. Über einen haptischen Aktuator wird dann ein physischer Reiz an eine weitere Person weitergegeben.
Das Team erhofft sich dadurch, das subjektive Schmerzempfinden in eine vergleichbare Form zu bringen. Dadurch könne die von einem Arzt typischerweise gestellte Frage "Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie schmerzhaft ist XY?" so beantwortet werden, dass die verschiedenen Schmerzlevel bei unterschiedlichen Menschen in Einklang gebracht werden.
Einsatzbereiche und momentane Hindernisse
Docomo und Pamela möchten ihre Technologie in den Bereichen der medizinischen Diagnostik, der Rehabilitation sowie in XR- und Gaming-Umgebungen etablieren. Zudem könnten psychische Belastungen, die durch verbale Übergriffe oder sozialen Stress hervorgerufen werden, mit dieser Technik dargestellt werden.
Das System ist noch nicht marktreif. Unter anderem ist unklar, wie das System verschiedene Schmerzarten wie Hitze, Druck oder Kribbeln voneinander unterscheiden kann. Außerdem sind Schmerzempfindungen sehr subjektiv und situativ. Ob das System also eine verlässliche objektive Messung liefern kann, bleibt unbeantwortet. Eine begutachtete Studie zur Human-Augmentation Platform gibt es bisher nicht. Ebenso wenig technische Details zum System.